Volvo führt cloudbasierte Sicherheitssysteme ein

Hersteller macht vernetzte Warnsysteme zur Serienausstattung und fordert für größere Wirksamkeit andere Hersteller zum Austausch anonymisierter Sicherheitsdaten auf.

Warnt im Voraus: Mit dem Hazard Light Alert gibt ein Volvo Warnungen an andere Modelle der Marke weiter. | Foto: Volvo
Warnt im Voraus: Mit dem Hazard Light Alert gibt ein Volvo Warnungen an andere Modelle der Marke weiter. | Foto: Volvo
Johannes Reichel

Der Pkw-Hersteller Volvo hat in Europa zwei neue Sicherheitssysteme eingeführt, mit denen sich Fahrzeuge über ein Cloud-basiertes Netzwerk vor rutschigen Fahrbahnen sowie anderen Gefahren warnen können. Die beiden Systeme namens Hazard Light Alert und Slippery Road Alert wurden bereits 2016 in den Volvo 90er-Modellen in Schweden sowie Norwegen eingeführt und sind künftig für Volvo Fahrer in ganz Europa verfügbar – in den Fahrzeugen des Modelljahrs 2020 serienmäßig und für Fahrzeuge ab Modelljahr 2016 als Nachrüstung. Die interne Sicherheitsforschung zeigt, dass der Verkehrssituation angepasste Geschwindigkeit das Unfallrisiko erheblich verringern kann. 

„Der Austausch von Echtzeit-Sicherheitsdaten zwischen Fahrzeugen kann Unfälle vermeiden“, erläutert Malin Ekholm, Leiterin des Volvo Cars Safety Centre.

Sobald bei einem mit dem System ausgestatteten Fahrzeug das Warnblinklicht eingeschaltet wird, sendet der Hazard Light Alert (Gefahrenwarnung) über die Cloud ein Signal an alle Volvo-Modelle in der Nähe und warnt vor der möglichen Gefahrenstelle, vor allem vor unübersichtlichen Kurven und vor Kuppen nützlich. Der Slippery Road Alert (Warnung vor rutschigen Straßen) soll die Aufmerksamkeit des Fahrers für die aktuellen und kommenden Fahrbedingungen erhöhen. Dazu sammelt das System mit Hilfe der Lenk-, Brems- und Beschleunigungssensoren der verbundenen Fahrzeuge Daten über die Straßenbeschaffenheit bzw. den Reibwert des Belags und übermittelt diese anonymisierten Informationen zum Straßenzustand an alle Volvo Modelle in dem betroffenen Bereich.

Volvo fordert andere Hersteller zum Datentausch auf

Mit der Einführung der Systeme in Europa erneuert der Anbieter auch seine Einladung an andere Hersteller, sich am Austausch anonymisierter Sicherheitsdaten zu beteiligen. Das Teilen dieser Daten in Echtzeit kann erheblich zur Verkehrssicherheit beitragen und bei zunehmender Vernetzung der Fahrzeuge noch mehr an Bedeutung gewinnen. Seit dem vergangenen Jahr nutzen bereits Volvo Cars und Volvo Trucks in Schweden und Norwegen solche Daten, um Fahrer vor Gefahren in der Nähe zu warnen.

 

 

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