Zulassungen: Autodichte in Städten steigt weiter

Von wegen Trend "weg vom Auto": Auf 451 von 1.000 Einwohner in 25 deutschen Städten kommt ein Pkw. Damit hält der Trend zu mehr Fahrzeugbesitz weiter an.

Der Verkehr in den Städten wird nicht weniger, viele lernten in der Pandemie die Flexibilität des eigenen Autos wieder kennen. In München waren die Zahlen rückläufig, auf hohem Niveau und wohl wegen vieler abgemeldeter Dienstwagen. | Foto: J. Reichel
Der Verkehr in den Städten wird nicht weniger, viele lernten in der Pandemie die Flexibilität des eigenen Autos wieder kennen. In München waren die Zahlen rückläufig, auf hohem Niveau und wohl wegen vieler abgemeldeter Dienstwagen. | Foto: J. Reichel
Johannes Reichel

Die Zahl der zugelassenen Pkw in den deutschen Städten hat von wenigen Ausnahmen abgesehen 2020 weiter zugelegt. In 22 von 25 untersuchten Kommunen ermittelt das Center of Automotive Research in Duisburg auf Basis der Zahlen des Kraftfahrtbundesamts (KBA) eine Zunahme der Fahrzeugzahlen. In Summe stieg die Fahrzeugdichte in deutschen Metropolen damit von 450 auf 451 Pkw je 1.000 Einwohner. Das Plus in Berlin und Leipzig betrug demnach 1,1 Prozent, in Hannover kamen 1,2 Prozent, in Dortmund und Freiburg 1,7 Prozent mehr Autos auf die Straßen. Unrühmlicher Spitzenreiter war Bochum mit 2,2 Prozent mehr Pkw.

Dass die Autodichte ausgerechnet in den Städten Wolfsburg (-1,7), Ingolstadt (-3,7) und München (-1,1) rückläufig ist, dahinter vermutet CAR-Chef Ferdinand Dudenhöffer die Abmeldung zahlreicher Dienstwagen in der Pandemie durch vermehrtes Homeoffice. Er rechnet damit, dass die Zahlen 2021 wieder kompensiert werden. Generell kann Dudenhöffer keinen behaupteten "Trend weg vom Auto" erkennen. Er konstatiert, dass die Pkw-Nutzer durch die Corona-Pandemie eher die Flexibilität eines eigenen Fahrzeugs trotz geringerer Gesamtmobilität umso mehr schätzten.

Im bundesweiten Durchschnitt legte die Autodichte im vergangenen Jahr laut CAR-Kalkulation von 575 auf 580 Wagen je 1000 Einwohner zu. Auch in den Vorjahren waren Zunahmen zu verzeichnen, bei abnehmender Gesamt-Fahrstrecke je Autoeigner. „Das eigene Auto vor der Haustür scheint in Großstädten unschlagbar", schlussfolgert Dudenhöffer.

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