Wuppertaler Wasserstoffbusse schaffen Kostenparität zum Diesel

Die Wuppertaler Stadtwerke schaffen den Sprung zur Rentabilität der Technologie und errichten eine zweite Wasserstofftankstelle.

Die WSW mobil hat weitere zehn Wasserstoffbusse bestellt, diesmal vom polnischen Hersteller Solaris. (Foto: Stefan Tesche-Hasenbach)
Die WSW mobil hat weitere zehn Wasserstoffbusse bestellt, diesmal vom polnischen Hersteller Solaris. (Foto: Stefan Tesche-Hasenbach)
Johannes Reichel
von Claus Bünnagel

Ein Jahr nach Aufnahme des Regelbetriebs ziehen die Wuppertaler Stadtwerke WSW eine positive Bilanz. 

Im Betrieb kosten die Wasserstoffbusse schon jetzt nicht mehr als Dieselbusse und haben auch bei Tiefsttemperaturen im vergangenen Winter ihre Zuverlässigkeit unter Beweis gestellt. (Vorstandsvorsitzender Markus Hilkenbach)

Vor diesem Hintergrund bauen die WSW ihre Wasserstoffinfrastruktur aus. Im Betriebshof Varresbeck im Wuppertaler Westen ist eine eigene Wasserstofftankstelle in Planung. Auf die europaweite Ausschreibung haben sich namhafte nationale und internationale Unternehmen beworben. 

Die zweite Tankstelle macht unsere wachsende Wasserstoffflotte im Einsatz flexibler. (WSW-mobil-Geschäftsführer Ulrich Jaeger)

Wasserstoff aus Müll

Das Wasserstoffprojekt der WSW mobil GmbH startete im Juni 2020. Die Fahrzeuge werden mit Wasserstoff betankt, der aus dem Müll der Wuppertaler Bürger gewonnen wird. Der Wasserstoff wird in einem Elektrolyseur der WSW-Konzerntochter AWG produziert, der mit Strom aus dem Müllheizkraftwerk Korzert betrieben wird. Aktuell sind zehn Busse des belgischen Herstellers Van Hool im Einsatz. Sie fahren je nach Linie Umlauflängen von bis zu 280 km täglich.

Wichtig für die langfristige wirtschaftliche Betrachtung der Flotte ist neben der Wartungsintensität der Kraftstoffverbrauch. Während in den Sommermonaten rund 8 kg/100 km verbraucht wurden, stieg die Zahl am kältesten Wintertag bei –16°C auf über 10 kg. Im Jahresdurchschnitt verbrauchten die Busse 8,7 kg/100km. 

Durch die CO2-Abgabe erreichen wir damit schon in diesem Jahr bei den Tankkosten Dieselniveau." (Jaeger)

400 km Reichweite

Auch die technische Verfügbarkeit sei auf dem Niveau modernster Dieselbusse. 

Mit ihrer Reichweite von 400 km und dem zügigen Auftanken seien die Wasserstoffbusse batterieelektrischen Pendants deutlich überlegen. Für eine Marktdurchdringung hofft Hilkenbach auf eine deutliche Preisdegression bei der Fahrzeugbeschaffung. 

Innerhalb der vergangenen zwölf Monate sind die Preise um rund 10 % gesunken. Bei steigenden Stückzahlen aber erwarten wir einen noch deutlich höheren Rückgang.

Bis Ende des Jahres verdoppeln die WSW ihre Wasserstoffbusflotte mit zehn weiteren Null-Emissions-Fahrzeugen des polnischen Hersteller Solaris.

Das Wasserstoff-Projekt „H2W“ von WSW und AWG wird durch die EU-Förderprogramme Jive, Mehrlin und Jive2, das Förderprogramm des Bundes NIP2 sowie durch das Land NRW mit VRR-Mitteln unterstützt.

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