VW ID.3: Mit einer Akku-Ladung von Zwickau in die Schweiz

Vollelektrischer Volkswagen absolviert 531 Kilometer lange Strecke ohne Nachladen und toppt die WLTP-Reichweite um über 100 Kilometer. Hersteller: Hypermiling zeigt, was mit E-Autos bei Eco-Fahrt geht.

Graue Flunder: Der ID.3 absolvierte die Strecke mit 10,9 kWh/100 km, trotz Beladung und Nebenverbrauchern. | Foto: VW
Graue Flunder: Der ID.3 absolvierte die Strecke mit 10,9 kWh/100 km, trotz Beladung und Nebenverbrauchern. | Foto: VW
Johannes Reichel

Der vollelektrische Volkswagen ID.3 hat bei einer ersten Langstreckenfahrt mit dem Schweizer "Hypermiler" Felix Egolf eine erste Marke gesetzt. Das Fahrzeug legte bei besonders sparsamer Fahrweise die 531 Kilometer lange Strecke von Zwickau nach Schaffhausen (Schweiz) mit nur einer Batterieladung zurück. Die offizielle Reichweite des Modells beträgt bis zu 420 Kilometer (WLTP), womit man die Werte um mehr als 100 km übertraf. Bei dem Fahrzeug handelte es sich um einen serienmäßigen ID.3 1st Pro Performance mit 58 kWh Batterie und 204-PS-E-Antrieb aus dem E-Auto-Werk Zwickau. Die Route in die Schweiz führte ausschließlich über öffentliche Straßen und Autobahnen, auf dem Weg wurden unter anderem Bayreuth und Ulm passiert. Das sogenannte Hypermiling kommt ursprünglich aus den USA und umfasst das maximal effiziente, sparsame Fahren von Serienfahrzeugen.

“Das Auto wirkt wie aus einem Guss, ist kompakt und trotzdem geräumig, hat ein cooles, fast schon futuristisches Design und bietet der Luft wenig Widerstand”, urteilte Egolf nach der Ankunft in Schaffhausen.

Zwar sei die Rekordfahrt nicht eins zu eins vergleichbar mit Alltagsfahrten. Sie untermauere aber dennoch die Alltagstauglichkeit des ID.3. „Mit seiner Hochvolt-Batterie, dem effizienten Antrieb und der Schnellladefähigkeit sind selbst lange Strecken kein Problem“, meint Reinhard de Vries, Geschäftsführer Technik von Volkswagen Sachsen.

Es kommt auch auf den Fahrstil an

Bei der Reichweitenjagd zählt neben der Technik vor allem die sparsame Fahrweise. So sei Egolf immer wieder vom Gas gegangen und habe den ID.3 segeln lassen, präzisiert der Hersteller. Auf der Autobahn wurde teils der Windschatten vorausfahrender Lastwagen genutzt. Das Gewicht sei dagegen nicht ideal gewesen: Mit einem Kameramann samt technischem Equipment an Bord betrug die Zuladung insgesamt rund 250 Kilogramm. Auch zusätzliche Verbraucher wie Navigation, Tagfahrlicht, Radio und Lüftung waren teils oder dauerhaft eingeschaltet.

In Summe habe der Stromverbrauch dennoch bei gerade mal 10,9 kWh/100 km gelegen. Der Normverbrauch des ID.3 beträgt 15,4 bis 14,5 kWh/100 km. Die Rekordfahrt führte zu 44 Prozent über Autobahnen und zu 56 Prozent über Landstraßen. Die Durchschnittgeschwindigkeit betrug 56 Stundenkilometer. Insgesamt benötigte Egolf für die Strecke von Zwickau nach Schaffhausen rund neun Stunden.

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