VW Tochter UMI will mit Sharing-Anbieter WeShare vollelektrisch durchstarten

Um sich auf den Ausbau der Flotte fokussieren zu können, kooperiert WeShare eng mit Microsoft als IT-Fremddienstleister.

WeShare startete 2019 in Berlin. | Bild: Volkswagen AG
WeShare startete 2019 in Berlin. | Bild: Volkswagen AG

Selbstbewusst spricht die Urban Mobility International GmbH – UMI – vom Markteinstieg. Über 100.000 Kunden binnen einem Jahr, zehntausende Fahrten pro Monat, und wachsende Nutzerzahlen stimmen die VW Tochter optimistisch. Das vollelektrische Sharing-Modell schein sich zu bewähren, nicht zuletzt wegen der strategischen Aufstellung.

„Unsere IT-Landschaft besteht zu einem großen Teil aus Fremdsystemen. Für uns als junges Unternehmen macht es wenig Sinn, unsere Entwickler-Kapazitäten für die Pflege eigener Server-Landschaften auszuschöpfen oder etwa IoT-Dienste zur Verarbeitung von Fahrzeugdaten zu programmieren“, sagt Thomas Lassmann, CTO von UMI.

Alles in einer Cloud

Das überlässt man Microsoft. Deren digitale Infrastruktur soll die zentralen Back-Office-Dienste sowie weitere Services verwalten. WeShare verspricht sich davon auch verkürzte Entwicklungszyklen durch direkt anwendbare Platform-as-a-Service-Dienste (PaaS) in Microsoft Azure, etwa um die Entwicklung neuer Produktideen zu beschleunigen. Die strategische Partnerschaft zwischen Microsoft und dem Mutterkonzern Volkswagen AG besteht seit 2018, die vertiefte Zusammenarbeit unter dem WeShare-Dach erscheint nur konsequent zu sein.

Gesamtkosten sinken um 75 Prozent

Sie spart auf jeden Fall Arbeitsplätze – Verantwortlichen zufolge seien nur fünf festangestellte Technikexperten notwendig, um die nötige Infrastruktur bereitzustellen. Das drückt die Support- und Hardwarekosten auf einen mittleren fünfstelligen Bereich monatlich und bilanziert den Eigenbetrieb mit nur 25 Prozent im Vergleich zum üblichen Budget.

„Ich bin rundum zufrieden mit Microsoft und kann mich nur für die partnerschaftliche Zusammenarbeit, die geleistete Unterstützung und die verlässlich funktionierenden Produkte bedanken“, kommentiert Thomas Lassmann.

So könne man sich ganz auf die Entwicklung der Flotte konzentrieren. Hier kommt gerade im Bereich der Fahrzeugverteilung eine eigene Lösung zum Einsatz, basierend auf Machine-Learning-Prognosen: Frühere Buchungen der Kunden und Informationen über Wetter oder Veranstaltungen informieren den Algorithmus und lassen so Vorhersagen zu, wo und wann Kundinnen und Kunden im Laufe des Tages ein Leihfahrzeug benötigen. WeShare legt dabei ein Raster über das jeweilige Nutzungsgebiet, aufgeteilt in 50 x 50 Meter große Kacheln, und weist Mitarbeiter entsprechend an, wo weiterer oder weniger Bedarf an Fahrzeugen vermutet wird – dort werden diese geparkt oder umgestellt.

„Mit Visual Studio bietet Microsoft darüber hinaus eine moderne Entwicklungsumgebung, die in Azure DevOps integriert ist. Das ermöglicht uns eine hohe Automatisierung bei der Bereitstellung neuer Anwendungsversionen – und letzten Endes Agilität und Geschwindigkeit“, erklärt Thomas Lassmann.

Automobilbranche im Wandel

Laut Unternehmen sei das Ziel, die Zahl der Autos in Städten zu reduzieren und die verbleibenden Fahrzeuge effektiver zu nutzen. Ein Trend, der die Branche im Allgemeinen erfasst zu haben scheint. Der Fokus liegt nicht mehr nur primär auf der Herstellung der Fahrzeuge, die Marken werden auch Mobilitätsanbieter, welche diverse Dienste zusätzlich zum Auto anbieten. Zusammengefasst nennt sich das C.A.S.E., kurz für Connectivity, Autonomous, Sharing/Subscription and Electrification. WeShare hat aktuell 1.500 Fahrzeuge auf den Straßen, welche alle rein elektrisch sind und ausschließlich zertifizierten Ökostrom verbrauchen.

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