VW denkt über ID.3 Cabrio nach

Ein VW ID.3 Cabrio? Endlich! Cabrios fahren zwar absatzseitig seit Jahren rückwärts, bieten aber trotzdem einen großen Reiz. Erst Recht als lautloser Stromer!

VW hat Skizzen eines ID.3 Cabrio veröffentlicht - und wartet jetzt die Rückmeldungen dazu ab. | Foto: VW
VW hat Skizzen eines ID.3 Cabrio veröffentlicht - und wartet jetzt die Rückmeldungen dazu ab. | Foto: VW
Gregor Soller

Das Cabrio gehört fast seit immer zum VW-Programm, tritt aktuell aber nur als SUV T-Roc auf. Warum eigentlich? Zumal ja schon Nissan mit dem Murano und Range Rover mit dem offenen Evoque an ihren SUV-Cabrios gescheitert sind… hinter den Kulissen prüft VW jetzt jedenfalls die Machbarkeit eines elektrischen Cabrios. 2023 könnte ein ID.3 Cabrio an den Start gehen, und auch hier spielt dem Konzern MEB in die Hände: Denn die Bodengruppe des Modularen Elektrobaukastens verfügt über den zentralen Akkurahmen zwischen den Achsen und bietet damit von Haus aus eine ordentliche Steifigkeit, genau dort, wo man diese braucht. Weshalb man auch gut auf einen Überrollbügel verzichten kann.

Die Tradition der VW-Cabrios ist lang: Käfer, Karmann Ghia und später der Golf waren immer gesetzt, doch die Zahlen gingen zurück. Während sich der Golf 1 noch fast 390.000 Mal offen verkaufte, schaffte der Nachfolger auf Golf III-Basis nur noch gut 170.000 Kunden. Der Golf VI verkaufte sich dann noch schlechter, daneben wollte man mit dem Beetle an alte Zeiten anknüpfen, der in zwei Generationen bis 2019 angeboten wurde. Bevor im August 2019 der offene T-Roc übernahm, der bis heute extremst selten geblieben ist.

Experten von IHS Markit haben eine Studie dazu gemacht und die ist ernüchternd: 2010 wurden weltweit noch gut 473.000 Cabrios verkauft, 2020 waren es gerade noch 234.000. Da brach auch der US-Markt, bisher weltweiter Treiber, von gut 83.000 auf etwa 53.000 Cabrios ein. Für 2025 errechnet Markit dort wieder einen Anstieg auf rund 60.000 Einheiten, doch weltweit dürfte das Segment weiter schrumpfen, auf ca. 210.000 Einheiten. Und in den Boomregionen Asisens spielen Cabrios keine Rolle.

Aber elektrisch, bezahlbar und viersitzig wäre ein Cabrio doch interessant, oder? Denn man riecht und hört vorrangig die Natur. Und darum ginge es ja – wenn kein fetter Verbrenner unter der Haube sitzt, den man bei manchen Modellen ebenfalls gern hören möchte.

Was bedeutet das?

Cabrio-Fahren ist nie praktisch – auch wenn sich die Verdecke mittlerweile massiv weiterentwickelt haben. Doch es gibt immer Freunde des Offen-Fahrens – ohne unbedingt einen V8 bändigen zu wollen oder einen Roadster um die Ecken treiben zu müssen. Da gewänne ein ID.3 Cabrio massiv an Reiz. Warum hat eigentlich noch nie jemand ernsthaft über ein offenes, viersitziges, elektrisches Großseriencabrio nachgedacht? Danke, VW – bitte bauen!

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