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Wasserstoff-Flugzeuge ab 2035 laut T&E Studie wirtschaftlich attraktiver als herkömmliche Modelle

H2-Flugzeuge könnten schon ab dem Jahr 2035 eine kostengünstigere Alternative zu herkömmlichen Flugzeugen sein könnten. Die Resultate der Studie verdeutlichen zudem die immense Bedeutung einer angemessenen Besteuerung von Kerosin sowie der Einführung einer CO2-Bepreisung.

Airbus hat bereits drei Prototypen vorgestellt, die mit Wasserstoff betrieben werden.| Foto: Airbus
Airbus hat bereits drei Prototypen vorgestellt, die mit Wasserstoff betrieben werden.| Foto: Airbus
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Thomas Kanzler

Um umweltfreundliche Technologien wie Wasserstoff-Flugzeuge zu fördern und voranzutreiben bedarf es laut der Studie aber gezielter politische Maßnahmen. Im Rahmen einer wirtschaftlichen Studie, die von T&E in Auftrag gegeben wurde, wurden die zukünftigen Betriebskosten von Wasserstoff-Flugzeugen auf inner-europäischen Flügen von der Forschungsgruppe Steer untersucht.

T&E – unabhängiger Think Tank für verkehrspolitische Fragen

Transport and Environment ist die Dachorganisation von nichtstaatlichen europäischen Organisationen, die sich für einen nachhaltigen Verkehr einsetzen. Die 53 Mitgliedsorganisationen kommen aus 24 Ländern. Der Sitz von T&E Deutschland ist in Berlin.

Die Ergebnisse zeigen, dass Wasserstoff-Flugzeuge eine äußerst effiziente und kostengünstige Möglichkeit zur Dekarbonisierung des Luftverkehrs darstellen können. Airbus, als Pionier auf diesem Gebiet, hat bereits drei Konzepte für Wasserstoff-Flugzeuge vorgestellt, muss jedoch noch beweisen, dass der geplante Starttermin im Jahr 2035 realisierbar ist.

Aussagen in diesem Video müssen nicht mit der Meinung der Redaktion übereinstimmen.

Markanreize notwendig, um Wasserstoff attraktiver zu machen

Dennoch äußerte T&E Bedenken hinsichtlich des grünen Investitionslabels für emissionsfreie Flugzeuge und bezweifelt, dass Airbus eine ausreichende Anzahl dieser Flugzeuge verkaufen kann. Um sicherzustellen, dass Airbus sein Versprechen einhalten kann, bis 2035 ein Wasserstoff-Flugzeug zu entwickeln, müssen umfassende Maßnahmen ergriffen werden, um einen Markt für emissionsfreie Flugzeuge zu schaffen. Dies schließt die Besteuerung fossiler Flugzeugtreibstoffe und die Festlegung von Vorschriften für emissionsfreie Flugzeuge in der Zukunft ein.

Produktion von grünem Wasserstoff noch teuer

Die Studie beleuchtet auch die Kosten und Herausforderungen bei der Entwicklung von Wasserstoff-Flugzeugen. Im Jahr 2050 würden die Gesamtkosten für den Einsatz dieser Technologie im inner-europäischen Luftverkehr laut der Studie rund 299 Milliarden Euro betragen. Lediglich 5 Prozent dieser Kosten entfallen auf die Entwicklung der Flugzeuge selbst. Den Großteil der Ausgaben (54 Prozent) machen die Produktion von grünem Wasserstoff aus, gefolgt von den Kosten für die Verflüssigung des Wasserstoffs (23 Prozent), den Ausbau der Wasserstoff-Infrastruktur an Flughäfen (12 Prozent) und die Verteilung des Treibstoffs (6 Prozent).

Trotz einer geringeren Energiedichte im Vergleich zu Kerosin könnten Wasserstoff-Flugzeuge eine durchaus praktikable Alternative zur Dekarbonisierung von regionalen und Kurzstreckenrouten darstellen. Gerade diese Strecken sind für etwa die Hälfte der Luftfahrt-Emissionen in Europa verantwortlich.

Weitere grüne Kraftstoffe

Die Dekarbonisierung der Luftfahrt erfordert eine Vielzahl von Lösungen. Neben Wasserstoff-Flugzeugen spielen auch grüne Kraftstoffe und die Reduzierung der Nachfrage eine entscheidende Rolle. Um den Erfolg von Wasserstoff-Flugzeugen im kommenden Jahrzehnt sicherzustellen, bedarf es einer aktiven Regulierung und Investitionen. Die Europäische Union sollte laut T&E einen Teil der Einnahmen aus der Kohlenstoff- und Kerosinsteuer für grüne Technologien wie emissionsfreie Flugzeuge und saubere Kraftstoffe reservieren.

Was bedeutet das?

Die Studie von T&E verdeutlicht das immense Potenzial von Wasserstoff-Flugzeugen zur Dekarbonisierung des Luftverkehrs. Mit den richtigen politischen Maßnahmen und Anreizen könnten sie ab 2035 nicht nur umweltfreundlicher, sondern auch wirtschaftlich attraktiver sein als herkömmliche Modelle. Um diese grüne Technologie erfolgreich einzuführen, ist jedoch eine aktive Unterstützung seitens der Regierungen und der Luftfahrtindustrie unerlässlich.

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