Wels: Probelauf für einen Solaris Urbino 12 hydrogen

Im Rahmen des Mobilitätsprojektes Hydro-Motion wird der Brennstoffzellenbus des polnischen Busbauers bis zum 20. August seine Testrunden in der oberösterreichischen Stadt drehen – betankt wird er mit 100 % lokal produziertem, grünem Wasserstoff.

Der Solaris Urbino 12 hydrogen wird täglich mit lokal produziertem grünen Wasserstoff aus Solarstrom des österreichischen Unternehmens Fronius betankt. (Foto: Land OÖ, Wolfsteiner)
Der Solaris Urbino 12 hydrogen wird täglich mit lokal produziertem grünen Wasserstoff aus Solarstrom des österreichischen Unternehmens Fronius betankt. (Foto: Land OÖ, Wolfsteiner)
Redaktion (allg.)
von Martina Weyh

Hydro-Motion heißt das Mobilitätsprojekt, bei dem das Land Oberösterreich, die Stadt Wels, das Unternehmen Fronius, Solaris sowie die Verkehrsbetriebe Wels Linien, SAB Tours und OÖVV zusammenarbeiten und vom 10. bis zum 20. August einen Solaris Urbino 12 hydrogen im Linieneinsatz auf Herz und Nieren erproben.

„Ich freue mich sehr, dass Solaris-Busse auf immer größeres Interesse seitens österreichischer Verkehrsbetreiber stoßen. Nun dürfen wir unseren Wasserstoffbus ein weiteres Mal in Österreich vorstellen. Die Zukunft der Mobilität ist emissionsfrei und dank der Wasserstofftechnologie können exzellente Leistungsparameter erreicht werden. Das Engagement des Landes Oberösterreich, das für die Präsentation des Vorführfahrzeugs den Einwohnern der Region zuständig war, ist ein anschauliches Beispiel für die aktive Erhöhung des Bewusstseins im Bereich alternativer Antriebe im ÖPNV.“ (Anna Mejer, General Manager von Solaris Austria)

Grüner Wasserstoff von Fronius im Einsatz

Betankt wird der Brennstoffzellenbus täglich mit rund 13 kg Wasserstoff des österreichischen Energiespezialisten Fronius. Der sogenannte Solhub des Unternehmens am Firmenstandort für Forschung und Entwicklung in Thalheim bei Wels produziert lokal grünen Wasserstoff aus Solarstrom. Der Tankvorgang dauert rund 15 Minuten – abhängig von den Einsatzbedingungen soll eine Füllung für mindestens 160 km Reichweite sorgen, Bushersteller Solaris gibt die mögliche Tagesreichweite bei vollem Tank mit 400 km an.

„Wir freuen uns, Teil dieses einzigartigen Projektes zu sein. Mit dem Solhub bieten wir eine schlüsselfertige Komplettlösung an, welche es ermöglicht, lokal, grünen Wasserstoff herzustellen und diesen für die Betankung von Brennstoffzellenfahrzeugen zu nutzen. Damit ist uns ein weiterer Schritt in der Umsetzung unserer Vision 24 Stunden Sonne gelungen. Der Solhub birgt sowohl für Unternehmen als auch für Kommunen ein enorm hohes Potential. Beide haben eine Schlüsselfunktion bei der Gestaltung und Realisierung der Energieversorgung von morgen.“ (Martin Hackl, Global Director der Business Unit Solar Energy, Fronius International GmbH)

Zukunftsweisend

Für Fronius steht beim Projekt Hydro-Motion zwei Aspekte im Vordergrund – zum einen Bewusstsein für die Notwendigkeit von lokal erzeugtem, grünem Wasserstoff zu schaffen und zum anderen die Praxistauglichkeit unter Beweis zu stellen. Man wolle im Testlauf zeigen, „dass die Technologie funktioniert und bereits alltagstauglich ist“.

Was bedeutet das?

Auch Solaris sieht in der Wasserstofftechnologie nicht nur eine Lösung für die Zukunft. Denn immer mehr europäische Betreiber würden ihre Flotten um das Modell Urbino hydrogen erweitern. Seit der Premiere des Wasserstoffbusses im Jahr 2019 habe der Busbauer bereits Aufträge aus Deutschland, Italien, Österreich, den Niederlanden und Schweden erhalten. Marktprognosen zufolge werden wasserstoffbetriebene Busse bis 2030 laut Solaris "einen wesentlichen Teil der europäischen Busflotte" ausmachen.

Printer Friendly, PDF & Email