VW-Pläne: Elektro-Cabrio aus Osnabrück?

Der VW-Konzern plant ein neues Elektrocabrio, das am Ex-Karmann-Standort Osnabrück gebaut werden dürfte

Ein ID.3-Cabrio wurde gedanklich schon mal durchgespielt. | Foto: VW
Ein ID.3-Cabrio wurde gedanklich schon mal durchgespielt. | Foto: VW
Gregor Soller

Das Cabrio ist tot – lang lebe das Cabrio: Obwohl das Segment der offenen Pkw extrem am Schrumpfen ist, möchte der VW-Konzern daran festhalten. Herbert Diess ließ schon mal ein ID.3-Cabrio skizzieren, das so eher nicht kommen dürfte. Fest steht aber, dass der „Nischenstandort“ Osnabrück, einst Karmann-Hauptsitz, künftig ein Elektro-Cabrio bauen dürfte. Laut der Plattform „automobilwoche.de“ stünden die Chancen dafür gut.

Das Werk, in dem aktuell vor allem das T-Roc-Cabrio entsteht, sei laut Diess als „Nischen-Cabrio-Standort sehr kompetent“. Und der VW-Chef plant wohl, dieses große VW-Erbe aufrecht zu erhalten:

„Die nächste Möglichkeit muss natürlich ein elektrisches Cabrio sein. Es gibt Überlegungen bei Volkswagen, es gibt Überlegungen bei Audi.“

Zum 9. Dezember 2021 wird dann auch der Abschluss der Investitionsplanung bei VW für die kommenden fünf Jahre erwartet. Diess erklärte dem Bericht zufolge, er sei sicher, dass sich Osnabrück um eine Fertigung bei unserem elektrischen Cabrio bewerben wird. „Da bin ich sehr zuversichtlich.“ Bei der vorangegangenen Planungsrunde hatte auch schon Niedersachsens Ministerpräsident und VW-Aufsichtsrat Stephan Weil angedeutet, dass es in Osnabrück Perspektiven für die E-Mobilität geben könnte – wichtig, um dem Standort eine Langfrist-Perspektive zu geben.

Nach Zwickau werden aktuell Emden und Hannover für E-Mobilität ertüchtigt. Bereits Im März plante VW, teile der Arteon-Produktion von Emden nach Osnabrück zu verlegen, um in Norddeutschland mehr Kapazitäten für E-Mobilität zu haben – zumal der Arteon eher in für VW dezenten Stückzahlen vom Band läuft.

Diess äußerte sich laut „automobilwoche.de“ auch zu einer möglichen Öffnung der neuen Software-Sparte Cariad für Partner aus der Zulieferindustrie wie Bosch, Continental oder ZF. Eine Beteiligung externer Partner sei aktuell zwar nicht vorgesehen, aber „prinzipiell in Zukunft auch denkbar“. Womit die Softwarearchitektur der Zulieferer und OEMS künftig noch früher und besser vernetzt werden könnte.

Was bedeutet das?

VW scheint dem Cabrio treu bleiben zu wollen – zumindest mit einem Volkswagen- oder Audi-Modell. Und da wegen der Cabrio-Flaute keine großen Stückzahlen zu erwarten sind, wäre das die Chance das Ex-Karmann-Werk in Osnabrück weiterzuführen: Denn mit Cabrios und Kleinserien kennt man sich dort aus.

 

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