Meinungsbeitrag

Zu wenig Strom? Nicht das Problem!

Kennen Sie diese drei Fakten, mit denen Sie jedem der aktuell zahlreichen E-Auto-Stänkerer am Stammtisch die Luft rauslassen können?

Gute Argumente gegen Nostalgiker des Explosionstreiblings: Juice-Technology-CEO Christoph Erni verweist die aktuellen Unkenrufe auf die E-Mobilität ins Reich der Panikmache. | Foto: Juice
Gute Argumente gegen Nostalgiker des Explosionstreiblings: Juice-Technology-CEO Christoph Erni verweist die aktuellen Unkenrufe auf die E-Mobilität ins Reich der Panikmache. | Foto: Juice
Redaktion (allg.)

«Zukunft der E-Mobilität in Gefahr!», «Werden E-Autos in diesem Winter ausgebremst?» oder «Zu wenig Strom für E-Autos» - kaum ein Medium ist sich aktuell zu schade, eine imaginäre Angst zu schüren. Am Stammtisch hämen darum die ewiggestrigen Verbrennerfahrer: „Hab’ ich’s doch gewusst: das wird nie was mit der E-Mobilität. Aber mein V8 röhrt auch bei einem Literpreis von fünf Euro noch, hoho“.

Hier kommen drei überraschende Fakten, mit denen Sie in solchen Situationen bei Explosionstreibling-Nostalgikern rasch für Ordnung sorgen können:

Erstens braucht die E-Mobilität gar nicht mehr Strom. Für die Herstellung eines einzigen Liters Benzin verbraucht die lokale Raffinerie rund 1,5 kWh Elektrizität (für Diesel sogar rund 2,5 kWh). Wenn Stammtischlers SUV also 10 Liter säuft, dann gehen schon nur 15 kWh Strom für die Raffinierung drauf. Aber damit fährt ein E-Auto – je nach Modell – schon 100 Kilometer. Mit anderen Worten: Gleicher Stromverbrauch, aber den Umweg übers Öl kann man sich getrost sparen.

Zweitens: Vorstehend nicht eingerechnet sind der ganze Weg von der Quelle zum Auto, also Ölförderung, Schiffs-, Bahn- und Strassen-Tankertransport, Beleuchtung und Pumpe an der Tankstelle undsoweiter. Nicht alles passiert im Land des Verbrauchers, nicht alles ist elektrisch angetrieben. Aber man versteht: Es wird noch viel mehr Energie verschleudert, als man auf den ersten Blick erkennt.

Und drittens wird, wenn dereinst alle Autos, Lastwagen und Busse auf der ganzen Welt einmal elektrisch fahren, der gesamte Stromverbrauch all dieser Fahrzeuge nur gerade neun Prozent am Weltstromverbrauch ausmachen.

Das kommt einerseits davon, weil E-Fahrzeuge einfach sagenhaft effizient sind – und anderseits, weil Industrie und Zivilisation einfach schon unheimlich viel elektrische Energie nutzen.

Tja, die E-Mobilität wird nicht schuld sein an der Stromknappheit. Und weil Elektrofahrzeuge auch zu fast beliebigen Zeitpunkten laden können, wird sich immer ein Zeitfenster mit Überkapazität im Netz finden, an dem Ihr Flitzer zu seinem «Saft» kommt. Während Ihr V8-Kumpel fünf Euro für den Liter zahlt, hoho.

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