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ZF Technology Day: Spannende Fragen und Antworten

ZF-CEO Wolf Henning Scheider stand auf dem ZF Technology Day Rede und Antwort – und gab interessante Prognosen ab.

 

Der ZF-CEO Wolf-Henning Scheider stand Rede und Antwort. | Foto: G. Soller
Der ZF-CEO Wolf-Henning Scheider stand Rede und Antwort. | Foto: G. Soller
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Gregor Soller

ZF wird zum Vollsortimenter – vom hochintelligenten Rechner bis zur Hardware plant der Konzern künftig, eine komplette Produktpalette zu liefern. Trotzdem warf die Präsentation einige Fragen auf, die ZF-Chef Wolf-Henning Scheider aber nicht aus der Reserve locken konnten. Zum Thema Abgasskandal und Lieferumfang an FCA schwieg er eisern. Dafür ließ er sich zu den Zukunftsprognosen bezüglich elektrischem und autonomem Fahren durchaus einige Statements entlocken.

So zum Beispiel, dass man mit den elektrifizierten Antrieben sehr bald Geld verdienen werde und die E-Mobilität in den nächsten zehn bis 20 Jahren definitiv einen Teil der Gewinne von ZF beisteuern wird. Und zu den autonomen Shuttles der Tochter 2getthere muss klar sein, dass damit immer Geld verdient werde, denn sie würden nach konkreten Bedarfen hergestellt – auch wenn sie noch nicht im öffentlichen Verkehr fahren.

Hier rechnet Scheider nicht vor 2030 mit einer flächendeckenden Einführung und selbst das hält er noch für optimistisch. Doch man wolle keine Piloten, sondern Realität – und die bisher gelieferten 2getthere-Shuttles hätten eine Zuverlässigkeit von 99,7 Prozent. Den Einwand, dass diese nur in abgeschlossenen Gelände unterwegs sein, mit vorhersehbarem Verkehr, kennt er. Doch genau das seien die ersten Übungs- und Anwendungsfälle von autonomem Verkehr. Der seiner Meinung nach im Nutzfahrzeugsektor auch schneller kommen könnte, da hier viel öfter auf geschlossenem Gelände operiert würde:

„Denken Sie nur an die vielen Häfen, Lager- oder Fabrikgebäude – hier kann ein Lkw allein die vorgeschriebenen letzten Meter fahren, während der Fahrer seine Pause macht. Nach dem Auftrag übernimmt dieser den Lkw am Tor dann wieder und kann weiterfahren. Das ergibt ganz schnell einen Businesscase, der sich rechnet!“

Ansonsten warnt er, die Level autonomen Fahrens zu verwechseln: Level 2 oder 2+ sei schnell zu erreichen und bald auch für die Kompaktfahrzeuge für 1.000 Euro umsetzbar. Die obere Mittelklasse könnte man dann mit zusätzlichen Features anreichern und wäre immer noch im vierstelligen Bereich. Doch immer mit dem Fahrer in Verantwortung. Level 4 oder gar 5 gehen ins Geld: Beim e.GO Mover spräche man aktuell von 70.000 bis 100.000 Euro Aufpreis zum Fahrzeug hinzu. Entsprechend lange würde die Umsetzung in die breite Praxis hier einfach noch dauern.

Was bedeutet das?

Wolf-Henning Scheider bestätigt indirekt, was mehrere Quellen vermuten: So ganz disruptiv werden die neuen Techniken nicht kommen und die E-Mobilität lässt sich leichter und schneller darstellen als echt autonomes Fahren. Und wird in der breiten Masse noch gut zehn Jahre – oder länger – auf sich warten lassen.

 

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