VW und Griechenland wollen Muster-Insel grüner Mobilität schaffen

Auf der Mittelmeerinsel Astypalea will der Konzern eine Blaupause für nachhaltige Mobilität schaffen und die Verkehrs- mit der Energiewende verknüpfen. E-Autos, E-Scooter und Car- und Ride-Sharing.

Die Möglichkeit einer Insel: VW will auf Astypalea eine Art Mobilitäts-Paradies schaffen, komplett elektrifiziert, geteilt und reduziert. | Foto: VW
Die Möglichkeit einer Insel: VW will auf Astypalea eine Art Mobilitäts-Paradies schaffen, komplett elektrifiziert, geteilt und reduziert. | Foto: VW
Johannes Reichel

Der Volkswagen Konzern und Griechenland haben angekündigt, ein zukunftsweisendes Mobilitätskonzept auf der Mittelmeerinsel Astypalea umsetzen zu wollen. Dazu soll das aktuelle Verkehrssystem der Insel auf E-Fahrzeuge und regenerative Energien umgestellt werden. Langfristig soll Astypalea zu einer Modellinsel für klimaneutrale Mobilität werden. Eine entsprechende Absichtserklärung haben Konstantinos Fragogiannis, stellvertretender Außenminister für Wirtschaftsdiplomatie und Offenheit der Republik Griechenland, und Herbert Diess, Vorstandsvorsitzender des Volkswagen-Konzerns, in Wolfsburg und Athen unterzeichnet. Neue Mobilitätsdienste wie Car-Sharing oder Ride-Sharing werden dazu beitragen, den Verkehr zu reduzieren und zu verbessern. Der Strom wird vorwiegend aus lokal erzeugter, regenerativer Solar- und Windenergie kommen. Das Projekt hat zunächst eine Laufzeit von sechs Jahren.

"Mit dem Astypalea-Projekt werden wir herausfinden, wie diese Vision schon heute erreicht werden kann. E-Mobilität und intelligente Mobilitätsdienste werden die Lebensqualität verbessern und zugleich einen Beitrag zu einer CO2-neutralen Zukunft leisten", kommentierte VW-Konzern-Vorstandschef Herbert Diess den ungewöhnlichen Schritt.

Im Mittelpunkt des Projekts steht ein völlig neues, hochmodernes Verkehrssystem mit smarten Mobilitätsdiensten wie einem ganzjährig arbeitenden, elektrischen Ride-Sharing-Dienst, der den heute noch sehr begrenzten Busverkehr attraktiver machen soll. Zusammen mit lokalen Partnern soll ein Teil der traditionellen Fahrzeugvermietung in ein Car-Sharing umgewandelt werden, das neben E-Autos auch E-Roller der Konzernmarke Seat sowie E-Bikes anbietet.

Allein dadurch soll die Fahrzeugflotte auf der Insel deutlich reduziert werden. Insgesamt will man rund 1.500 Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren durch rund 1.000 Elektrofahrzeuge ersetzen. Auch Nutzfahrzeuge der lokalen Wirtschaft sowie Behördenfahrzeuge – wie Polizei, Krankenwagen und der Fuhrpark des öffentlichen Sektors – sollen elektrifiziert werden. Volkswagen wird zudem auf der gesamten Insel die Wallboxen von Elli installieren, um eine umfassende Ladeinfrastruktur zu gewährleisten.

Blaupause für die Dekarbonisierung der Mobilität

Das Projekt dient als Blaupause für die Dekarbonisierungsstrategie von Volkswagen und wird daher vom unabhängigen Nachhaltigkeitsbeirat des Konzerns nachdrücklich unterstützt. Margo T. Oge, Mitglied des Nachhaltigkeitsbeirats und ehemalige Direktorin des Office of Transportation Air Quality der US-Umweltschutzbehörde EPA (Environmental Protection Agency):

„Der Klimawandel stellt eine existenzielle Bedrohung für die Menschheit dar. E-Mobilität in Verbindung mit erneuerbaren Energien wird dazu beitragen, die schlimmsten Auswirkungen des Klimawandels zu verringern.

Printer Friendly, PDF & Email