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VW plant E-Golf mit Produktion in Wolfsburg

Keine "Giga-VW-Factory" in Wolfsburg Warmenau, dafür ein E-Golf am Stammsitz: Bei VW wird aktuell einiges umgekrempelt. Der Name Golf soll nun doch auch im Elektrozeitalter weiterleben.

Irgendwann wird die Ikone elektrisch: Der Golf soll auch im E-Zeitalter weiterleben. | Foto: VW
Irgendwann wird die Ikone elektrisch: Der Golf soll auch im E-Zeitalter weiterleben. | Foto: VW
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Johannes Reichel

Die Marke Volkswagen hat Pläne für ihr die Zukunft ihres deutschen Produktionsnetzwerks skizziert. Über die Werkebelegung bis zum Jahr 2028 informierte der Konzern-Vorstand den Aufsichtsrat des Volkswagen Konzerns, heißt es aus Wolfsburg. Das Unternehmen richte damit seine Standorte auf eine wirtschaftliche Auslastung und Perspektive für die kommenden Jahre aus. Die effiziente Werkebelegung und Steigerung der Produktivität seien wichtige Bausteine in dem von der Marke initiierten Performance Programm Accelerate forward | Road to 6.5.

Diess-Pläne werden obsolet

Offenbar werden dabei auch die Vorhaben des früheren Konzernchefs Herbert Diess überprüft. So soll es jetzt doch einen elektrischen Nachfolger des aktuellen Golf VIII geben, möglicherweise statt eines ID.3-Nachfolgers. Allerdings dürfte das Modell, von dem laut Spiegel-lnformationen auch einen Cupra-Ableger vorgesehen ist, nicht vor 2030 auf den Markt kommen, denn er basiert auf der SSP ("Scalable Systems Platform"), die ab dann startklar sein soll. Auch Diess-Pläne für eine "Giga-VW-Factory" nach dem Vorbild Teslas in Wolfsburg Warmenau sind wohl vom Tisch. Das Geld soll in die bestehenden Werke, wie etwa das künftige Trinity-Werk Zwickau gesteckt werden.

„Mit der Transformation in einem wirtschaftlich schwierigen Umfeld steht unsere Industrie vor komplexen Aufgaben. Umso wichtiger ist es, dass wir unsere einzelnen Werke und den Volkswagen Produktionsverbund in Deutschland zukunftsfest aufstellen. Mit der jetzt verabschiedeten Werkebelegung leisten wir auch im Rahmen unseres Performance Programms einen substanziellen Beitrag zu einer starken, wettbewerbsfähigen Marke VW", erklärte Thomas Schäfer, CEO der Marke Volkswagen.

Christian Vollmer, Produktionsvorstand der Marke Volkswagen und Mitglied der erweiterten Konzernleitung für den Bereich Produktion ergänzte, man nutze den Umstieg auf die Elektromobilität, um die Komplexität in der Produktion zu senken und die Werke noch effizienter aufzustellen.

"Fahrzeuge, die auf der gleichen Architektur basieren, bündeln wir konsequent markenübergreifend in unseren Werken. So verhindern wir, dass Werke viel Geld in die Integration von verschiedenen Fahrzeug-Architekturen investieren. Vielmehr ist es unser Ziel, dass die Werke auf der technischen Grundlage einer Fahrzeugarchitektur mehrere Modelle produzieren", so Vollmer weiter.

Daniela Cavallo, Gesamtbetriebsratsvorsitzende der Volkswagen AG meinte, mit den Entscheidungen für die inländischen fahrzeugbauenden VW-Werke habe man eine wichtige Etappe der Planungsrunde genommen.

"Damit stellen Unternehmen und Betriebsrat auch in schwierigen Zeiten unter Beweis, gemeinsam solide Lösungen zu finden, die die bestmögliche wirtschaftliche Belegung der Fabriken und klare Perspektiven für unsere Belegschaften vereinen“, lobte Cavallo.

Das Werk Wolfsburg werde – zusätzlich zum 2023 anlaufenden ID.3 – ein zweites Elektromodell bekommen, verkündete der Konzern. Ab 2026 soll ein vollelektrisches SUV im volumenstarken A-Segment in hohen Stückzahlen vom Band rollen. Zusammen mit dem Bestseller Golf und dem gerade erst neu aufgelegten Tiguan sei so eine "robuste Auslastung" des Stammwerkes gewährleistet. Ab 2025 soll zudem der Nachfolger des Tiguan Allspace am Konzern-Hauptsitz produziert.

Keine Giga-Factory in Warmenau

Im Zuge der Werkbelegung wurde auch entschieden, dass es keinen Bedarf für den Bau einer weiteren Fertigung in Wolfsburg Warmenau gibt. Neue elektrifizierte Modelle auf Basis der am Ende des Jahrzehnts startenden SSP-Architektur (Scalable Systems Platform) werden stattdessen in die bestehenden, modernisierten Strukturen des Stammwerks integriert, so der Konzern. So soll hier auch die volumenstarke VW-Ikone Golf auf SSP-Basis in die elektrische Zukunft geführt werden, heißt es weiter. Das ursprünglich für Wolfsburg vorgesehene Fahrzeugprojekt Trinity geht nach heutigem Stand in das Werk Zwickau. Das Werk Osnabrück plant – zusätzlich zur Produktion der aktuellen Volkswagen-Verbrennerfahrzeuge Arteon und T-Roc Cabriolet – die Kooperation mit Porsche fortzusetzen.

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