Xpeng Motors kauft Foday und testet in den USA

In China werden die Produktionen langsam wieder hochgefahren. Start-ups wie Xpeng verstärken sich über Zukäufe und beginnen Tests in künftigen Exportmärkten.

Xpeng testet die autonomen Fahrfunktionen des P7 jetzt auch in den USA. | Foto: Xpeng
Xpeng testet die autonomen Fahrfunktionen des P7 jetzt auch in den USA. | Foto: Xpeng
Gregor Soller

Der 2014 gegründete Hersteller Xpeng ist in Deutschland nicht präsent – gleichwohl nutzen die Chinesen digitale Schließtechnik, die Giesecke + Devrient entwickelt hat. Mit Xpeng scheint G+D einen soliden Kunden zu haben, denn Xpeng hat sich über die Tochtergesellschaft Zhaoqing New Energy Investment Company Ltd.  übernahm man den E-Autohersteller Foday aus Guangdong. Verschiedenen Medienberichten will Xpeng sich so zusätzliche Produktionskapazitäten schaffen. Dahinter steckt auch eine erste Rationalisierungswelle bei Xpeng: So sollen durch die Übernahme auch die Supply-Chain-Management-Prozesse von Xpeng rationalisiert werden. Außerdem kann man so die Produktentwicklung und die Produktion selbst rationalisieren.

Auch Xpeng gehörte zu den Herstellern, die im ersten Schritt keine eigene Produktion hatten. Stattdessen ließ man bei der FAW-Tochter Haima fertigen. Haima profitiert wiederum vom FAW-Know-How aus der Kooperation mit VW. Deshalb plant Xpeng auch, künftig weiter mit Haima zusammenzuarbeiten. In der Anlaufphase von E-Auto-Start-Ups nutzten viele Newcomer in China externe (sehr großzügig geplante und deshalb teils schwach ausgelastete) Produktionskapazitäten. Staatliche Förderungen fließen jetzt aber nur noch in eigene Fertigungen respektive die Schaffung von Arbeitsplätzen. Das Kapital für die Übernahme besorgte sich Xpeng bei einer Investmentrunde im November 2019, in der man umgerechnet rund 400 Millionen US-Dollar einsammeln konnte.

Xpeng positioniert sich selbst als Premiumhersteller und scheint damit trotz spätem Markteinstieg vergleichsweise erfolgreich zu sein. Das Unternehmen vermeldete jüngst: „Xpeng Motors ist in einem gesunden Zustand ist und die Transaktion wird keinen größeren Druck auf die Finanzierungsfähigkeit ausüben.“

Desweiteren plant Xpeng erste Tests auch in den USA, wie Dr. Xinzhou Wu, President für autonomes Fahren bei Xpeng Motors erklärt:

„Tests auf den Straßen in den USA werden die enorme Anzahl von Tests ergänzen, die wir bereits in China durchgeführt haben. Dies ist ein weiterer Schritt nach vorn für unseren F & E-Ansatz mit geschlossenem Regelkreis für autonomes Fahren, einschließlich der Entwicklung von Fähigkeiten zur Fahrzeugentwicklung in allen Szenarien inklusive Positionierung, Planung, Entscheidungsfindung, Test und Upgrading. Nur so können wir unseren langfristigen Wettbewerbsvorteil aufrechterhalten.“

Was bedeutet das?

Auch in China trennt sich die Spreu vom Weizen: Der Markt wird sich in den nächsten Jahren konsolidieren und die Exporte werden vorangetrieben werden. Aktuell scheint sich China vom Corona-Virus deutlich schneller zu erholen als die restliche Welt, weshalb Unternehmen wie Xpeng ihre Planungen unbeirrt weiter vorantreiben.

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