Volvo treibt autonomes Fahren mit eigener Sparte voran

Mit einer eigenständigen Tochter will Volvo die Potenziale besser erschließen und eine Software für die autonome Plattform entwickeln. Die soll mit der nächsten Modellgeneration kommen.

Unter eigenen Fittichen: Der neue Volvo Bereich von Zenuity soll sich auf die Entwicklung von Software für vollautonomes Fahren konzentrieren. | Foto: Volvo Cars
Unter eigenen Fittichen: Der neue Volvo Bereich von Zenuity soll sich auf die Entwicklung von Software für vollautonomes Fahren konzentrieren. | Foto: Volvo Cars
Johannes Reichel

Die schwedische Geely-Tochter Volvo Cars forciert die Entwicklung des autonomen Fahrens und organisiert sich neu. Zenuity, das Joint Venture des schwedischen Premium-Herstellers mit Veoneer, soll dafür in zwei Bereiche aufgespalten werden. Künftig soll ein neues eigenständiges Unternehmen, das zu Volvo Cars gehört, auf die Entwicklung und Vermarktung von Software für vollautonomes Fahren konzentrieren. Der andere Bereich fokussiert weiterhin auf die Entwicklung und Kommerzialisierung fortschrittlicher Fahrer-Assistenzsysteme. Er werde in das Unternehmen Veoneer integriert, das auf Fahrzeugsicherheit spezialisiert ist.

Mit dieser Maßnahme will das Entwicklungspotenzial optimal ausnutzen. Der Automobilhersteller und Veoneer halten bislang jeweils 50 Prozent am Joint Venture Zenuity, das zur Entwicklung neuer Assistenz- und Fahrsysteme für autonom fahrende Autos gegründet wurde. Unter der gemeinsamen Regie hat der Anbieter eine Software-Plattform für fortschrittliche Fahrer-Assistenz- und autonome Fahrsysteme entwickelt. Beide künftigen Unternehmensteile werden weiterhin auf dieser Plattform aufbauen und sie sukzessive weiterentwickeln, heißt es.

In Deutschland ansässige Betriebe gehen an Veoneer

Als Teil der jetzt getroffenen Vereinbarung würden die bisherigen Aktivitäten und Mitarbeiter von Zenuity im schwedischen Göteborg und im chinesischen Schanghai in das neue Unternehmen überführt. Die in Deutschland und den USA ansässigen Betriebe und Mitarbeiter gehen an Veoneer. Die Software für autonomes Fahren soll in der nächsten Generation von Volvo Modellen zum Einsatz kommen, die dann auf der Fahrzeugarchitektur SPA2 basieren. Das neue Unternehmen bleibe von Volvo Cars getrennt und werde eigene Vertriebskanäle nutzen.

Ambitioniert: Autonomes Fahren in nächster Modellgeneration

Volvo Cars habe sich verpflichtet, mit seiner nächsten Fahrzeuggeneration sicheres autonomes Fahren auf Autobahnen einzuführen, erklärte Håkan Samuelsson, Präsident und CEO von Volvo Cars. Nach seinem Dafürhalten ließen sich nur mit volller Konzentration des neuen Unternehmens auf diese Entwicklung diese Ambitionen verwirklichen.

„Wir glauben, dass es in Zukunft nur eine begrenzte Anzahl von globalen Software-Plattformen für autonomes Fahren geben wird. Eine dieser Plattformen beabsichtigen wir zu entwickeln.“ Das neue Unternehmen wird voraussichtlich spätestens im dritten Quartal 2020 seinen Betrieb aufnehmen.

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