Von Cargobike bis Drohne: Vier Startups starten im HOLM durch

Mit Mäx & Mäleon, Goldfinch, Layover Solutions und PRIOjet beginnen vier Jungfirmen im Start-up-Lab Frankfurt die 2-Jahres-Förderung. Dreimal Software, einmal Hardware: Personen-Cargobike.

Ohne Auto mobil: Mit Max & Mäleon beginnt auch ein Cargobike-Startup die Förderphase im HOLM, das sich die Personen- und Frachtbeförderung auf die Fahnen geschrieben hat. | Foto: Max & Mäleon
Ohne Auto mobil: Mit Max & Mäleon beginnt auch ein Cargobike-Startup die Förderphase im HOLM, das sich die Personen- und Frachtbeförderung auf die Fahnen geschrieben hat. | Foto: Max & Mäleon
Redaktion (allg.)
von Johannes Reichel

Die drei hessischen Startup-Unternehmen Goldfinch, Layover Solutions und Mäx & Mäleon sowie PRIOjet aus Hamburg haben ihren neuen Standort im House of Logistics and Mobility in Frankfurt (HOLM) bezogen und starten damit in die zweijährige Förderung des hauseigenen Start-up Accelerators.

„Wir freuen uns auf die gemeinsamen zwei Jahre mit den vier hoffnungsvollen Start-ups und auf ihre innovativen Ideen für die Logistik und Mobilität von morgen. Mit unserem starken Partnernetzwerk werden wir die jungen Unternehmen in ihrer Entwicklung tatkräftig unterstützen und auf ihrem Weg zur Marktreife begleiten", erklärte Sascha Barthel, Leiter Innovations- und Netzwerkmanagement der HOLM GmbH.

Die vier Unternehmen setzten mit ihren Geschäftsideen auf Problemlösungen in unterschiedlichsten Bereichen der Logistik und Mobilität, begründete das Institut. Sie stünden stellvertretend für die große Vielfalt an Herausforderungen, die in den Branchen besteht, und die sich auch in der Start-up-Förderung des HOLM widerspiegle.

Statt Auto: Ein Cargobike für Mensch und Material

Den urbanen Individualverkehr nachhaltiger zu gestalten, ist das Ziel des Frankfurter Start-ups Mäx & Mäleon. Dazu hat das junge Team mit dem Personen-Last-Rad ein variables Mehrpersonen-Pedelec entwickelt, das die Umweltfreundlichkeit und den Fahrspaß des Fahrrads mit den flexiblen Einsatzmöglichkeiten des PKWs vereint. Die flexible und robuste Bauweise und Ausstattung machen das Fahrzeug auch für Lieferverkehre und Sharingangebote attraktiv.

Software zur Flottenintegration von Drohnen

Das aus dem hessischen Lich stammende Start-up Goldfinch bietet eine Software, die Lieferanten dabei unterstützt, Drohnen in ihre Flotte zu integrieren. Mit dem Produkt schließt das Unternehmen die Lücke zwischen Drohnenherstellern und Logistikbranche und sorgt für einen sicheren und zuverlässigen Einsatz eines CO2-neutralen Transportmittels.

Das ursprünglich aus Hofheim am Taunus stammende Start-up Layover Solutions verfolgt das Ziel, die analogen, kosten- und zeitintensiven Prozesse hinter der Buchung von Übernachtungsmöglichkeiten, Verpflegung und Transport für Passagiere, die von Flugstörungen betroffen sind, durch eine digitale Buchungsplattform und KI-gestützte Entscheidungshilfen zu vereinfachen. Es ist das erste Projekt, das sich der umfassenden Digitalisierung des passagierbezogenen Layover Managements annimmt.

Das Hamburger Logistik-Start-up PRIOjet ermöglicht mit seinem Software-as-a-Service-Angebot PRIOjet Logistics eine Plattform zur Anbahnung, Organisation, Abwicklung und Abrechnung von Aufträgen für sehr zeitkritische internationale Sendungen mit On-Board Couriers. Notfall-Logistik-Aufträge werden so für alle Prozessbeteiligten schneller, sicherer und kostengünstiger abwickelbar.

Bewerbungsverfahren und finaler Pitch

Die Entscheidung für die vier Start-ups war am 9. September 2021 durch Juryentscheid getroffen worden, nach einem umfangreichen Bewerbungsverfahren, das mit den finalen Pitchs der Top 6 unter den Bewerbern endete. Mitglieder der Expert*innenjury waren Thea Wiedemann (Referentin Mobilität, Logistik, Binnenschifffahrt im Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen), Alexander Laukenmann (Geschäftsbereichsleiter Aviation der Fraport AG), Axel Marschall (Partner Infront Consulting & Management GmbH), Michael Rüffer (Geschäftsführer Technik und Betrieb/Eisenbahnbetriebsleiter der Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main mbH) und HOLM-Geschäftsführer Michael Kadow.

Starthilfe für Jungunternehmen wie sigo oder Wingcopter

Die Start-up-Förderung des HOLM unterstützt seit 2017 junge Unternehmen aus den Branchen Logistik und Mobilität mit einem zweijährigen Förderprogramm. Die Unterstützung umfasst die Bereitstellung von Büro- und Veranstaltungsflächen, den Zugang zum Branchennetzwerk, eine Begleitung durch Mentor*innen sowie die Teilnahme an Vernetzungs- und Szeneveranstaltungen. Seit der Gründung habe man über ein Dutzend junge Unternehmen auf ihrem Weg begleitet. Neben den Neuzugängen nutzten derzeit Green Convenience, MYTIGATE, Rail-Flow und Rodenstein das Start-up-Lab. Zu den prominentesten Alumni zählen CAPHENIA aus dem Bereich synthetischer Kraftstoffe, das Frankfurter Logistik-Start-up CargoSteps, der Lastenrad-Sharinganbieter sigo sowie das Drohnenunternehmen Wingcopter.

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