Weltraumtourismus: Space-X - CO2-Ausstoß wie 100 Transatlantik-Flüge

Die jüngste Mission des Milliardärs und Tesla-Gründers Elon Musk unterminiert alle Bemühungen um Emssionsminderung bei erdgebundenen Fahrzeugen. Der Raketenstart emittierte nach Expertenangaben 380 Tonnen CO2 pro Passagier, so viel wie 100 Transatlantikflüge. Wissenschaftliche Erkenntnis überschaubar.

Und Abflug! Die hohen Emissionen der Raketenstarts spielen bei der Faszination der initiierenden Milliardäre für die Raumfahrt keine Rolle. Das DLR hat jetzt berechnet, wie immens der Ausstoß ist. | Foto: Space-X
Und Abflug! Die hohen Emissionen der Raketenstarts spielen bei der Faszination der initiierenden Milliardäre für die Raumfahrt keine Rolle. Das DLR hat jetzt berechnet, wie immens der Ausstoß ist. | Foto: Space-X
Johannes Reichel

Wenn es einen Beweises bedurft hätte, dass Elon Musk zwar ein begnadeter Selbstdarsteller, Fundraiser und visionärer Entrepreneur ist, aber keinesfalls ein Weltrettungs- und Umweltmissionar, dann könnte der jüngste Start der Space-X-Mission einen solchen liefern. Die sogenannte "Inspiration 4"-Mission mit der vierköpfigen Crew aus Privatleuten emittierte alleine beim Start laut Berechnungen des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) 380 Tonnen CO2. Das enspricht pro Weltraumtourist etwa 100 Transatlantikflügen von Zürich nach New York. Zudem verweist das "Australian Centre for Space Engineering Research" auf die zerstörende Wirkung auf die Ozonschicht, die von den diversen Raketen ausgeht.

Für das nächste Jahr sind weitere Missionen mit entsprechend solventen Astronautan an Bord geplant, von Nasa, Space-X und Axiom Space, mit denen Vertreter auf die ISS entsendet werden sollen. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse der Missionen gelten als höchst zweifelhaft und überschaubar. Harsch urteilte etwa das Wissenschaftsmagazin Science über "überflüssige und gefährlichen Denkmälern für die Egos der Oligarchen" und forderte eine Verstaatlichung "weltraumvermüllender" Privatunternehmen wie der Milliardäre Jeff Bezos, Richard Branson oder Elon Musk.

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