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Volvo in Porsche-Optik: Die neue Geely-Tochter Lynk & Co

Ende des Jahres soll das neue Lynk & Co-SUV, das einfach "01" heißt, auf dem Heimatmarkt China starten.

Mit "Lynk und Co" startet eine komplett neue Marke. Erstes Modell: Das SUV 01. | Foto: Lynk & Co
Mit "Lynk und Co" startet eine komplett neue Marke. Erstes Modell: Das SUV 01. | Foto: Lynk & Co
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Gregor Soller

Mit der Marke Lynk & Co will Geely die Lücke zwischen den eigenen Produkten und Volvo schließen. Und zwar auf konzeptionell ungewöhnliche Art: Denn man will das Schweden-Know-How nutzen, um qualitativ ganz vorn mitzufahren, das Auto global vertreiben – das aber "anders" als es der Rest der Industrie tut – vornehmlich übers Netz ohne große Wahlmöglichkeiten. Obwohl man jetzt schon fast nur noch von Lynk spricht, soll die Marke "Lynk and Co" gesprochen werden. Das "Co" soll dabei nicht etwa für Company, sondern für andere Begriffe stehen, wie zu Beispiel Community, Cool oder Connected. Dabei hat man sich an Modelabels orientiert. Nach dem Start in China soll die Marke auch nach Europa und in die USA kommen.  

Der 01 steht auf der kompakten CMA-Konzernplattform, die auch der Volvo XC 40 nutzt. Das soll auch für Bestwerte bei den Crashtests sorgen. Die neue Architektur nimmt nicht nur Vierzylinder-Benziner und -Diesel auf, sondern auch Dreizylinder und Plug-in-Hybride. Außerdem soll auch ein E-Antrieb samt Batterien integriert werden können. Das Leistungsspektrum dürfte analog zum XC 40 etwa bei 150 bis knapp 200 PS liegen.  Die Kraft überträgt dabei entweder eine Sechsgang-Handschaltung oder ein Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe.

Nachdem man mit der neuen Marke vor allem ein jüngeres Publikum im Visier hat, investierte man viel in Infotainment und die Connectivity, heißt: Internet-Zugang ist Serie, dazu gibt es eine eigene App. Außerdem sollen die Lynk & Co sich auch untereinander „verlinken“ können und Infos über Verkehr, freie Parkplätze oder Miet- respektive Vermietmöglichkeiten austauschen. Denn Lynk & Co sollen auch gemietet und „geshared“ werden können. Um die Software und Organisation dahinter kümmern sich unter anderem Alibaba, Ericsson und Microsoft. Extras gibt es keine. Stattdessen kann man nur Ausstattungslinien und Farben wählen, fertig.

Und wie sitzt es sich im 01? Gut und einige Details erinnern an Volvo. Das Cockpit mit Digitalanzeigen und die Optik wirken prinzipiell hochwertig, lassen allerdings etwas Luft nach oben zu den teureren Volvo-Modellen. Das Platzangebot entspricht weitgehend dem Volvo XC 40, wo es im Fond mit vier großen Fahrgästen schon mal etwas zwicken kann. Das Außendesign orientiert sich eher an Porsche als an der schwedischen Schwester. 

Beim Vertrieb geht man ganz neue Wege: Die neuen Modelle sollen hauptsächlich übers Internet verkauft werden. Statt Händlerbetrieben setzt man auf Stores in den Innenstädten, die Wartung übernimmt dagegen Volvo. Womit auch geklärt wäre, wie man den Service sicherstellen will. Bei den Garantien schielt man dagegen nach Korea und plant eher mit fünf statt mit zwei Jahren, allerdings wahrscheinlich mit 150.000 Kilometern Begrenzung.

Was bedeutet das?

Geelys neue Marke wirkt frisch und interessant. Sie könnte tatsächlich eine neue Zielgruppe erobern. Allerdings wurde hier nicht die Welt absolut nicht neu erfunden, sondern man drehte nur an Details. Bleibt zu hoffen, dass Lynk und Co im Gegensatz zum Volvo XC 40 in Europa gleich elektrifiziert startet – sonst wäre das frische Image gleich wieder veraltet.

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