Yamaha: Wasserstoff-V8 für Toyota

In Japan wird das Thema E-Fuels weitergetrieben – unter anderem in einer Allianz mit den Partnern Mazda, Subaru und Toyota sowie den Motorrad-Herstellern Kawasaki und Yamaha. Letzterer hat jetzt einen Wasserstoff-V8 für Toyota entwickelt

Klassischer Aufbau, klassischer Sound: Yamahas Wasserstoff-V8. | Foto: Yamaha
Klassischer Aufbau, klassischer Sound: Yamahas Wasserstoff-V8. | Foto: Yamaha
Gregor Soller

Yamaha hat im Auftrag von Toyota einen V8-Motor entwickelt, der als Verbrenner mit Wasserstoff als Kraftstoff nutzt – es handelt sich hier also nicht um eine Brennstoffzelle und damit einen elektrischen Antrieb, sondern einen herkömmlichen „Verbrenner“. Der 5,0-Liter-V8 basiert auf dem gleich großen Benziner des Lexus RC F. Um Wasserstoff als Brennstoff zu nutzen, hat Yamaha unter anderem die Einspritzanlage modifiziert und die Zylinderköpfe sowie die Ansaugkrümmer angepasst. So soll der Wasserstoff-V8 bis zu 450 PS bei 6.800/min und maximal 540 Nm Drehmoment bei 3.600/min leisten. Zum Vergleich: Der Benziner im Lexus leistet 464 PS bei 7.100 Touren und 520 Nm bei 4.800 Umdrehungen – womit sich in Sachen Power keine Zugewinne realisieren lassen.

Yoshihiro Hidaka, Präsident von Yamaha Motor erklärt dazu:

„Motor steckt in unserem Firmennamen und wir haben dementsprechend eine große Leidenschaft für den Verbrennungsmotor. Wasserstoffmotoren haben das Potenzial, CO2-neutral zu sein und gleichzeitig unsere Leidenschaft für den Verbrennungsmotor am Leben zu erhalten."

Der Wasserstoff-Verbrennungsmotor läuft CO2-neutral und soll künftig noch weiteres Potenzial bieten: Die Verbrennung erfolgt schneller als bei vergleichbaren Benzinern, was zu einem deutlich besseren Ansprechverhalten führen soll und die Vibrationen sollen sich verringern. So soll die Rückmeldung auf den Gaspedaldruck steigen und der markante Klang des V8 natürlich erhalten bleiben. Wo der neue Wasserstoff-V8 zum Einsatz kommen könnte, verraten die Japaner noch nicht. Der Aufbau sieht jedoch nach Rennsportfahrzeug aus, wenngleich die Leistung dafür eher bescheiden ausfiele.

Auch Toyota selbst hat bereits einen Dreizylinder-Turbomotor im Yaris GR auf Wasserstoffbetrieb umgerüstet und bleibt auch der Brennstoffzelle im Mirai treu.  Yamaha will seinerseits bis 2050 die CO2-Neutralität erreicht haben.

Was bedeutet das?

Warum jetzt Yamaha den V8 für Toyota entwickelt, wird außen Stehenden nicht so ganz klar, wobei Yamaha neben Zweirädern und Marinemotoren immer wieder auch Rennmotoren entwickelt hat. Ob ein Wasserstoff-V8-Verbrenner wirklich die große Zukunft ist, sei dahingestellt: „Grün“ kann Wasserstoff nur aus überschüssiger Energie erzeugt werden, was den Wirkungsgrad schmälert, der im Verbrenner ohnehin nicht überragend ist. Man darf gespannt sein, welche Blüten die japanische Motorenkooperation künftig noch treiben wird.  

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