Xpeng: Der G9 geht in den Verkauf und setzt Maßstäbe

Mit dem G9 will Xpeng eine große internationale Expansion starten: In China wird das Modell für 309.900 bis 469.900 Yuan angeboten, was umgerechnet derzeit rund 44.500 bis 67.500 Euro entspricht

 

MIt dem G9 schafft es Xpeng tatsächlich Maßstäbe zu setzen - vor allem bei der Ladegeschwindigkeit. | Foto: Xpeng
MIt dem G9 schafft es Xpeng tatsächlich Maßstäbe zu setzen - vor allem bei der Ladegeschwindigkeit. | Foto: Xpeng
Gregor Soller

Xpeng konnte sich in China gut als Premiummarke etablieren – mit reduziertem Design und hochwertiger Technik. Die bringt auch der G9 mit, den Xpeng „am schnellsten ladendes Serien-SUV der Welt“ bezeichnet. Der G9 misst 4,89 Meter Länge, 1,94 Meter Breite und 1,68 Meter Höhe und ist bis zu 200 km/h schnell. Die Allradler sollen ein spezielles Luftfedersystem bieten. Dazu sollen starke Software und Fahrassistenz kommen. Bei letzterem spricht das Unternehmen vom Fahrerassistenzsystem „XNGP“. In der X-Version des G9 basiert dieses auf zwei Nvidia-Chips, die eine Rechenleistung von 508 TOPS (Billionen Rechenoperationen pro Sekunde) haben, 31 Sensoren, einer Frontkamera sowie an der Vorderseite angebrachte Dual-LiDAR-Sensoren.

Extrem schnelle Ladezeiten

Der G9 steht auf einer 800 Volt Plattform mit Siliciumcarbid-Technik nutzt. Das vom Xpeng als „XPower 3.0“ bezeichnete System soll so sehr hohe Ladeleistungen bis zu 480 kW (600 Ampere bei 800 Volt) bieten, um in nur fünf Minuten Strom für bis zu 200 Kilometer nachzuladen – nach chinesischem Standard. Trotzdem ist das eine Ansage. Das entspreche das Aufladen der Batterie von 10 auf 80 Prozent SoC in 15 Minuten. Selbst wenn es in der Praxis nicht ganz so schnell geht, gehört der G9 damit zu den „Schnellladern“.

Starke Antriebe, hohe Reichweiten

Das Programm wird breit gefächert in je drei ein- und zweimotorigen Varianten. Die Modelle mit Hinterradantrieb kommen laut Xpeng auf eine Leistung von 230 kW und beschleunigt in 6,4 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Die zwei Standard-Varianten mit Heckantrieb (RWD 570G und RWD 570E) sollen 570 km nach chinesischem Standard bieten, eine Long-Range-Version (RWD 702E) gut 700 km weit kommen. Real dürften also 500 km plus minus X übrig bleiben. Die Akkukapazität nennt Xpeng leider nicht. Die beiden Standard-Versionen dürften sich bei der Ausstattung unterscheiden. Die drei Allrad-Varianten erhalten zu demselben 230-kW-Heckantrieb noch einen E-Motor an der Vorderachse mit 175 kW, was sich auf 405 kW summiert. Das Drehmoment beträgt üppige 717 Nm. Die Reichweite soll bei allen drei mit 650 km nach chinesischem Standard identisch sein. Ebenso die Beschleunigung von 3,9 Sekunden auf 100 km/h. 650E Performance sowie 650X Performance und die Launch Edition 650X unterscheiden sich laut der Mitteilung beim Vernetzungsgrad.

Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal der Varianten dürfte die Ladeleistung sein. Denn nicht alle Varianten werden mit 4C laden und so auf die oben genannten 15 Minuten zum Aufladen von 10 auf 80 Prozent SoC kommen. Die „3C-Standardversion kann in 20 Minuten von 10-80 % aufladen“, teilt Xpeng mit. He Xiaopeng, CEO und Chairman von Xpeng, erklärt:

„Der G9 ist der weltweit schnellste SUV in Großserie und verfügt über das erste Fahrerassistenzsystem der Branche, das alle Szenarien abdeckt. Hinzu kommen eine Zweikammer-Luftfederung und eine luxuriöse Smart-Kabine, die ein bahnbrechendes 5D-Musik-Erlebnis namens Xopera bietet. Der G9 ist eine Verschmelzung vieler technischer Innovationen in einem eleganten Design und markiert einen bedeutenden Meilenstein nach acht Jahren Engagement“

Xiaopeng will mit dem G9 nicht weniger als den neuen Maßstab für intelligente Elektrofahrzeuge setzen und damit „den letzten Schritt vor der Verwirklichung wirklich autonomer Fahrzeuge“ gehen. Die ersten Lieferungen in China sollen im Oktober erfolgen.

Was bedeutet das?

Mit dem G9 hat Xpeng ein starkes SUV im Angebot, dass auch den anderen Premiummarken Druck machen dürfte. Man darf gespannt sein, wie die Detailpläne für Europa aussehen.

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