Vulcan liefert CO2-neutrales Lithium an LGES

Klimaneutrales Lithium aus heimischem Abbau: Mit dem Vertrag soll zugleich Standortsicherung für die deutsche Autoindustrie sowie nachhaltige Akkuproduktion sichergestellt werden. Potenzial der fünf geplanten Anlagen am Oberrheingraben für eine Million E-Autos.

Warum in die Ferne schweifen: Vulcan will das natürlich gelöste Lithium im Oberrheingraben fördern, CO2-neutral und sogar mit Energieüberschuss im Geothermie-Verfahren. | Foto: Vulcan
Warum in die Ferne schweifen: Vulcan will das natürlich gelöste Lithium im Oberrheingraben fördern, CO2-neutral und sogar mit Energieüberschuss im Geothermie-Verfahren. | Foto: Vulcan
Johannes Reichel

Der nach eigenen Angaben weltweit größte Hersteller von Lithium-Ionen-Batterien für Elektrofahrzeuge LG Energy Solutions (LGES) hat einen Abnahmevertrag mit dem deutschen Innovationsunternehmen Vulcan Energie Ressourcen für die Lieferung von Lithiumhydroxid abgeschlossen. Mit der Kooperation wollen beide Unternehmen die Unabhängigkeit und Wirtschaftskraft der europäischen Batterieindustrie stärken, wie es heißt. Die Vereinbarung hat eine anfängliche Laufzeit von fünf Jahren, die um weitere fünf Jahre verlängert werden kann. Der Beginn der kommerziellen Lieferung ist für 2025 vorgesehen. Der koreanische LGES werde im ersten Jahr 5.000 Tonnen aufbereitetes Lithiumhydroxid in Batteriequalität abnehmen und ab dem zweiten Jahr der Vertragslaufzeit auf 10.000 Tonnen pro Jahr aufstocken.

Der Start der Abnahme ist an Vulcans Fertigstellung der Produktionsanlagen orientiert. Die erste Pilotanlange ist bereits in Rheinland-Pfalz in Betrieb. Ab 2025 werden insgesamt fünf Anlagen jährlich rund 40.000 Tonnen LCE des wertvollen Metalls fördern, so das Versprechen. Damit könne ein jährliches Produktionsvolumen von einer Million E-Autos realisiert werden.

„Zukünftig den größten Batteriehersteller für Elektromobilität beliefern zu können, ist ein Meilenstein! Das Zeichen, das LGES damit in einer ganzen Branche setzt, ist beachtlich. Die Dekarbonisierung der automobilen Lieferkette ist einer der wichtigsten Hebel für den Erfolg der Elektromobilität", meint Horst Kreuter, Geschäftsführer von Vulcan.

Wichtig sei es gewesen, kurze Transportwege beibehalten zu können, um den Klimavorteil zu erhalten. Mit der angestrebten Batterieproduktion in Europa bleibe das Lithium in der Region und kräftige den Wirtschaftsraum, so der Vulcan-Chef weiter. Bei dem innovativen Verfahren nutzt der Hersteller die heißen Thermalwässer des Oberrheingrabens, worin große Mengen an Lithium natürlich gelöst sind. Durch die Stromproduktion aus erneuerbarer geothermischer Energie sei der gesamte Prozess unabhängig von fossilen Brennstoffen und verbrauche zudem nur wenig Wasser und Fläche, wirbt der Hersteller weiter. Durch Bohrungen in den tiefen Untergrund wird heiße, lithiumreiche Sole dem Aufsuchungsgebiet an die Oberfläche gepumpt. Bei dem Prozess werde sogar ein Überschuss an erneuerbarer Energie produziert und zur Dekarbonisierung des Stromnetzes genutzt. Darüber hinaus verspricht der Hersteller ein "hochwertiges Hydroxidprodukt in Batteriequalität" für Elektrofahrzeuge. Die aufgebrauchte Sole werde in einem geschlossenen Kreislauf wieder reinjiziert.

Maue Bilanz: Hoher Energieeinsatz für Lithiumförderung

Lithiumgewinnung aus Hartgestein im Tagebau führe zu einer großflächigen und einschneidenden Landschaftsveränderung, argumentiert der Hersteller für sein Verfahren. Nach Abbau müsse das Gestein durch Einsatz fossiler Brennstoffe und Säuren zunächst noch hydro- und pyrometallurgisch aufbereitet werden, bevor daraus Lithiumhydroxid produziert werden kann. Dieser Prozess sei nur mit einem sehr hohen CO2-Ausstoß realisierbar, den man auf 15 Tonnen CO2 pro einer Tonne Lithium taxiert, bei einem Wasserverbrauch von 170 m3, einem Flächenverbrauch von 464 m² sowie 5.670 Euro Kosten pro Tonne. Bei der Lithiumgewinnung aus großflächigen Verdunstungsbecken wiederum würden einigen der ohnehin trockensten Orte der Welt riesige Wassermengen entzogen und verdampft, mahnt der Anbieter weiter. Das belaste nicht nur die Umwelt, sondern wirke sich auch negativ auf die lokale Bevölkerung aus. Dabei falle ein CO2-Ausstoß von fünf Tonnen pro Tonne an, bei einem Wasserverbrauch von 469 m³ und einem Flächenverbrauch von 3.124 m² und 4.857 Euro Kosten pro Tonne. Die Methode des deutschen Unternehmens würde dagegen nur einen Wasserverbrauch von 80 m³, einen kompakten Flächenverbrauch von 6 m², bei sogar niedrigeren Kosten von 4.690 Euro pro Tonne verursachen, so das Versprechen

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