Werbung
Werbung
Werbung

Volvo wächst und wirbt um Partner

Wie bei vielen Wettbewerbern wächst bei Volvo Cars zwar der Absatz, aber der Gewinn schrumpft wegen hoher Investitionen auch in die E-Mobilität. Chef Hakan Samuelsson zeigt sich offen für Partnerschaften, auch mit Daimler. Die Fäden laufen bei Geely zusammen.

Spur gehalten: Volvo Cars legt beim Absatz weiter zu, leidet aber unter hohen Investitionen. Partnerschaften wie mit NVDIA und Autoliv beim autonomen Fahren sollen noch ausgebaut werden. | Foto: Volvo
Spur gehalten: Volvo Cars legt beim Absatz weiter zu, leidet aber unter hohen Investitionen. Partnerschaften wie mit NVDIA und Autoliv beim autonomen Fahren sollen noch ausgebaut werden. | Foto: Volvo
Werbung
Werbung
Johannes Reichel

Auch bei Volvo drücken hohe Investitionen in Elektromobilität und neue Technologien auf den Gewinn: Bei der Veröffentlichung des Jahresberichts des Unternehmens in Stockholm wies die Bilanz zwar einen Verkaufsanstieg von 571.577 auf 642.253 Fahrzeuge aus. Allerdings verblieben von 21 Milliarden Euro Umsatz nur 5,6 Prozent als Gewinn, die Ausgaben für Forschung und Entwicklung stiegen im selben Zeitraum um 18,8 Prozent. Man will künftig an der Effizienz arbeiten, sowohl in der Produktion als auch in der Administration. Aber vor allem warb der Chef der Geely-Tochter Håkan Samuelsson um Kooperationen: "Wir brauchen Partner", erklärte der Volvo-Car-Group-CEO laut SZ in einer Telefonkonferenz. Dabei schloss er auch eine Zusammenarbeit mit Daimler nicht aus, etwa auf den Feldern Elektromobilität und Fahrerassistenz, sofern sich "gemeinsame Interessen" fänden, so der 67-jährige Schwede, der noch einen Vertrag bei Volvo bis 2022 hat. Geely ist Haupteigentümer bei Volvo und der größte Einzelaktionär bei Daimler.

„Das Ergebnis entspricht unseren Erwartungen, jedoch nicht ausnahmslos unseren langfristigen Ambitionen. Das Umsatzwachstum und die Verkaufszahlen 2018 waren gesund, externe Faktoren wie Zölle und steigender Preiswettbewerb in verschiedenen Märkten haben die Profitabilität negativ beeinflusst“, begründete Samuelsson, Präsident und CEO der Volvo Car Group.

Für 2019 erwarten der Volvo-Chef weiteres Volumenwachstum, man werde weiter vom "starken Produktportfolio und gesteigerten Produktionskapazitäten profitieren". Man müsse aber realistisch bleiben und sehen, dass die Margen weiterhin unter kontinuierlichem Druck seien, so Samuelsson.

Was bedeutet das?

Da wird der als Effizienzfanatiker bekannte Geely-Chairman Li Shufu auch schon selbst drauf gekommen sein: Als größter Einzelaktionär bei Daimler und Eigentümer von Volvo liegt eigentlich nichts näher, als die beiden Premium-Marken vor allem in Sachen Elektromobilität und Autonomes Fahren enger zu vernetzen. Aber ob er sich beim Daimler so weit in die operativen Belange einmischen kann, das darf doch bezweifelt werden. Offiziell hält sich Shufu da immer diskret im Hintergrund und betont sein langfristig strategisches Interesse an Daimler. In beiden Fällen wird der rätselhafte chinesische Strippenzieher nicht mit der Marge zufrieden sein. Aber bestimmt nicht zufällig platzte die Meldung von engeren Sondierungen zwischen den Schwaben und den Chinesen rein. Es würde verwundern, wenn Shufu das nicht mit seiner größten Tochter Volvo Cars vernetzen würde.

Printer Friendly, PDF & Email
Werbung