VW-Konzept für autonome Laderoboter

Komponenten-Tochter des Konzerns stellt ein Ladekonzept vor, bei dem fahrbare Roboter E-Fahrzeuge selbsttätig laden sollen. "Jeder Parkplatz kann zum Ladepunkt werden", glaubt der Hersteller.

Selbst ist der Lader: VW startet ein Konzept mit Laderobotern.
Selbst ist der Lader: VW startet ein Konzept mit Laderobotern.
Johannes Reichel

Die Volkswagen Group Components hat eine Konzeptstudie zum automatisierten Laden von Elektroautos in Garagen vorgestellt. Damit könnten sich künftig E-Fahrzeuge unabhängig von fixer Ladeinfrastruktur wieder mit Energie versorgen lassen. Gestartet via App oder Car-to-X-Kommunikation steuert der Laderoboter eigenständig das zu ladende Fahrzeug an und kommuniziert mit diesem. Vom Öffnen der Ladeklappe, über das Anschließen des Steckers bis hin zum Entkoppeln – der gesamte Ladevorgang verläuft ohne menschliche Beteiligung. Der mobile Roboter bringt einen Anhänger als fahrbaren Energiespeicher zum Fahrzeug, schließt diesen an und lädt damit die Batterie des E-Fahrzeugs auf. Der bewegliche Energiespeicher verbleibt während des Ladevorgangs beim Auto. Der Roboter kümmert sich unterdessen um das Laden weiterer E-Fahrzeuge. Ist der Ladeservice beendet, holt er den mobilen Energiespeicher eigenständig ab und bringt ihn zurück an die Ladestation, führt der Hersteller weiter aus.

„Der mobile Laderoboter kann eine Revolution beim Laden zum Beispiel in Parkhäusern, auf Parkplätzen oder in Tiefgaragen auslösen. Denn mit ihm bringen wir die Ladeinfrastruktur einfach zum Auto und nicht umgekehrt".

Damit elektrifiziere man ohne aufwändige infrastrukturelle Einzelmaßnahmen nahezu jeden Parkplatz, verspricht Mark Möller, Entwicklungschef der Volkswagen Group Components. Die Studie könne schnell Realität werden, "wenn die Rahmenbedingungen stimmen“, so Möller weiter. Er sieht "enormes wirtschaftliches Potenzial" in der Lösung.

Schnellladen bis 50 kW, aber nur 25 kWh Kapazität

Die Studie besteht aus einem kompakten, selbst fahrenden Roboter und flexibel beweglichen Energiespeichern, sogenannten Akkuwaggons. Diese verfügten voll aufgeladen über einen Energiegehalt von jeweils zirka 25 kWh. Ein Laderoboter soll mehrere der Akkuwaggons gleichzeitig bewegen können. Auf Abruf via App oder Car-to-X-Kommunikation bringt er einen Energiespeicher zum E-Fahrzeug und schließt diesen an. Der Akkuwagon mit integrierter Ladeelektronik ermögliche das DC-Schnellladen mit bis zu 50 kW. Der Roboter ist ausgestattet mit Kameras, Laserscannern und Ultraschallsensoren, sodass sich das Gerät frei im Parkraum zu bewegen, mögliche Hindernisse erkennen und auf diese reagieren kann. Je nach Größe des Parkareals oder der Tiefgarage ließen sich mehrere Laderoboter parallel einsetzen.

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