Xpeng Motors startet mit P7

Der norwegische Elektroauto-YouTuber Bjørn Nyland will erfahren haben, dass Xpeng Motors vielleicht noch 2020 nach Norwegen exportieren will. Zuerst den G3, 2021 soll der P7 dazukommen. Ein erster G3 wurde bereits auf Testfahrten in Oslo gesichtet.

Der P7 könnte ab 2021 auch nach Europa kommen. | Foto: Xpeng
Der P7 könnte ab 2021 auch nach Europa kommen. | Foto: Xpeng
Gregor Soller

Xpeng Motors expandiert weiter und nutzt dazu auch deutsche Technik: Das schlüssellose Zugangssystem entwickelten die Sicherheitsexperten von Giesecke und Devrient. In China startet mit der E-Limousine P7 jetzt das zweite Modell der Marke. Der P7 soll ab 229.900 Yuan (das sind knapp 29.950 Euro) nach Subventionen angeboten werden. Xpeng darf auch in den USA testen und plant unbestätigten Berichten zuolge auch einen baldigen Marktstart in Europa.  

Der P7 basiert auf einer von Xpeng Motors selbst entwickelten E-Plattform namens SEPA (Smart Electric Platform Architecture), die bald weitere Modelle hervorbringen könnte. Mit 4,88 Meter Länge bei knapp drei Meter Radstand platziert Xoeng den P7 ziemlich genau zwischen Teslas Model 3 und S in der oberen Mittelklasse. Dabei lässt man auch in Sachen High-Tech nichts anbrennen: Der P7 soll das erste Modell in China mit autonomen Fahrfunktionen nach Level 3 werden. Das System basiert auf dem „Drive Xavier“ von Nvidia. Xpeng nennt seine Fahrhilfen „XPILOT“. Die Basisversion des P7 startet mit der aktuellen Version, dem „XPILOT 2.5“, optional wird man aber auch den neueren „XPILOT 3.0“ anbieten. Hier holte man sich Hilfe von Nvidia. Dank Nvidia können offenbar auch beide Assistenzsysteme gleichzeitig betreiben werden, wodurch sich zumindest einige doppelt absichern lassen. Für das autonome Fahrsystem nutzt der P7 Kameras und neuartige Millimeterwellen-Radarsensoren, die laut Xpeng auch Objekte in 200 Meter Entfernung erfassen können. Dabei will man eine Genauigkeit bieten, die es so noch nicht gab. Hier merkt man auch den Anspruch der Marke, die sich Tesla als Vorbild genommen hat.

Das spiegelt sich auch in den Antriebsoptionen wider: Es gibt drei Varianten. Die beiden Hecktriebler verfügen über einen 196 kW starken E-Motor an der Hinterachse und unterscheiden sich bei der Akkukapazität: „Long-Range“ bedeutet 70,8 kWh, „Super-Long-Range“ 80,0 kWh Energiegehalt. Letzterer soll nach NEFZ bis zu 706 Kilometer Reichweite bieten, von denen reell nach unseren Einschätzungen 400 Kilometer plus x übrig bleiben dürften. Topmodell ist die Performance-Allrad-Version, die noch eine 120 kW starken E-Maschine an der Vorderachse mitbringt. Von 0 auf 100 km/h soll es in 4,3 Sekunden gehen, wo die Hecktriebler 6,7 Sekunden benötigen. Die NEFZ-Reichweite des Allrad-Modells gibt Xpeng nicht an –  aber das Portal „InsideEVs“ schätzt sie auf rund 600 Kilometer, was in der Realität gut 300 Kilometer plus x ein dürften.

Per Schnellladesystem sollen die Akkus in rund 30 Minuten von 30 auf 80 Prozent geladen werden können – das entspräche einer durchschnittlichen Ladeleistung von 80 kW – insofern könnte der P7 bis zu 100 kW maximale Ladeleistung vertragen.

Auch innen unterscheiden sich die Varianten: Das große „intelligente audiovisuelle Cockpit“ ist nur beim Allrad-Topmodell serienmäßig an Bord. Dabei handelt es sich um ein 10,25-Zoll-Display für den Fahrer, das nahtlos in den knapp 15 Zoll großen Touchscreen der Mittelkonsole übergeht. Die Pressefotos zeigen ausschließlich diese Version. Wie Xpeng die Basis aussieht und wo Xpeng hier spart, lässt sich noch nicht sagen.

Die Auslieferungen an Kunden sollen noch im Juni starten. Das Heckantriebs-Modell gibt es ab den genannten 229.900 Yuan, das Allrad-Modell startet ab 349.900 Yuan (das wären knapp 45.560 Euro). In China hat Xpeng nach eigenen Angaben 113 Stores in 57 Städten und 73 Service-Center in 52 Städten. Der Fokus der Marke liegt zumindest jetzt noch auf dem Heimatmarkt, doch man „beobachte“ eventuelle Exportmärkte wie Europa und da insbesondere Norwegen genau.

Was bedeutet das?

Noch vor zwei Jahren fand man den Namen befremdlich, mittlerweile hat Xpeng „geschossen“, respektive geliefert. Dem SUV G3 hat man mit dem P7 eine durchaus elegante Elektro-Limousine zur Seite gestellt, die neben ihrer Optik auch mit inneren Werten Punkten kann und das Alles zu sehr erschwinglichen Preisen. Insofern wäre sich auch für europäische Kunden und Dienstwagenflotten interessant.  

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