VW und TraceTronic gründen Joint Venture Neocx

Volkswagen und das Unternehmen für das Testen und Integrieren von Fahrzeugsoftware, TraceTronic, gründen das Joint Venture Neocx. Es soll eine Plattform für hochautomatisiertes Testen sowie das Integrieren von Fahrzeugsoftware und digitalen Funktionen aufbauen.

Rocco Deutschmann, CEO der TraceTronic-Gruppe, und Axel Heinrich, Volkswagen Leiter der Elektrik-/Elektronik-Entwicklung, bei der neocx- Gründungsveranstaltung in Dresden | Foto: VW.
Rocco Deutschmann, CEO der TraceTronic-Gruppe, und Axel Heinrich, Volkswagen Leiter der Elektrik-/Elektronik-Entwicklung, bei der neocx- Gründungsveranstaltung in Dresden | Foto: VW.
Gregor Soller

Der Volkswagenkonzern legt bei der Digitalisierung auch entwicklungsseitig wieder nach: Durch das Zusammenführen zahlreicher Einzelkomponenten aus Hard- und Software sollen leistungsfähige Fahrzeugfunktionen realisierbar sein. Das neue Joint Venture soll eine sogenannte Continuous Integration/Continuous Testing- (CI/CT) Factory aufbauen.

Deutlich kürzere Entwicklungszyklen und schnellere Updates

Die CI/CT Factory von neocx soll laut Volkswagen „skalierbare Entwicklungs- und Testwerkzeuge bereitstellen, die den exponentiell steigenden Software-Umfängen und Datenmengen im vollvernetzten Fahrzeug Rechnung tragen.“ Mit der CI/CT Factory sollen einzelne Softwarekomponenten frühzeitig in der Entwicklung zu ganzheitlichen Systemen – wie beispielsweise Fahrerassistenzsystemen – verbunden und auf Kompatibilität und Leistungsfähigkeit getestet werden.

Als Basis dienen dafür die Lösungen von TraceTronic, zudem wollen die Partner perspektivisch den Funktionsumfang der Plattform kontinuierlich ausbauen. Zum Einsatz kommen neue Technologien und Testverfahren zum Beispiel aus den Bereichen Machine Learning, Data Analytics und szenariobasiertes Testen. Der konsequente Einsatz von Cloud Technologien soll zudem eine hochskalierbare Umgebung für das virtuelle Testen und Integrieren schaffen.

Das konzerneigene Softwareunternehmen Cariad entwickelt eine einheitliche Software-Plattform für die Fahrzeuge aller Konzernmarken. Neocx soll dann das Puzzleteil sein, um die digitalen Funktionen in die Volkswagen-Modelle zu integrieren, hochautomatisiert zu testen und noch schneller zu den Kunden zu bringen. Die Software-Integration ins Fahrzeug werde für den Autokonzern zum erfolgskritischen Wettbewerbsfaktor, sagt Volkswagens Entwicklungsvorstand Thomas Ulbrich und ergänzt:

„Mit unserem neuen Joint Venture neocx legen wir einen wichtigen Grundstein, um in diesem Bereich unsere Kompetenz zu stärken und unseren Kunden ein erstklassiges digitales Fahrerlebnis zu bieten.“

Damit führt der VW-Konzern seine New Auto Strategie 2030 konsequent fort: Dabei fokussiert man sich auf globale Technologie-Plattformen mit hohen Synergie- und Skalierungsmöglichkeiten, um neue Profit-Pools zu erschließen. Dazun gehört auch die Strategie „Accelerate“, welche die Software-Integration ins Fahrzeug und das digitale Kundenerlebnis zu Kernkompetenzen machen soll.

Was bedeutet das?

Nicht nur in den Fahrzeugen selbst, sondern auch schon bei Entwicklung und Test kann man Synergien heben und Skaleneffekte erzielen. Darauf zielt das Joint Venture mit TraceTronic ab.

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