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VW Salzgiga: Grundsteinlegung für Batteriezellfabrik in Salzgitter

Zellfabrik soll Blaupause und Auftakt für weltweite Batterie-Offensive sein, mit sechs Produktionen in Europa und weiteren in Nordamerika. Beim Aufbau der Zellfertigung hilft der chinesischer Spezialist Gotion.

Auf die Zelle, fertig los: Die Zellfabrik Salzgitter (v.l.): Frank Blome, CEO PowerCo, Daniela Cavallo, Vorsitzende des Gesamt- und Konzernbetriebsrats VW AG, Stephan Weil, Ministerpräsident Niedersachsen, Herbert Diess, Vorstandsvorsitzender der VW AG, Olaf Scholz, Bundeskanzler, Thomas Schmall, Vorstands der VW AG Technik und Vorstandsvorsitzender der VW Group Components, Hans Dieter Pötsch, Vorsitzender des Aufsichtsrats VW AG. | Foto: VW
Auf die Zelle, fertig los: Die Zellfabrik Salzgitter (v.l.): Frank Blome, CEO PowerCo, Daniela Cavallo, Vorsitzende des Gesamt- und Konzernbetriebsrats VW AG, Stephan Weil, Ministerpräsident Niedersachsen, Herbert Diess, Vorstandsvorsitzender der VW AG, Olaf Scholz, Bundeskanzler, Thomas Schmall, Vorstands der VW AG Technik und Vorstandsvorsitzender der VW Group Components, Hans Dieter Pötsch, Vorsitzender des Aufsichtsrats VW AG. | Foto: VW
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Johannes Reichel

Zum Auftakt seiner angekündigten Batterieoffensive hat der VW-Konzern in Salzgitter in Anwesenheit von Bundeskanzler Olaf Scholz den Grundstein für seine erste eigene Zellfabrik gelegt. Die Produktion wird 2025 starten, unter maßgeblicher Beteiligung des chinesischen Technologiepartners und Zellspezialisten Gotion High Tech. Die Verantwortung für das globale Batteriegeschäft trägt ab sofort das neu formierte Unternehmen „PowerCo“. Es wird neben der Zellfertigung Aktivitäten entlang der gesamten Batterie-Wertschöpfungskette verantworten. Bis 2030 soll die PowerCo gemeinsam mit Partnern mehr als 20 Milliarden Euro in den Aufbau des Geschäftsfelds investieren, über 20 Mrd. Euro Jahresumsatz erwirtschaften und alleine in Europa bis zu 20.000 Menschen beschäftigen, heißt es aus dem Unternehmen.

„Heute ist ein guter Tag für die Automobilindustrie in Deutschland und Europa. Volkswagen zeigt, wie die nachhaltige und klimaschonende Zukunft der Mobilität aussehen kann. Gemeinsam legen wir den Grundstein dafür, dass diese Zukunft maßgeblich in Salzgitter gemacht wird“, befand Bundeskanzler Olaf Scholz erklärte zur Grundsteinlegung.

Aus Sicht von Herbert Diess, CEO Volkswagen AG, setze man nicht nur einen Grund-, sondern auch einen strategischen Meilenstein. Das Batteriezellgeschäft sieht er als einen der Pfeiler der Strategie, mit der Volkswagen zum führenden Anbieter von nachhaltiger und softwaregetriebener Mobilität werden soll.

"Der Aufbau einer eigenen Zellfertigung ist ein technologisches wie wirtschaftliches Megaprojekt. Es zeigt: Wir holen Spitzen-Technologie der Zukunft nach Deutschland", glaubt Diess. 

In der europäischen Aktiengesellschaft PowerCo bündelt der Wolfsburger Konzern seine weltweiten Batterieaktivitäten. Von Salzgitter aus steuert das Unternehmen ab sofort den Aufbau des internationalen Fabrikbetriebs, die Weiterentwicklung der Zelltechnologie, die vertikale Integration der Wertschöpfungskette sowie die Ausstattung der Fabriken mit Maschinen und Anlagen. Perspektivisch plant man weitere Produkte wie Großspeichersysteme für das Energienetz.

Nach Salzgitter entsteht die nächste Zellfabrik in Valencia, für weitere drei Zellfabriken in Europa werden derzeit Standorte sondiert. Neben Europa prüft die PowerCo zudem auch bereits weitere Gigafabriken in Nordamerika. Geleitet wird die PowerCo von CEO Frank Blome und den Vorständen Sebastian Wolf (Chief Operations Officer), Kai Alexander Müller (Chief Financial Officer), Soonho Ahn (Chief Technology Officer), Jörg Teichmann (Chief Purchasing Officer) und Sebastian Krapoth (Chief Human Resources Officer).

Standardfabrik und Einheitszelle für schnellen, globalen Rollout

Anlässlich der Grundsteinlegung stellte der Konzern erstmals das Konzept der Standardfabrik vor: Salzgitter soll Blaupause für Zellfabriken in ganz Europa sein und neue Maßstäbe für Nachhaltigkeit und Innovation setzen. „Was wir mit Fahrzeug-Plattformen wie MQB und MEB millionenfach bewiesen haben, legen wir auch dem Aufbau der Zellwerke zugrunde: Wir standardisieren auf Basis europäischer Normen und skalieren. Das ermöglicht Tempo und Kostenoptimierung bei höchster Qualität“, erklärte PowerCo CEO Frank Blome. Dabei zielt die Vereinheitlichung nicht nur auf Ausrüstung, Gebäude und Infrastruktur, sondern auch auf Produkt, Prozesse und IT. So entstehen Fabriken, die sich schnell auf weitere Produkt- und Produktionsinnovationen umstellen lassen sollen, skizzieren die Wolfsburger.

Premiere für die prismatische Zelle

Jede Fabrik werde zu 100 Prozent mit regenerativ erzeugtem Strom betrieben und sei auf künftiges Closed-Loop-Recycling ausgelegt. Volkswagen hat zudem erstmals die 2021 auf dem sogenannten Power Day angekündigte prismatische Einheitszelle präsentiert. Sie ermöglicht einen flexiblen Einsatz verschiedenster Zellchemien und wird in bis zu 80 Prozent aller Konzernmodelle zum Einsatz kommen. In Salzgitter sollen ab 2025 Einheitszellen für das Volumensegment vom Band laufen, die Zellfabrik wird perspektivisch mit einer Jahreskapazität von 40 GWh fertigen – genug für rund 500.000 elektrische Fahrzeuge.

Bis 2030 will der Konzern in Europa gemeinsam mit Partnern sechs Zellfabriken mit insgesamt 240 GWh Leistung betreiben. Die neue Einheitszelle soll Synergien nutzen und die Batteriekosten um bis zu 50 Prozent reduzieren. Die bisherigen Muster zeigten eine vielversprechende technische Performance in Bezug auf Reichweite, Ladezeiten und Sicherheit – Voraussetzungen für einen künftigen Industriestandard, gibt sich der Konzern zuversichtlich.

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