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Volvo Trucks „gibt Gas“

Auch Volvo Trucks bietet jetzt Motoren an, die mit Flüssigerdgas oder Biogas statt mit Diesel betrieben werden können.

Optisch unterscheiden sich die Gasversionen nur an den Tanks von den Dieseln. | Foto: Volvo
Optisch unterscheiden sich die Gasversionen nur an den Tanks von den Dieseln. | Foto: Volvo
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Gregor Soller

Die neuen schweren Lkw sollen laut Volvo Trucks-Pressesprecher Manfred Nelles „dieselbe Leistung, dieselben Fahreigenschaften und denselben Kraftstoffverbrauch wie dieselbetriebene Modelle von Volvo“ bieten. Ein Vorteil ist, dass der CO2-Ausstoß kraftstoffabhängig 20 bis 100 Prozent unter dem eines Dieselfahrzeugs liegen soll. Die neuen Modelle Volvo FH LNG und Volvo FM LNG sind mit 309 oder 338 kW (420 oder 460 PS) für den schweren Regional- und Fernverkehr erhältlich.

Interessant ist Volvos Vorgehensweise: Anstelle eines Ottoprinzips, der normalerweise bei gasbetriebenen Fahrzeugen genutzt wird, setzen der Volvo FH LNG und der Volvo FM LNG auf einen Gasmotor nach dem Dieselprinzip. Dadurch können Unternehmen ohne Kompromisse bei Fahreigenschaften, Kraftstoffverbrauch oder Zuverlässigkeit auf Gasantrieb umstellen. Der Gasmotor von Volvo mit 338 kW (460 PS) liefert ein maximales Drehmoment von 2.300 Nm, das  309-kW-Aggregat (420 PS) von 2.100 Nm. Das entspricht den Werten der jeweiligen Volvo-Diesel. Auch der Kraftstoffverbrauch soll den Dieseln entsprechen und 15 bis 25 Prozent unter dem herkömmlicher Gasmotoren liegen.

Als Kraftstoff kommen Erdgas in Form von LNG oder Bio-LNG zum Einsatz. Beide Kraftstoffe bestehen aus Methangas. Bei Verwendung von Biogas kann die Klimabilanz um bis zu 100 Prozent verbessert werden, beim Einsatz von Erdgas immerhin um 20 Prozent. Dieser Wert gilt für die Emissionen während des Fahrzeugbetriebs (TTW oder Tank-to-Wheel). Für eine maximale Reichweite werden die Fahrzeuge mit LNG betankt, das bei einem Druck von 4–10 bar und einer Temperatur von –140 bis –125 °C gelagert wird. Die größte Tankoption enthält LNG für eine Reichweite von bis zu 1000 Kilometern. Der Tankvorgang dauert ungefähr ebenso lange wie beim klassischen Diesel. Während der Fahrt wird der Kraftstoff erwärmt, unter Druck gesetzt und in ein Gas umgewandelt; erst danach erfolgt die Einspritzung in den Motor. Um das Gas zu zünden, wird bei der Kraftstoffeinspritzung eine winzige Menge Diesel hinzugefügt. Für eine Senkung der CO2-Emissionen um 100 Prozent muss der fossile Dieselkraftstoff durch HVO (hydrierte Pflanzenöle) ersetzt und mit Bio-LNG kombiniert werden. Die Kraftstofftanks sind erhältlich mit 115 kg (275 l), 155 kg (375 l) oder 205 kg (495 l) LNG für bis zu 1000 km Reichweite; ein kleiner Dieseltank ist ebenfalls vorhanden. Die Abgasnachbehandlung erfolgt via SCR und Partikelfilter.

Was bedeutet das?

Die Lkw-Branche folgt der Energiebranche: Nachdem auch dort verstärkt Gas statt Öl gefördert wird, scheint sich dieser Energieträger auch im Lkw als saubere Dieselalternative zu etablieren. Denn neben Volvo trommeln vor allem Iveco, sowie Scania und im Kommunalbetrieb auch Daimler schon seit Längerem für den Alternativkraftstoff.

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