Volvo XC40 Recharge: Produktionsstart für den ersten Vollstromer

Nach unzähligen Plug-in-Hybrid-Modellen geht jetzt mit der Elektroversion des SUV XC40 der erste rein elektrisch angetriebene Volvo in Produktion. Der Polestar-2-Verwandte kommt ebenfalls mit Frontkofferraum und Android-Auto-Betriebssystem.

Endlich voll unter Strom: Nach langem Vorlauf geht der erste rein elektrische Volvo in Serie, im Werk in Gent. | Foto: Volvo Cars
Endlich voll unter Strom: Nach langem Vorlauf geht der erste rein elektrische Volvo in Serie, im Werk in Gent. | Foto: Volvo Cars
Johannes Reichel

Im belgischen Werk Gent hat der schwedische Automobilhersteller Volvo jetzt die Serienproduktion seines ersten rein elektrischen Modells gestartet. Damit will man bis 2025 die CO2-Emissionen pro Auto um 40 Prozent senken. Die Hälfte des Absatzes soll bis dahin dann auf reine E-Autos entfallen, der Rest auf Hybridfahrzeuge, die der Hersteller bisher von der Limousine bis zum SUV priorisiert hat. Die Nachfrage nach dem vollelektrischen Volvo XC40 Recharge sei hoch, das diesjährige Produktionsvolumen bereits ausverkauft. Man halte die "gut gefüllten Auftragsbücher" aber weiterhin offen, wie es heißt. Noch im Laufe dieses Monats sollen dann die ersten Elektro-SUV zu Kunden in Europa rollen, auf dem deutschen Markt werden die Fahrzeuge zum Ende des Jahres erwartet. Der Startpreis beträgt um die 62.000 Euro ohne Prämie.

„Während wir unsere Modellpalette weiter elektrifizieren, ist das Werk Gent ein echter Vorreiter für unser globales Produktionsnetzwerk“, erklärte Javier Varela, Leiter des Bereichs Global Industrial Operations & Quality.

Wie der konventionell angetriebene XC40 basiert auch die Elektroversion auf der kompakten Modular-Architektur (CMA), die zusammen mit Volvo-Eigentümer,der chinesischen Geely Gruppe entwickelt wurde. Mit zwei Elektromotoren – je einem an Vorder- und Hinterachse – verfügt der Volvo XC40 Recharge über eine Gesamtleistung von 300 kW (408 PS) wie über Allradantrieb. Die Reichweite soll bei 400 bis 418 Kilometern nach WLTP liegen, was einem realistischen Stromverbrauch von 23,8-25 kWh/100 km entspräche. An Schnellladestationen lasse sich die 78-kWh-Lithium-Ionen-Batterie binnen 40 Minuten zu 80 Prozent wieder aufladen. Maximal gehen 150 kW Leistung über den DC-Bordlader, im AC sind maximal 11 kW möglich.

Im Google-Imperium: Android-Infotainment

Wie zuvor schon beim neuen Markengeschwister Polestar 2 gibt es erstmals ein Android-Infotainmentsystem, das Kunden zusätzliche Personalisierungsmöglichkeiten, eine intuitive Bedienbarkeit und zahlreiche integrierte Google-Anwendungen und -Dienste bieten soll, darunter Google Assistant, Google Maps und der Google Play Store. Updates für Software und Betriebssystem erfolgen drahtlos über Funk. Das Raumangebot ist zum Verbrenner bis auf einen etwas kleineren Kofferraum (413 statt 460 l) unverändert, allerdings findet sich durch den Wegfall des Motors unter der Haube ein zusätzliches Staufach unter der Front, ein sogenannter Frunk mit 31 l Volumen. Die Anhängelast des 2,15 Tonnen schweren Kompakt-SUV beträgt wie beim Polestar 2 bis zu 1,5 Tonnen.

Neugestaltet und verstärkt wurde die Frontstruktur unter dem Blech, um trotz des Wegfalls des Verbrennungsmotors den Sicherheitsanforderungen gerecht zu werden. Die Insassen seien im vollelektrischen Volvo genauso sicher unterwegs wie in jedem anderen Modell der Marke, verspricht der Anbieter. Ein Sicherheitskäfig soll die Hochvoltbatterie schützen, die mittig im Fahrzeugboden platziert wurde. Diese Position senkt auch den Schwerpunkt, was nicht nur die Agilität verbessern, sondern auch optmiert vor Überschlägen schützen soll.

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