Zügiger Zubau: Ladesäulenregister steigt erstmals über 33.000

Energiebranchenverband BDEW vermeldet 33.107 Ladesäule, mahnt aber einen synchronisierten Hochlauf von E-Mobilität und Infrastruktur an - öffentlich wie privat. Das Netz sei längst nicht rentabel.

Nicht zuletzt der Energieversorger wie EnBW geben mächtig Gas beim Zubau von Ladesäulen, wie auch jüngst die Eröffnung einer (noch) seltenen DC-Ladestation im Ortsbereich in Urbach zeigt. | Foto: EnBW
Nicht zuletzt der Energieversorger wie EnBW geben mächtig Gas beim Zubau von Ladesäulen, wie auch jüngst die Eröffnung einer (noch) seltenen DC-Ladestation im Ortsbereich in Urbach zeigt. | Foto: EnBW
Johannes Reichel

Der Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur nimmt weiter an Fahrt auf: 33.107 öffentliche Ladepunkte sind aktuell im Ladesäulenregister des BDEW gemeldet, jede zehnte davon ist ein DC-Schnelllader. Damit sind in den vergangenen sechs Monaten mehr als 5.300 neue Ladepunkte hinzugekommen. Der Zuwachs um 19 Prozent trotz Corona-Lockdown macht deutlich, dass der Ausbau der öffentlichen Ladepunkte ungebremst weitergehe.

„Die Energiewirtschaft ist mit dem Bau und Betrieb der Ladeinfrastruktur bisher massiv in Vorleistung gegangen. Stromtankstellen rechnen sich aufgrund der derzeit niedrigen E-Auto-Anzahl immer noch nicht", monierte Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung.

Es sei zwar erfreulich, dass dank staatlicher Förderung endlich mehr Elektrofahrzeuge auf die Straße kämen. Dieser Impuls dürfe aber nicht verpuffen, sondern müsse Initialzündung dafür sein, "die Elektromobilität in die Breite zu tragen“, wie Andrae betonte. Aktuell sind laut einer Hochrechnung des BDEW rund 240.000 vollelektrische Fahrzeuge und 200.000 Plug-In-Hybride zugelassen, wobei Plug-in-Hybride laut Verband in der Regel zu nicht einmal 50 Prozent elektrisch fahren. Für eine wirtschaftliche Auslastung der rund 33.100 Ladepunkte wären jedoch mindestens 550.000 vollelektrische Fahrzeuge erforderlich, rechnen die Verbandsexperten hoch.

„Wir brauchen einen zeitlich und technisch aufeinander abgestimmten Hochlauf von E-Autos und der notwendigen Ladeinfrastruktur“, forderte Andreae.

Sie sehe aus der Automobilbranche aktuell positive Signale, deutlich mehr Elektrofahrzeuge in den Markt zu bringen. Allerdings würden 80 Prozent der Ladepunkte von Unternehmen der Energiewirtschaft bereitgestellt. Sie trieben nicht nur den Ausbau der Ladeinfrastruktur kontinuierlich voran, sondern stellten auch leistungsfähige Netze, zunehmend erneuerbaren Strom und umfangreiche Serviceleistungen bereit, skizziert Andrae.

"Die Energiewirtschaft ist ein zentraler Akteur, damit die Verkehrswende gelingt“, betont Andreae.

Parallel zum Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur müsse aber der mindestens ebenso wichtige Ausbau von privaten Lademöglichkeiten in Gebäuden zielgerichtet vorangetrieben werden. Hierzu habe der BDEW und der Handelsverband HDE gemeinsam einen pragmatischen, umsetzungsorientierten Vorschlag zur Ausgestaltung des Gesetzes zum Aufbau einer gebäudeintegrierten Lade- und Leitungsinfrastruktur für die Elektromobilität (GEIG) vorgelegt.

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