Volvo Group übernimmt Futuricum

Schweizer Spezialist soll mit elektrifizierten Nischenprodukten das Portfolio an emissionfreien Antrieben der Schweden ergänzen, bleibt aber ein eigenständiges Unternehmen.

Auf's spezielle Wohl fokussiert: Der Schweizer E-Lkw-Pionier Futuricum sieht seine Vorteile in schnellen Feedbackschleifen mit den Kunden. | Foto: Futuricum
Auf's spezielle Wohl fokussiert: Der Schweizer E-Lkw-Pionier Futuricum sieht seine Vorteile in schnellen Feedbackschleifen mit den Kunden. | Foto: Futuricum
Johannes Reichel

Der schwedische Lkw-Hersteller Volvo Group hat die Übernahme von 60 Prozent der Designwerk Technologies AG bekanntgegeben. Das in der Schweiz ansässige Unternehmen entwickelt und vertreibt Produkte und Ingenieurleistungen im Bereich der Elektromobilität und ist besser bekannt unter dem Markennamen Futuricum. Durch die Investition wolle man die derzeitigen Kompetenzen ergänzen, speziell im Bereich Nischenprodukte und Speziallösungen, so die Begründung der Schweden.

„Designwerk Technologies verfügt über hohe Kompetenzen im Bereich der Elektromobilität und konzentriert sich auf die Entwicklung, die Prototypenerstellung und die Produktion von Nischenprodukten in kleinen Stückzahlen im gesamten Spektrum der industriellen Elektromobilität", erklärt Lars Stenqvist, Chief Technology Officer der Volvo Group.

Die Investition werde den Übergang der Volvo Group zu klimaneutralen Transportlösungen in allen Segmenten unterstützen, glaubt Stenqvist. Unter der Marke Futuricum stellt der Schweizer Spezialist individualisierte E-Lkws, mobile Schnellladestationen und Hochvolt-Batteriesysteme her. Als Vorteil bei der Entwicklung sieht man ein schnelles und direktes Feedback von den Kunden. Designwerk Technologies werde weiterhin als eigenständiges Unternehmen tätig sein.

„Wir freuen uns darauf, den Wandel der Volvo Group hin zur Elektromobilität mit zusätzlicher Agilität und Leistung weiter zu unterstützen. Indem wir die Größe und die Kompetenzen von Volvo zu unserer Nischenproduktion hinzufügen, können wir sowohl die notwendige Implementierung von Elektrofahrzeugen und der unterstützenden Infrastruktur beschleunigen als auch den Anteil emissionsfreier Fahrten auf den Strassen erhöhen“, glaubt Adrian Melliger, CEO von Designwerk Technologies.

Wechselbrücken-Truck für DPD mit 700 Kilometer Reichweite

Erst vor kurzem hatte der Anbieter einen vollelektrischen Wechselbrücken-Lkw an DPD übergeben, der laut Hersteller über die kapazitätsstärkste Batterie Europas verfügt. Der Futuricum E-Truck ist seit einigen Monaten bei DPD im Einsatz und legt täglich die Strecke zwischen dem Depot und dem Verteilzentrum in Buchs ZH zurück. DPD gehöre damit zu den Ersten, die den Futuricum Logistics 18E in der Verteillogistik einsetzen.

Leistungsstarke Fahrzeugtechnik

Die Basis für das elektrifizierte DPD Fahrzeug bildet das Chassis der Baureihe FH von Volvo. Vier Elektromotoren sorgen für einen leistungsstarken Antrieb mit einer Gesamtleistung von 680 PS, für mehr Effizienz sorgt wie üblich die Rückgewinnung der Bremsenergie mittels Rekuperation. Der DPD-Truck verfügt über vier Batterien mit insgesamt 680 kWh Kapazität. Dabei handle es sich um Europas grösste LKW-Batterie, die derzeit im Einsatz ist, meint Designwerk-Geschäftsführer Adrian Melliger. Mit diesem Set-Up ließen sich bei optimalen Bedingungen über 700 km Reichweite erfahren. Im Depot wird das Fahrzeug zudem mit Ökostrom geladen.

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