VW ID.Buzz: Künftig auch aus Polen?

Die Nachfrage des ID.Buzz liegt weit über der Kapazität in Hannover, weshalb Volkswagen-Nutzfahrzeuge-Chef Carsten Intra erklärte, die Produktion ausweiten zu wollen.

Noch 2022 sollen 15.000 Einheiten des ID.Buzz in Hannover gebaut werden. | Foto: VWN
Noch 2022 sollen 15.000 Einheiten des ID.Buzz in Hannover gebaut werden. | Foto: VWN
Gregor Soller

Der ID.Buzz gehört zu den Lichtblicken des Werkes Hannover: Am dortigen Stammsitz von Volkswagen Nutzfahrzeuge (VWN) sei man bei dem neuen Modell vorerst „für eine Kapazität von bis zu 130.000 pro Jahr eingerüstet“, erklärte Intra der Deutschen Presse-Agentur – man könne maximal auf 150.000 Einheiten erweitern. Die Möglichkeiten in Hannover sind begrenzt, da dort auch künftige Projekte von Audi und Bentley vorbereitet werden. Im Interview mit der Automobilwoche hatte der VWN-Chef bereits erklärt, dass ihm das Wegbrechen eines zusätzlichen Porsche-Auftrags deshalb ganz gelegen komme: „Wenn Sie mich heute fragen, bin ich da gar nicht mehr so unglücklich drüber“, erklärte Intra und ergänzte:

„Wenn der ID Buzz so hochläuft, wie wir es planen, und wir vielleicht wirklich noch mal die Kapazität erhöhen müssen, dann werden wir froh sein, dass wir hier dafür die Flächen haben.“

Hannover allein kann die Nachfrage aktuell kaum bewältigen

Zusätzlich könne Polen den Standort Hannover unterstützen, wie Intra weiter ausführte:

„Wir könnten uns gut vorstellen, eine Drehscheibe für den ID Buzz in einem unserer beiden Werke in Polen einzurichten“.

Dabei ginge es allerdings nicht um eine Vollproduktion mit Endmontage, sondern nur um einzelne Bereiche des Fertigungsprozesses. Konkrete Überlegungen neben Polen gebe es jedoch nicht, erklärte Intra weiter, denn:

„Wenn man darüber hinaus in eine Fertigung in den USA oder in China investieren wollte, bräuchte man 50.000 bis 60.000 Fahrzeuge zusätzlich als Planungsgrundlage.“

Eine solche Größenordnung sehe man noch nicht. Grundsätzlich sollen der ID. Buzz und die gewerbliche Version ID. Buzz Cargo ab Oktober 2022 geliefert werden. Den jüngsten Angaben nach sind bisher knapp 14.000 Exemplare bestellt worden – zum Großteil von Kunden, „die den Wagen noch gar nicht gefahren oder in natura gesehen haben“, freut sich Intra. Zuvor war man noch von 12.500 Vorbestellungen ausgegangen. Rund 6000 ID.Buzz müssten zunächst als Vorführ- und Ausstellungsmodelle an Händler gehen, weshalb es etwa ein halbes Jahr Lieferzeit gäbe, Tendenz steigend.

2023 beträgt das Produktionsziel 80.000 bis 100.000 Einheiten, erklärte Intra, wobei man gegen Ende 2023 im fortgesetzten Hochlauf auf die Ziel-Taktzahl von130.000 Stück im Jahr kommen wolle. In diesem Jahr sollen zunächst etwa 15.000 Exemplare im VWN-Werk Hannover hergestellt werden.

Was bedeutet das?

Der ID.Buzz genießt einen großen Bulli-Fanbonus und wurde auch im gewerblichen Bereich sehnsüchtig erwartet. So sehr, dass VW Stand Ende 2022 fast zu vorsichtig geplant haben zu scheint, was gut ist für den Standort Hannover, der auch schon „dünnere“ Zeiten erleben musste.

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