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VW.ID 3: Nachfrage schwächelt - gläserne Manufaktur vor dem Aus?

Die Mitarbeiter im Dresdner Werk müssen wieder mal um ihre Jobs bangen. Nachdem der Phaeton nicht mehr gebaut wird und der ID.3 nicht die erhofften Absatzzahlen schafft, steht die Gläserne Manufaktur vor einer unsicheren Zukunft.

Letztes Jahr wurden in Dresden 6.000 ID.3 gefertigt. | Foto: VW
Letztes Jahr wurden in Dresden 6.000 ID.3 gefertigt. | Foto: VW
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Johannes Reichel
von Thomas Kanzler

Laut Markenchef Thomas Schäfer arbeite Volkswagen an einer Zukunftsmöglichkeit für den Standort. In Dresden wird aktuell der ID.3 montiert, gleichzeitig ist dort aber auch ein Entwicklungszentrum und eine Auslieferung beheimatet. Insgesamt arbeiten 340 Mitarbeiter bei VW in Dresden, die letztes Jahr 6.000 ID.3 fertigten.

„Eine Fahrzeugfertigung ist schwierig darzustellen bei einer solchen Stückzahl und der Logistiksituation mitten in Dresden“, sagte Markenchef Thomas Schäfer bei der Jahrespressekonferenz der Volumengruppe des Konzerns. Dort ging es um die Kernmarke Volkswagen, Skoda, Seat/Cupra und VW Nutzfahrzeuge.

Großteil der sächsischen VW-Mitarbeiter arbeiten im Werk Zwickau

Insgesamt baute Volkswagen Sachsen 2023 mehr als 250.000 Fahrzeuge. Der Großteil davon im Werk Zwickau mit mehr als 10.000 Mitarbeitern. Die Manufaktur in Dresden sollte laut VW zum „Center of Future Mobility“ werden und als Leuchtturm der Marke Volkswagen deren Elektro-Kompetenz darstellen. Die Gläserne Manufaktur war ursprünglich für die Montage des Luxus Modells Phaeton ab 2002 errichtet worden. Die Produktion der Oberklasse-Limousine wurde 2016 eingestellt. Seit 2021 wird dort der ID.3 gebaut, zusätzlich zu Zwickau.

Neben der Produktion wurden in den letzten Jahren neue bzw. erweiterte Geschäftsfelder auf- und ausgebaut. So hat der Vertrieb in den vergangenen Jahren eine immer größere Bedeutung erhalten. Bis zu 20 Fahrzeugübergaben an Kunden sind möglich – nicht zuletzt, weil ein zweiter Auslieferungsort in der Fertigung eingerichtet wurde. 2022 wurden 2.470 Fahrzeuge an Kunden übergeben, mehr als 95 Prozent davon waren teilweise oder vollständig elektrifiziert. Spitzenreiter sind die in Sachsen gefertigten Modelle ID.3 und ID.4.Auch die „Funktionale Erprobungsstation“ in Dresden wurde weiter ausgebaut. Sie sei laut VW fester Bestandteil des weltweiten Netzwerks von Erprobungsstationen der Gesamtfahrzeugentwicklung. Ihre Schwerpunkte: Die Erprobung von Assistenzsystemen, mobilen Onlinediensten, Motoren und Fahrwerk.

Produktion 4.0 – oder Produktionsstopp?

Weiterhin sollte in der Gläsernen Manufaktur das Thema Produktion 4.0 vorangetrieben werden. Die Leitidee der Automatisierung und Digitalisierung von komplexen Arbeitsschritten innerhalb der Montage und Logistik sollte Dresden zu einem Pilotwerk des Unternehmens machen. Da aktuell die Elektro-Nachfrage bei Volkswagen allerdings gering ist, hatte VW erst letzte Woche angekündigt, auf die bisher geplante Überlauffertigung des ID.3 in Wolfsburg zu verzichten. Bereits im September 2023 gab es Berichte darüber, dass VW auch über die Dresden-Schließung nachdenkt. 

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