VW stoppt Bänder tageweise wegen WLTP-Abgastests

Wie dpa und die Plattform automobil-produktion.de berichten, plant VW wegen der neuen Abgastestverfahren die Fertigung im Wolfsburger Stammwerk unmittelbar nach den Werksferien wöchentlich ein bis zwei Tage stoppen.

Wegen des WLTP-Zyklus wird VW die Produktion in Wolfsburg und Zwickau tageweise drosseln oder anhalten. | Foto: G. Soller
Wegen des WLTP-Zyklus wird VW die Produktion in Wolfsburg und Zwickau tageweise drosseln oder anhalten. | Foto: G. Soller
Gregor Soller

Der neue Abgastest nach WLTP zwingt Herbert Diess, es Elon Musk gleichzutun und die Produktion immer wieder anzuhalten. Der Hintergrund: Ab September 2018 dürfen nur noch Neufahrzeuge verkauft werden, die Typgenehmigungen mit dem neuen Testverfahren haben. Bei den Autoherstellern fehlt es aber unter teilweise an Prüfständen und Testkapazitäten. Das Problem: Der neue Prüfzyklus, der den Abgasausstoß von Kohlendioxid und Stickoxiden realistischer messen soll als bisher, ist komplexer und dauert länger – man geht von der drei- bis vierfachen Zeit aus. Deshalb hadert die Autoindustrie schon länger mit den neuen Abgasanforderungen durch den ab September verbindlichen Zyklus und hoffte teils zuletzt, hier eventuell Aufschübe erreichen zu können.

Diese auch hier geplanten Stopps sollen bis Ende September dauern. Auch im Werk Zwickau sollen fürs dritte Quartal teilweise die Bänder gestoppt werden, teils sollen einzelne Schichten ausfallen. Vorstandschef Herbert Diess hatte die Maßnahme Anfang Juni auf einer Betriebsversammlung in Wolfsburg angekündigt und die Umstellung auf den neuen Abgastestzyklus WLTP als „Kraftakt“ bezeichnet.

Was bedeutet das?

Ja, WLTP erfordert tatsächlich große Anstrengungen. Bandstopps sind aber der worst case und teilweise scheinen die Autohersteller hier zu hoch gepokert zu haben, in der Hoffnung, diesbezüglich noch Aufschübe aushandeln zu können. Anders sind die Lieferschwierigkeiten und –ausfälle einiger Versionen nicht erklärbar.

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