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Zu visionär? Audi-Chef Duesmann muss gehen - Döllner übernimmt

Blume-Gefolgsmann löst den unkonventionellen Audi-Chef ab, der die Elektrifizierung forciert hat und sich auch für autofreie Sonntage und ein Tempolimit erwärmen konnte und "Technologieklarheit" forderte.

Vielleicht zu visionär für Audi: Markus Duesmann muss die Audi-Spitze räumen. Er hatte den Verbrennerausstieg deutlich vorgezogen und die Elektrifizierung angezogen. | Foto: Audi
Vielleicht zu visionär für Audi: Markus Duesmann muss die Audi-Spitze räumen. Er hatte den Verbrennerausstieg deutlich vorgezogen und die Elektrifizierung angezogen. | Foto: Audi
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Johannes Reichel

Die nur drei Jahre dauernde Ära des ebenso provokanten wie unkonventionellen Audi-Chefs Markus Duesmann ist schon wieder vorbei. Gernot Döllner wird neuer Vorstandsvorsitzender der AUDI AG. Er folgt zum 1. September dieses Jahres auf Markus Duesmann. Einen entsprechenden Beschluss fasste der Audi Aufsichtsrat am 29. Juni 2023. Duesmann war während seiner Amtszeit durch unkonventionelle Ansätze und Gedanken aufgefallen, die aus dem Raster fielen.

So verkündete er den vorzeitigen Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor ab 2033 respektive bei Neuentwicklungen bereits 2026, zog die Elektrifizierungspläne deutlich vor und stellte in dem Kontext auch die Möglichkeit eines Tempolimits oder autofreier Sonntage zum Energiesparen in den Raum. Zuletzt hatte er auch vor einer "Hängepartie" beim Verbrennerausstieg gewarnt und entschlossene Transformation angemahnt, zudem das Schüren von Illusionen rund um den Einsatz von E-Fuels kritisiert, statt für "Technologieoffenheit" lieber "Technologieklarheit" plädiert. Vielleicht zu konträr und visionär für den Ingolstädter Konzern, in dem der Diesel-Skandal seinen Anfang nahm.

„Ich danke Markus Duesmann für seine wichtigen Leistungen bei Audi in den vergangenen Jahren. Er hat mit Weitblick wichtige strategische Entscheidungen vorbereitet und vorangetrieben. Dazu gehört insbesondere die Elektrifizierungsstrategie. Darauf wird Audi auch in Zukunft weiter aufbauen können“, erklärte jetzt der Audi Aufsichtsratsvorsitzende Manfred Döss

Gernot Döllner sei die richtige Person, um die Produktstrategie und die Aufstellung in den wichtigen Märkten für Audi weiter zu schärfen. Peter Mosch, Stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender und Gesamtbetriebsratsvorsitzender der AUDI AG, lobte, Markus Duesmann habe in schwierigen Zeiten für Audi und die Beschäftigten, mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie und des russischen Ukraine-Überfalls auf die Lieferketten und die Märkte, Verantwortung übernommen.

Gernot Döllner hat Maschinenbau studiert und trat 1993 bei Volkswagen als Doktorand ein. Bei der Porsche AG war er in mehreren leitenden Funktionen tätig, unter anderem als Leiter der Produkt- und Konzeptentwicklung und als Verantwortlicher der Panamera Baureihe. Seit 2021 leitet er die Produkt- und Konzernstrategie und das Generalsekretariat im Volkswagen Konzern. Er zählte zu den engsten Mitarbeitern des Porsche- und VW-Konzernchefs Oliver Blume.

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