VW: ID.3-Produktion auch in Dresden

Sogenannte Gläserne Manufaktur nimmt die Fertigung des Vorzeigestromers auf und soll publikumswirksam für die E-Mobilität werben. Zudem erprobt man Fahrassistenz und digitale Produktion.

Wer im Glashaus werkt: Die Gläserne Manufaktur will die Produktion von Elektroautos für ein Publikum transparent machen. Später soll man hier auch mitbauen können. | Foto: VW
Wer im Glashaus werkt: Die Gläserne Manufaktur will die Produktion von Elektroautos für ein Publikum transparent machen. Später soll man hier auch mitbauen können. | Foto: VW
Johannes Reichel

Die Gläserne Manufaktur Dresden des Volkswagen-Konzerns hat mit der Serienproduktion des vollelektrischen ID.3 begonnen und ist damit neben Zwickau der zweite Fertigungsstandort für den ID.3. Weltweit geht am vierten Standort ein Modell auf Basis des Modularen E-Antriebsbaukastens (MEB) an den Start. Parallel dazu gab der Konzern den Startschuss für die Umwandlung des bisherigen „Center of Future Mobility“, das sich in den kommenden Jahren zum „Home of ID.“ weiterentwickeln und als eine Art Leuchtturm der Marke Volkswagen in Deutschland den Kunden, Besuchern einen Eindruck der Modell-Familie bieten soll. Das umfasst die Beratung und Probefahrten über die Besichtigung der Fertigung, das Mitbauen des ID.3, moderne Eventformate und schließlich auch Übergabe von elektrischen Fahrzeugen. Ein weiterer Fokus der strategischen Neuausrichtung liege auf dem Ausbau zu einem Forschungs- und Innovationsstandort, der in Kleinserie innovative Projekte für einen späteren Einsatz an großen Volumenstandorten in der Marke vorantreiben soll.

„Parallel dazu fahren wir die Volumenproduktion im E-Auto-Werk Zwickau sowie in unseren beiden chinesischen MEB-Werken von Woche zu Woche nach oben“, erklärte Thomas Ulbrich, Vorstand E-Mobilität der Marke Volkswagen.

Für Danny Auerswald, Standortleiter der Gläsernen Manufaktur spielt die Dresdner Produktion innerhalb der Marke eine wichtige Rolle. Hier sollen Besucher, Kunden und Gäste in direkten Kontakt mit der Mobilität von morgen kommen.

"Wir sind Fertigungsstätte, Besuchermagnet, Eventlocation, Erprobungslabor und Auslieferungszentrum - alles in einem. Mit dem Produktionsstart des ID.3 geben wir den Startschuss für unsere strategische Neuausrichtung“, glaubt Auerswald.

In der Gläsernen Manufaktur liefen seit Eröffnung 2001 die Oberklasselimousine Phaeton (84.235 Einheiten, 2001-2016), der Bentley Flying Spur (2.186 Einheiten, 2005/2006 und 2013/2014) sowie seit 2017 der e-Golf (50.401 Einheiten) vom Band. Mit Anlauf des e-Golf erfolgte zudem die Weiterentwicklung zum „Center of Future Mobility“. Zudem wird die sogenannte Funktionale Erprobungsstation in Dresden weiter ausgebaut. Sie ist fester Bestandteil des weltweiten Netzwerks von Erprobungsstationen der Gesamtfahrzeugentwicklung mit den Schwerpunkten auf der Erprobung von Assistenzsystemen, mobilen Onlinediensten, Motoren und Fahrwerk. Weiterhin werde in der Gläsernen Manufaktur das Thema Produktion 4.0 vorangetrieben, sprich die Automatisierung und Digitalisierung von komplexen Arbeitsschritten innerhalb der Montage und Logistik. Dabei fungiert die Manufaktur bei der Entwicklung und Anwendung neuer Technologien in realen Serienprozessen als geplantes Pilotwerk im Unternehmen.

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