Werbung
Werbung

VW vergibt Scout-Entwicklung an Magna

Magna hat vom Volkswagen-Konzern einen 450 Millionen Euro-Auftrag erhalten haben, um die beiden geplanten Scout-Elektromodelle für die US-Marke zu entwickeln Einen entsprechenden Bericht der Plattform „Kleine Zeitung“ bestätigte Magna auf Anfrage der österreichischen Nachrichtenagentur APA.

Mutig: Bis auf diese Skizzen existiert vom Scout noch nichts - und VW hat keine Plattform für die Stand-Alones in den USA (und Nord- sowie MIttelamerika). Jetzt soll Magna sie konstruieren - 2026 sollen sie in Serie gehen! | Foto: Volkswagen
Mutig: Bis auf diese Skizzen existiert vom Scout noch nichts - und VW hat keine Plattform für die Stand-Alones in den USA (und Nord- sowie MIttelamerika). Jetzt soll Magna sie konstruieren - 2026 sollen sie in Serie gehen! | Foto: Volkswagen
Werbung
Werbung
Gregor Soller

VW vergibt die Scout-Entwicklung nach außen: Derr Konzern erwarb die Rechte am Markennamen Scout, einem Geländewagen des ehemaligen US-Herstellers International Harvester zurückgeht, mit der Übernahme der Lkw-Marke Navistar im Jahr 2020. International Harvester produzierte Landmaschinen, Lkw und Pkw. Die Lkw-Sparte wurde dann als International Navistar weitergeführt, der Pkw Scout wurde bis 1980 produziert und hat bis heute eine große Fanbase. Weshalb der VW-Konzern versucht, sich mit „Scout“ in den USA ein zweites Standbein im Bereich der elektrischen Midsize-SUV und –Pick-Ups zu schaffen.

Die beiden Stromer werden jetzt bei Magna in Graz und den USA entwickelt. Der Produktionsbeginn ist für Ende 2026 geplant. Magna war zuvor auch für die Produktion der Scout-Modelle im Gespräch, aber Volkswagen will dafür ein eigenes Werk im Bundesstaat South Carolina errichten. Dieses Werk soll nur die neue alte Marke Scout produzieren, zwischenzeitlich wurde auch spekuliert, dort Audi-Modelle zu montieren. Audi wird von der „Kleinen Zeitung“ als Technologielieferant des Projekts bezeichnet. Was die Ingolstädter an Technologie beisteuern sollen und wie das mit Magna koordiniert wird, blieb allerdings offen.

VW-Problem: Die leichten Nutzfahrzeuge verschob man an Ford

Das Problem des VW-Konzerns: Man verschob alle Kompetenzen in der Sparte der leichten Nutzfahrzeuge an Ford: Der Pick-Up Amarok ist ein Ford Ranger, der neue T7 als Nutzfahrzeug basiert auf dem Ford Transit Custom und der Crafter könnte in der nächsten Generation perspektivisch vom großen Transit abgeleitet werden. Sodass der für den US-Markt sicher attraktive „Scout“ im Konzern keinerlei Plattformsynergien nutzen kann, allenfalls Software und evtl. Akku- und Antriebs-Know-How. Laut „Kleine Zeitung“ soll die Reichweite der Scoiut-Modelle bei bis zu 400 Meilen (ca. 640 Kilometern) liegen.

Magna verfügt über mehrere Assets: Man hat eine eigene E-Plattform (Basis für den Fisker Ocean und den Pick-Up Fisker Alaska) und viel Knowhow mit robusten Geländewagen. Auch den Ineos Grenadier entwickelte Magna, ebenso, wie man nach wie vor das G-Modell für Mercedes-Benz baut: Im April 2023 wurde die 500.000. G-Klasse für Mercedes-Benz montiert, die auch einen Elektro-Ableger erhalten soll. Auch Jaguar I-Pace und F-Pace werden in Graz montiert.

 

Grundsätzlich wäre der Scout auch für Europa interessant, vor allem als SUV. Was aber den zusätzlichen Aufbau eines Händlernetzwerkes bedeuten würde - für Nischenmodelle.

Was bedeutet das?

Wie schnell sich die Welt dreht, merkt man am Scout: Als man 2020 für die Lkw-Schwester Traton die US-Marke Navistar kaufte, kam der „Scout“ als Kultname mit. Und da man fest an eine schnelle Verbreitung der E-Pick-Ups glaubte, glaubte man bei VW auch daran, hier schnell eine spannende Kult-Alternative zum Ford F-150, der sich in den Staaten teils über 700.000 Mal pro Jahr verkauft, etablieren zu können. Aber: Für den Scout gibt es konzernintern mittlerweile weder eine Plattform noch umfassende Kompetenz, seit man das Nfz-Geschäft an Ford verschob. Sodass man jetzt auf Magna zurückgreift, um eine Stand-Alone-Basis um VW-Komponenten herumzukonstruieren…in der Hoffnung, dass E-Pick-Ups in den USA zumindest teilweise populär bleiben.

Werbung
Werbung