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Zellfertigung in Deutschland rückt näher

Förderaufruf des Wirtschaftsministeriums folgen mehr als 30 Unternehmen, darunter Varta und BMW. Projektskizzen sollen jetzt "mit Hochdruck geprüft" werden.

Nicht nur die Verarbeitung zu Batterien wie hier bei Daimler, auch die Zellfertigung selbst soll in Deutschland angesiedelt werden. | Foto: Daimler
Nicht nur die Verarbeitung zu Batterien wie hier bei Daimler, auch die Zellfertigung selbst soll in Deutschland angesiedelt werden. | Foto: Daimler
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Johannes Reichel

Eine Batteriezellenfertigung für Elektro-Fahrzeuge in Deutschland ist ein Stück wahrscheinlicher geworden. Einem Förderaufruf des Bundeswirtschaftministeriums waren 30 Firmen gefolgt, darunter wohl auch Konsortien deutscher Firmen mit französischen und polnischen Partnern. Bekanntere Namen waren etwa Varta und BMW, die Fördergelder beantragen wollen. Der Bund hatte dafür eine Milliarde Euro an Zuschüssen in Aussicht gestellt. "Wir sind diesem Ziel einen großen Schritt näher gekommen", erklärte Bundeswirtschaftminister Peter Altmeier (CDU). Deutschland und Europa bräuchten eine "innovative und umweltschonende Batteriezellproduktion". Aus Altmeiers Sicht hätten Batterien eine "herausragende wirtschaftliche Bedeutung für die Elektromobilität und die Energiespeicherung im Rahmen der Energiewende". Im Automobilbereich machten Batteriezellen rund ein Drittel der Wertschöpfung aus, argumentierte er weiter für eine hiesige Zellfertigung.

"Unser Förderaufruf zum Aufbau einer Batteriezellproduktion ist ein voller Erfolg und spiegelt die Aufbruchsstimmung hierfür in der Industrie wider", befand der Minister.

Über 30 Unternehmen aus der gesamten Wertschöpfungskette hätten ihr Interesse hieran bekundet. Die Spanne reiche von Automobilherstellern und -zulieferern, Batterieherstellern, Chemie-Unternehmen bis hin zu Rohstoff- und Recyclingunternehmen, auch mit Unterstützung von Forschungsinstituten.

"Wenn wir gute Arbeitsplätze in der Industrie erhalten und neue schaffen wollen, müssen wir bei der innovativen Batteriezellfertigung führend sein.“

Die im zweistufigen Verfahren eingereichten Projektskizzen würden jetzt "mit Hochdruck geprüft", verspricht das Ministerium. Im Anschluss sollen die Unternehmen ihre Anträge in einer zweiten Stufe weiter konkretisieren. Dabei werde es auch um die Bildung von Konsortien gehen, meinte Altmeier. Parallel dazu wolle man die Förderung mit der Europäischen Kommission besprechen, damit "baldmöglichst mit Projekten begonnen werden kann".

Der Zulieferkonzern Bosch hatte sich im vergangenen Jahr von den Plänen für eine Batteriezellenfertigung verabschiedet aus Wirtschaftlichkeitserwägungen und eine marktrelevante Fertigung auf eine Investitionssumme von 20 Milliarden Euro taxiert. Daimler ist auf einem anderen Wege dabei, einen Verbund aus acht Batteriefertigungen auf drei Kontinenten zu schaffen und investiert hier eine Milliarde Euro in die Werke. Außerdem hat man sich für 20 Milliarden Euro den Zugriff auf Batteriezellen für die eigenen Automobile bis 2030 gesichert.

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