VW ID.4 und Tiguan Facelift: Kompakt-SUV unter Strom

Zum Herbst führt VW seine SUV-Offensive fort: Neben dem ID.4 wird der Tiguan geliftet und auch als Plug-in-Hybrid kommen.

Der ID.4 soll noch zum Jahresende 2020 in Zwickau in Produktion gehen. | Foto: VW
Der ID.4 soll noch zum Jahresende 2020 in Zwickau in Produktion gehen. | Foto: VW
Gregor Soller

Nach Golf und ID.3 plant VW seine Mittelklasse-SUV neu: Noch 2020 soll der 4,5 Meter lange ID.4 das rein elektrische Programm ergänzen, der dank zweier E-Maschinen auch als Allradler kommt. Außerdem wird der Tiguan geliftet. Dabei wird die Front mit den weit in die Kotflügel gezogenen LED an den Golf angeglichen und auch in Sachen Fahrassistenz und Infotainment nachgelegt. Heißt, dass auch der Tiguan auf den Modularen Infotainmentbaukasten MIB3 umgestellt wird, womit auch er immer online ist und freie Sprachbefehle verstehen soll.

Motorisch am wichtigsten dürfte der Plug-in-Hybrid „GTE“ werden, der auch hier 245 PS Systemleistung bringen wird, die der 1,4-Liter-Benziner mit 110 kW und die 85-kW-E-Maschine bereitstellen. Dabei dürfte der Tiguan GTE wie Passat und Co. ein reiner Fronttriebler bleiben, denn eine extra E-Maschine für die Hinterachse wie beim Peugeot 3008 Hybrid 4 oder beim BMW X 1 xDrive25e sieht MEB hier nicht vor. Der 13-kWh-Akku sitzt unter der (verschiebbaren) Rücksitzanlage und soll auch hier für rund 50 Kilometer rein elektrische Reichweite sorgen. Das Laderaumvolumen dürfte hier um das Unterflurfach reduziert werden, da Akku und Tank unterflur etwas mehr Platz benötigen. Nicht geplant ist der PHEV für den Allspace, den in Deutschland rund 20 Prozent der Kunden ordern. Dafür hält der Konzern im Mittelwagen baugleichen Seat Tarraco als PHEV vor, der wie der kurze Tiguan ebenfalls in Wolfsburg montiert wird.

Neben dem Plug-in-Hybrid werden auch die Verbrenner neu organisiert: Wie „Auto Strassenverkehr“ schreibt, soll der 240-Top-TDI gestrichen werden, darunter sollen drei Twindose-TDI des Typs EA288 mit 120, 150 und 200 PS sein, dazu kommen drei TSI-Modelle mit 130, 190 und 245 PS. Wobei die Basisversion hier wie beim Golf als Mildhybrid mit Zylinderabschaltung kommen wird. In Summe müssen hier vor allem die CO2-Werte runter.

Stärker helfen soll hierbei der ID.4, der sich am ID.3 orientieren dürfte, heißt: Drei verschiedene Akkugrößen mit 45 kWh-Batterie (für rund 300 Kilometer Reichweite), 58-kWh (für rund 400 Kilometer) und 77 kWh für rund 500 Kilometer nach WLTP. Auch hier legt VW wieder Wert auf die klimaneutrale Produktion: Der ID.4 soll laut Volkswagen das  „erste klimaneutrale Kompakt-SUV der Welt“ sein. Er wird im Werk Zwickau entlang der gesamten Wertschöpfungskette bilanziell CO2-neutral produziert. Das Ladeangebot von Volkswagen soll es den Kunden außerdem ermöglichen, den ID.4 klimaneutral mit Strom zu versorgen. Mit rund 4,6 Metern Länge parkt ihn Volkswagen ziemlich genau zwischen Tiguan und Tiguan Allspace – dank des MEB-Baukastens soll er innen aber sehr großzügige Platzverhältnisse ähnlich denen des Allspace respektive Touareg bieten. Noch nicht bekannt ist über die Preise, die für die Basis aber unter 40.000 Euro vor Abzug der Prämien starten sollten, womit man netto noch unter die 29.000-Euro-Marke kommen sollte.

Was bedeutet das?

Für VW werden SUV immer wichtiger: 2019 wurden laut focus2move.com weltweit fast 741.300 Tiguan verkauft, womit er das sechstbestverkaufte Auto der Welt war. Der Golf folgt mit knapp 687.700 Einheiten auf dem Weltranglistenplatz neun und musste seinen Thron 2019 an den Tiguan abgeben. Doch der verursacht höhere CO2-Werte – weshalb VW hier mit dem Tiguan-Facelift samt Plug-in-Hybrid und dem ID.4 gegensteuert.

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