Wasserstoffbusse für Weimar

Die Goethestadt setzt bei der Verkehrswende auf grünen Wasserstoff im ÖPNV – rund 3 Mio. Euro an Fördergeldern vom Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz fließen in das H2-Projekt.

Verkehrswende mit H2-Bussen – das ist der Plan in Weimar. Den symbolischen Scheck über 3 Mio. Euro an Fördermitteln für das ambitionierte Gemeinschaftsprojekt überreichte Thüringens Energieministerin, Anja Siegesmund. (Foto: Ministerium für Umwelt, Energie & Naturschutz)
Verkehrswende mit H2-Bussen – das ist der Plan in Weimar. Den symbolischen Scheck über 3 Mio. Euro an Fördermitteln für das ambitionierte Gemeinschaftsprojekt überreichte Thüringens Energieministerin, Anja Siegesmund. (Foto: Ministerium für Umwelt, Energie & Naturschutz)
Redaktion (allg.)
von Martina Weyh

Die Stadtwerke Stadtversorgungs-GmbH Weimar (SW), die Thüringer Energie AG (TEAG), die Stadtwirtschaft Weimar GmbH und die Bauhaus-Universität Weimar starten das Gemeinschaftsprojekt „grüner Wasserstoff für den Nahverkehr Weimar“, das vom Thüringer Energieministerium mit 3 Mio. Euro bezuschusst wird.

Das H2-Mobilitätsprojekt in Weimar ist die erste Kooperation von kommunalen Versorgungsunternehmen in Thüringen in Sachen Wasserstoff-Infrastruktur.

„Mit Höchsttempo raus aus teuren fossilen Energien, rein in saubere innovative Technik und erneuerbare Energien aus der Region. Das ist der richtige Weg. Hier, wie überall in Thüringen, geht es um emissonsfreien und klimafreundlichen Nahverkehr. Das ist gut für die Umwelt und gut für die Menschen in Stadt und Land“, so Thüringens Energieministern Anja Siegesmund bei der Übergabe des Förderbescheids am vergangenen Dienstag (29. März).

Ein weiterer Förderbescheid des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur in Höhe von 1,25 Mio. Euro zur Errichtung des Wasserstoffelektrolyseurs liegt bereits vor.

Die Planung

Die unterzeichnete Absichtserklärung sieht vor, dass der Wasserstoffelektrolyseur sowie eine H2-Tankstelle auf dem Gelände der SW Weimar in der Industriestraße entstehen sollen. Der Elektrolyseur wird ausschließlich mit grünem Strom betrieben, um in der Folge grünen Wasserstoff zu gewinnen. Für die Grünstromerzeugung plant die TEAG auf Flächen der SW Weimar zudem den Bau einer Photovoltaikanlage. Vorgesehen ist zusätzlich die Nutzung der Abwärme des Elektrolyse-Prozesses zur Reduktion des fossilen Brennstoffeinsatzes zur Wärmeerzeugung vor Ort.

Für die Stadtwerke Weimar ist der Einstieg in die wasserstoffbasierte Mobilität ein erster Schritt für eine Loslösung von Antriebskonzepten auf Erdöl- bzw. Mineralölbasis fossiler Herkunft.

„Wir wollen sehen, wie sich die Anforderungen an Fahrzeuge des ÖPNV-Fuhrparks und der Stadtwirtschaft mit Wasserstoff als Energiequelle bewältigen lassen“, so Jörn Otto, Geschäftsführer der SW Weimar. „Perspektivisch könnten dann ganze Flotten mit ausdrücklich grünem Wasserstoff unterwegs ein."

Für TEAG-Vorstandssprecher Stefan Reindl ist grüner Wasserstoff der Energieträger der Zukunft, der das Problem der fehlenden Speichermöglichkeit von Öko-Strom lösen könne. Darüber hinaus funktioniere mit Wasserstoff die sogenannte Sektorenkopplung hervorragend.

„Hier in Weimar installieren wir mit unserem H2-Projekt eine Mobilitätslösung für kommunalen Stadtverkehr. Der Wasserstoff kann aber auch in der Wärmeerzeugung für Wohnungen, zur Stromerzeugung oder als Prozessenergie in der Wirtschaft eingesetzt werden“, so Reindl.

Zudem sei Wasserstoff ganz aktuell ein Weg, um sich mittelfristig von Energieimporten insbesondere aus Russland zu lösen ist der TEAG-Vorstandssprecher überzeugt.

Wissenschaftliche Begleitung durch die Bauhaus-Universität Weimar

Die Bauhaus-Universität bringt ihre Expertise u.a. bei der Labor-Simulation der Fahrweise des Elektrolyseurs ein. Eine Zusammenarbeit auf dem Gebiet umweltfreundlicher Mobilität besteht mit der Weimarer Hochschule bereits seit geraumer Zeit. So beruht der Ausbau des kommunalen Ladenetzes für E-Mobile in Thüringen seit 2017 auf Verkehrsflussplanungen der Fachleute der Bauhaus-Universität.

Was bedeutet das?

Zwar haben viele Unternehmen und sogar Bahnhersteller dem Thema Wasserstoff eine Absage erteilt, doch die Zeit, von den "Fossilen" wegzukommen drängt mehr denn je, weshalb das Projekt in Weimer ein spannender Ansatz ist!

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