Volvo ergänzt Palette um C40 Recharge P8

Den C40 Recharge haben die Schweden direkt vom XC40 abgeleitet. Auch er basiert auf der CMA-Plattform und ist das erste Volvo-Modell, das als reines Elektrofahrzeug konzipiert wurde.

Volvo biegt ab - Richtung Elektromobilität. Der C40 kommt nicht mehr als Verbrenner. | Foto: Volvo Cars
Volvo biegt ab - Richtung Elektromobilität. Der C40 kommt nicht mehr als Verbrenner. | Foto: Volvo Cars
Gregor Soller

Nach der Markteinführzug des XC40 Recharge P8 AWD legt Volvo die ”Coupéversion” eines ersten Stromers nach – wobei die nur als Stromer und nicht mehr als Verbrenner konzipiert wurde. Später werden von beiden Modellen schwächere und günstigere Fronttriebler folgen. Denn bereits 2025 sollen 50 Prozent des weltweiten Verkaufsvolumens aus reinen Elektroautos bestehen, der Rest aus Hybriden respektive Plug-in-Hybriden. Bis 2030 soll dann wie berichtet jeder verkaufte Volvo ein reines Elektroauto sein. Henrik Green, Chief Technology Officer, erklärt dazu euphorisch:

"Der C40 Recharge repräsentiert die Zukunft von Volvo und zeigt, wohin wir gehen. Er ist vollelektrisch, wird nur online mit einem All-in-Paket angeboten und wird schnell lieferbar sein. Einen neuen Volvo zu bekommen war noch nie so attraktiv."

Beim neuen Modell senkte Volvo vor allem das ”Glashaus” ab – ähnlich wie es einst Bertone beim 262 C Coué tat – doch diesmal sieht das Ergebnis viel harmonischer aus. Denn auch das Heck des C40 Recharge wurde komplett überarbeitet und punktet mit fließenden Linien. Im Innenraum bietet der C40 Recharge den Kunden trotzdem die von den meisten Volvo-Fahrern bevorzugte hohe Sitzposition, während er mit einer Reihe von modellspezifischen Farb- und Deko-Optionen erhältlich ist. Außerdem ist er das erste Volvo-Modell, das komplett lederfrei ist. Der C40 Recharge geht im Herbst 2021 Jahres in Produktion und wird zusammen mit dem XC40 Recharge in Gent, Belgien, gebaut.

Google an Bord - doch es versteht kein "Automotive"

Wie der XC40 Recharge ist auch der C40 Recharge mit dem neuen Infotainmentsystem ausgestattet, das gemeinsam mit Google entwickelt wurde und auf dem Android-Betriebssystem basiert. Es bietet integrierte Google-Apps und -dienste, wie Google Maps, Google Assistant und den Google Play Store. Unbegrenzte Daten sollen eine bessere Konnektivität ermöglichen, weshalb der C40 Recharge seine Software-Updates Over-the-Air erhält. So soll er sich wie die Teslas im Laufe der Zeit weiter verbessern. In der Praxis muss man jedoch darauf achten, dass Google nicht abstrakt versteht: Wer beim XC40 sagt, "mir ist kalt", bekommt nicht die Heizung höher gedreht, sondern den Tipp, sich wärmer anzuziehen.

Der Antrieb besteht auch beim C40 aus zwei Elektromotoren, einer an der Vorder- und einer an der Hinterachse, die von einer 78-kWh-Batterie gespeist werden, die in etwa 40 Minuten zu 80 Prozent schnellgeladen werden kann. Die voraussichtliche Reichweite beträgt rund 420 Kilometer, die im Laufe der Zeit durch Software-Updates verbessert werden soll. Bei unseren ersten Testfahrten mit dem XC40 Recharge P8 AWD blieben davon bei hohem Autobahnanteil mit meist brav gefahrenen 120 bis 130 km/h allerdings nur rund 300 Kilometer übrig. Ähnliches ist für den ”C” zu erwarten.

Wie bereits angekündigt, wird der vollelektrische C40 Recharge nur online erhältlich sein. Im Einklang mit dem Bestreben, die Komplexität im Modellangebot zu reduzieren und sich auf attraktive, vorselektierte Varianten zu konzentrieren, hat Volvo Cars das Kundenangebot für den C40 Recharge drastisch vereinfacht. Wenn Kunden einen neuen C40 Recharge erwerben, wird er mit einem komfortablen Betreuungspaket geliefert, das Elemente wie Service, Garantie, Pannenhilfe sowie Versicherungs- und Heimladeoptionen enthält. Denn auch Volvo Care soll weitergeführt werden.

Was bedeutet das?

Der C40 ist im Grunde ”nur” eine Variante des XC40 Recharge P8 AWD. Aber er kommt nicht mehr als Verbrenner und weist auch im Verkauf in die Zukunft. Man darf gespannt sein, welchen Anteil er im Volvo-Portfolio erobern kann und welche weiteren Stromer Volvo in der nächsten Zeit folgen lässt. Zumal man diese dann auch konsequenter auf rein elektrische Antriebe hin konstruieren kann.

 

 

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