VW-Konzern: Neue Mini-Stromer im Verbund mit Seat und Skoda

Die Automobilwoche berichtet, das ab 2024 neue Kompaktstromer das Konzernportfolio nach unten abrunden sollen.

e-Up und Co. dürften ab 2024 (größere) Nachfolger mit geupdateter MEB-Technik erhalten. | Foto: VW
e-Up und Co. dürften ab 2024 (größere) Nachfolger mit geupdateter MEB-Technik erhalten. | Foto: VW
Gregor Soller

Die Kleinstwagen Skoda Citigo iV habe man der Marke laut Skoda-Chef Thomas Schäfer buchstäblich „aus den Händen gerissen“, doch am Auto wurde nichts verdient. Ähnlich äußern sich Insider von Seat zum Mii electric, den der Konzern mittlerweile ebenfalls aus dem Markt zurückzog. Bleibt der VW e-Up. Nachdem das Feld hauptsächlich von Importeuren bedient wird, möchte man es denen aber nicht komplett überlassen und plant Nachfolgemodelle. Auch deshalb, weil e-Up und Co. bezüglich der künftigen Crash- und Sicherheitsnormen am Ende ihrer Möglichkeiten angekommen seien. „Irgendwann wird die Weiterentwicklung unrentabel oder zu aufwändig“, so der Seat-Insider.

Die Konzernspitze spricht sich klar für neue Minis aus

Volkswagen will aber die unteren Segmente weiter bedienen. Konzernchef Herbert Diess begründet das in der Vorstellung seiner „New Auto Strategie“ so:

„Der Preis für die Mobilität wird mittelfristig fallen, weil wir zusätzliche Skaleneffekte nutzen und das E-Auto so billiger machen können als den Verbrenner.“

Auch VW-Markenchef Ralf Brandstätter ist zuversichtlich, weiter Minis anbieten zu können, zumal man den Elektroauto-Baukasten und das Betriebssystem ständig weiterentwickelt:

„Spätestens 2026 beginnt mit der Scalable Systems Platform (SSP) und der E3-Software eine neue Zeitrechnung.“

Doch 2026 ist zu spät und SSP wird hochwertig. Deshalb muss für ID.1 und Co. MEB genügen, allerdings angereichert um ein leistungsstärkeres Betriebssystem. Bei den Zellen und Batteriesystemen müssen bis auf Weiteres die bestehenden Komponenten ausreichen. Hier gehört MEB jetzt nicht zu den sparsamsten und smartesten Stromverwertern.

Die Preise sollen bei 19.000 Euro brutto beginnen, das wären knapp 16.000 Euro netto. Noch fehle zwar der finale Entscheid, doch laut Automobilwoche wird als Favorit für den Erstanlauf der kleinen E-Modelle würden immer wieder die Seat-Werke in Martorell und Pamplona genannt. Die Entwicklungsverantwortung soll künftig dagegen bei Skoda liegen, nachdem einst Seat damit beauftragt war. Und trotz des strikten Kostenkorsetts sollen die Kleinwagen umfangreiche Funktionalitäten wie Suchdienste, Bezahlservices, Ladeassistenz sowie eine umfassende Vernetzung anbieten. Software kann billig programmiert werden.

Die Größe: Deutlich über e-Up-Niveau

Ganz so klein wir e-Up und Co. dürften ID.1 und 2 übrigens auch nicht mehr werden: Ab Mitte 2024 könnte der erste Kleine als Skoda Elroq starten, den Insider als kompakten Crossover im Stil des Audi A1 Citycarver beschreiben. Ein ähnliches Konzept werde bei der spanischen Volkswagen-Tochter Seat favorisiert, wo 2025 der Acandra kommen soll. Beide dürften eher in der Klasse um die vier Meter debütieren und damit den Innenraum des heutigen Golf bieten, bei Abmessungen knapp unter T-Cross-Niveau. Der Seat könnte mit sportlichem Schrägheck starten, eine zweite Karosserievariante könnte folgen. 2025 kommt der Neue dann auch als VW ID.1 vorgesehen – ein fünftüriges CUV (Crossover Utility Vehicle) Ab 2027 könnte dann der ID.2 folgen. Ob alle Fahrzeuge höher gelegte CUV werden oder ob ID.1 und Co. als reine Kompakte in mehreren (auch CUV-artigen) Versionen kommen ist noch offen – eine Umsetzung wäre jedenfalls sehr einfach, ohne die Rohbauten zu groß verändern zu müssen.

Was bedeutet das?

Der VW-Konzern stellt klar, dass er auch unterhalb des ID.3 rein elektrische Angebote machen wird. Wichtig vor allem für Skoda, wo man unter dem großen Enyiaq iV aktuell keinen Stromer im Programm hat. Aber auch Seat könnte noch Kompakteres als den Cupra

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