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ZIV fordert verlässlichen Rahmen und Bekenntnis zum Fahrradland Deutschland

Vor dem Hintergrund weiter angespannter Lage am Bikemarkt und der verschleppten Verkehrswende fordert der Verband Verlässlichkeit und das Bekenntnis zur Branche als Wirtschaftsfaktor. ZIV: StVG-Blockade lösen.

Fordert ein klares Bekenntnis zur Industrie und dem Fahrradland: ZIV-Chef Burkhard Stork. | Foto: ZIV
Fordert ein klares Bekenntnis zur Industrie und dem Fahrradland: ZIV-Chef Burkhard Stork. | Foto: ZIV
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Johannes Reichel

Die Lage am Fahrradmarkt ist angespannt und auch 2024 bleibt ein herausforderndes Jahr für die Branche, das ist die Einschätzung des Zweirad Industrie Verbands (ZIV) zum Jahresbeginn. Als Gründe sieht der Verband der Radhersteller vor allem die von der Ampel-Regierung verschleppte Verkehrswende, dazu die schwierige wirtschaftliche Gesamtlage sowie zunehmende regulatorische Herausforderungen, die die Hersteller von Fahrrädern, Komponenten und Zubehör auch in diesem Jahr stark belasten würden.

"Die deutsche Fahrradwirtschaft bietet hunderttausende heimische Arbeitsplätze und stellt ein Industriegut und Exportprodukt erster Güteklasse her. Wie viele andere Industrien wünschen wir uns entsprechend verlässliche Rahmenbedingungen am Wirtschaftsstandort Deutschland, um diesen hohen Wertschöpfungsgrad und die damit verbundenen Arbeitsplätze auch weiterhin sichern zu können", appellierte Verbandschef Burkhard Stork von ZIV.

Der Verband ist Interessenvertretung von rund 120 Herstellern aus der Branche. Stork appelliert für das Jahr 2024 an die politischen Akteure auf allen Ebenen, die Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass die Potenziale des Fahrrads voll ausgeschöpft werden können.

"Wir wünschen uns – wie viele andere Branchen auch – mehr Verlässlichkeit in der Industrie- und Standortpolitik", so Stork weiter.

2023 sei für die Branche auch politisch ein schwieriges Jahr gewesen. Für 2024 appelliert sie an die Bundesregierung, die verlorene Orientierung in der Verkehrspolitik wiederzuerlangen und die Verkehrswende nicht bis zur Bundestagswahl im kommenden Jahr zu verschleppen. Für den Verband bedeutet das ein klares Bekenntnis zum Fahrradland Deutschland mit einer dementsprechenden finanziellen Berücksichtigung des Radverkehrs im Bundeshaushalt und einer zügigen Modernisierung des deutschen Straßenverkehrsrechts.

"Wir erwarten, dass schnellstmöglich der Vermittlungsausschuss angerufen wird, um die StVG-Reform zum Abschluss zu bringen", mahnte ZIV-Geschäftsführer Stork.

 

Batterieverordnung und Lastenradnorm sollen kommen

Auch europapolitisch erwartet man 2024 für die deutsche Fahrradindustrie ein spannendes Jahr. Neben der Implementierung der European Cycling Declaration sowie der anstehenden Veröffentlichung des Mobility Transition Pathway, an dem der ZIV intensiv mitgewirkt hat, befinden sich auch einige wichtige technische Regulierungen in der Erarbeitung bzw. Umsetzung. Zur europäischen Batterieverordnung werden Leitfäden sowie delegierte Rechtsakte erarbeitet.

Mit der neuen Maschinenverordnung wird künftig eine digitale Betriebsanleitung für Fahrräder zulässig sein, was den Nachhaltigkeitsgedanken stärkt, urteilt der Verband. Für die Personal Mobility Devices Directive finden Vorstudien statt, zu denen die Fahrradindustrie Input liefern werde, und erste Teile der Europäischen Norm für Lastenräder werden veröffentlicht. Vor allem finden im Juni 2024 Europawahlen statt, die den Bruch der laufenden Gesetzgebung bedeuten könnten, wie der Verband befürchtet.

Hersteller: Lager sind gut gefüllt

Wie eine Umfrage unter den Mitgliedern der Verbandes Ende 2023 ergab, rechnen die meisten deutschen Fahrradhersteller mit einer Verbesserung ihrer wirtschaftlichen Situation in der zweiten Jahreshälfte 2024. Unter den Komponenten- und Zubehörherstellern ist die Stimmung dagegen verhaltener. Sie leiden unter der schwachen Nachfrage seitens der Fahrradproduzenten, deren Lager aktuell gut gefüllt sind. Die meisten von ihnen rechnen aber für Anfang 2025 mit einer Verbesserung ihrer wirtschaftlichen Situation.

Fachkräftemangel auch in dieser Branche

Auch der anhaltende Fachkräftemangel ist und bleibt eine wesentliche Herausforderung für die deutsche Fahrrad- und Fahrradzubehörindustrie. Trotz dieser schwierigen Umstände zeigen sich die ZIV-Mitglieder insgesamt optimistisch, denn das Fahrrad bleibt ein sehr beliebtes Verkehrsmittel. Radfahren ist in der Gesellschaft stark verankert und gilt als wichtiger Beitrag zur Mobilitätswende.

"Fahrrad und E-Bike sind nicht aufzuhalten – mit den entsprechenden politischen Rahmenbedingungen stärkt man diese wichtige deutsche Industrie und würdigt ihre Bedeutung für den Innovationsstandort Deutschland und ihre große Beliebtheit in der Bevölkerung", appelliert Stork.

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