VW Touareg kommt auch als Plug-in-Hybrid

Die beiden Versionen des Touareg eHybrid sollen bis zu 47 Kilometer rein elektrische Reichweite bieten - und 3,5 Tonnen Anhängelast - auch rein elektrisch!

Auch der Touareg kommt in zwei PHEV-Versionen mit 280 oder 340 kW. | Foto: VW
Auch der Touareg kommt in zwei PHEV-Versionen mit 280 oder 340 kW. | Foto: VW
Gregor Soller

Der Touareg eHybrid nutzt den bekannten Konzernantriebsstrang des Porsche Cayenne und Audi Q7/Q8, startet jedoch günstiger: Die 280-kW-Version beginnt bei knapp 62.400 Euro netto, die stärkere 340-kW-Version bei knapp 73.000 Euro netto. Auch der VW nutzt in beiden Versionen den 250 kW starken V6-Turbobenziner, der mit einer im Gehäuse der Acht-Gang-Automatik verbauten E-Maschine zusammengespannt wird. Dieser leistet bis zu 100 kW im Peak. Interessant ist die hohe Anhängelast: Da der 100 kW starke E-Motor 400 Nm Drehmoment liefert, soll der Touareg die maximale Anhängelast von 3,5 Tonnen (gebremst) auch im rein elektrischen Modus ziehen können. Allerdings werden den 47 Kilometer elektrische Reichweite dann Illusion. Für den Hänger-Betrieb verfügt der Touareg auch über den VW-typischen „Trailer Assist“, der das Rückwärtsrangieren mit Anhänger deutlich vereinfacht. Beim Parken setzen die Niedersachsen noch eins drauf: Der Touareg ist laut VW das erste Modell, das mit dem neuen „Park Assist Plus mit Fernbedienung“ per Smartphone-App automatisiert ein- und ausgeparkt werden kann – die PHEV-Versionen können das sowohl mit dem V6-Benziner als auch, leiser, eleganter und besser anzusteuern, rein elektrisch.

Reichweiten von bis zu 810 Kilometern

Die Batterie bietet auch hier17,9 kWh Energiegehalt brutto (das sind 14,3 kWh netto) und soll nach WLTP bei beiden Versionen des Touareg PHEV für eine E-Reichweite von 47 Kilometern sorgen. Das ist erstaunlich, denn der Touareg R steht anderen Reifen, die in der Regel schnell mal einige Kilometer Reichweite kosten können, je nachdem wie breit sie sind. Den Normverbrauch gibt VW mit 2,6 Litern und 24,2 kWh/100km an, beim Touareg R werden daraus 2,7 Liter und 24,4 kWh/100km. Die Batterie wird während der Fahrt via Rekuperation permanent ein wenig nachgeladen wird. Diese Energie soll reichen, dass der Touareg eHybrid und der Touareg R den V6-Motor beim Verzögern und auf Passagen mit Gefälle immer wieder komplett abschalten und dabei lokal emissionsfrei „segeln“ können. Dazu kommt die „vorausschauende Hybridstrategie“: Beide Touareg nutzen dabei das GPS und die Kartendaten des Navigationssystems, um auch auf der Mittel- und Langstrecke sparsamste Verbrauchswerte zu erzielen. Dazu integrieren die SUV die Streckendaten in die Hybridsteuerung. Der Touareg eHybrid und der Touareg R ermöglichen so laut VW Gesamtreichweiten von bis zu 810 Kilometern.

Auch beim Touareg resultieren die unterschiedlichen Systemleistungen aus der unterschiedlichen Abstimmung der E-Maschinen, allerdings differenziert VW die Modelle stärker: Der Touareg eHybrid ist eher auf hohen Reisekomfort ausgelegt, der Touareg R gibt sich dagegen sportlicher und ist mit straffer Abstimmung und sportlichen Design-Akzenten erhältlich. Die „Standard-Version“ fährt dagegen „Atmosphere“ und „Elegance“ vor.Die Ausstattung fällt schon in der Basis üppig aus: Alle Versionen kommen mit Vier-Zonen-Klimaautomatik, dem großen Navigationssystem „Discover Premium“ sowie einem Panorama-Schiebe-/Aufstelldach. Der Touareg R ist zudem serienmäßig mit den interaktiven „IQ.Ligtht-LED-Matrixscheinwerfern“ ausgestattet.

Was bedeutet das?

Der Touareg war einst VWs Kassenschlager und eine veritable Alternative in der oberen Premium-Mittelklasse der SUV. Zuletzt geriet er jedoch stark unter Druck, konzernintern und extern. Denn Audi, Porsche, BMW, Daimler, Land Rover und Volvo brachten in diesem Segment früher Plug-in-Hybride, die sich großer Beliebtheit erfreuen. Insofern war das motorische Update des Ober-VW dringend nötig. Schön, dass es hier keine Abstriche bei der riesigen Anhängelast gibt!

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