Volvo Cars Strategie: Die Zukunft steht voll unter Strom

Mehr Reichweite, kürzere Ladezeiten, top Sicherheit und Konnektivität: Die Schweden machen mit Geely-Power mächtig Dampf beim Strom, auch dank Kooperationen mit Google, Luminar, Northvolt und NVIDIA.

Elektrischer Baukasten: Mit einem Konzeptfahrzeug will der schwedisch-chinesische Hersteller seine Pläne untermauern und die sind vollelektrisch. | Foto: Volvo Cars
Elektrischer Baukasten: Mit einem Konzeptfahrzeug will der schwedisch-chinesische Hersteller seine Pläne untermauern und die sind vollelektrisch. | Foto: Volvo Cars
Johannes Reichel

Wie bereits mehrfach avisiert hat die schwedische Tochter des chinesischen Geely-Konzerns Volvo Cars jetzt seine Strategie für die komplette Elektrifizierung der Fahrzeugpalette bekanntgegeben. Im Rahmen eines digitalen Live-Events am 30. Juni 2021 präzisiert der Hersteller seine Strategie, bei der man ab 2030 ausschließlich Elektroautos anbieten und zudem zu einem weltweit führenden Unternehmen im schnell wachsenden Premium-Elektroauto-Segment aufsteigen will. Konkret gibt man nun erste Einblicke in die Technik, die die Basis für alle vollelektrischen Volvo Fahrzeuge der nächsten Generation sein wird. An der live aus dem schwedischen Göteborg übertragenen Veranstaltung nehmen auch Vertreter von Google, Luminar, Northvolt und NVIDIA teil, die man als enge Partner sieht, und mit denen Volvo auf dem Weg in die vollelektrische Zukunft kooperieren will. 

Zu den ambitionierten Plänen gehört vor allem auch die nun eigenständige Softwareentwicklung, die Zentralisierung der Datenverarbeitung, weiter verbesserte Sicherheitstechnik sowie die Einführung des sicheren autonomen Fahrens. Zudem werde man auch die kommende Lösung für Infotainment vorstellen. Dazu kündigt man ein Konzeptfahrzeug an, das die Technikstrategie visualisieren und das einen Einblick in die Zukunft des Designs im rein elektrischen Zeitalter geben soll.

„Wir wollen die besten Autos unserer 94-jährigen Geschichte bauen. Dies ist eine spannende Zeit in unserer Entwicklung. Wir werden die wachsende Kundennachfrage nach reinen Elektroautos erfüllen, die nahtlose Konnektivität, branchenführende Sicherheitsstandards und fortschrittliches autonomes Fahren bieten“, verspricht Håkan Samuelsson, Präsident und CEO von Volvo Cars, an.

Win-Win: Bessere E-Autos, mehr Marge

Der Hersteller hat sich der vollständigen Elektrifizierung verschrieben und will die reale Reichweite im Vergleich zu den aktuellen Elektroautos mehr als verdoppeln. Die Akkus sollen sich wesentlich schneller laden lassen und auch die Kosten für den Fahrzeugbesitz und das Aufladen sollen sinken. Bis Mitte dieses Jahrzehnts will das Unternehmen weltweit 1,2 Millionen Fahrzeuge verkaufen, davon sollen mindestens die Hälfte reine Elektroautos sein.

In finanzieller Hinsicht streben die Schweden bis Mitte des Jahrzehnts eine jährliche operative Marge von acht bis zehn Prozent an. Dazu beitragen sollen wachsende Absatz- und Umsatzzahlen in allen drei globalen Verkaufsregionen, effektivere Vertriebskanäle, Synergien mit den Tochtergesellschaften und ein breiteres Angebot an vollelektrischen Fahrzeugen. Es wird erwartet, dass die Profitabilität bis Mitte des Jahrzehnts weiter steigt, wenn Parität bei der Bruttomarge von Autos mit Elektroantrieb und Autos mit Verbrennungsmotor erreicht wird.

Auf eigene Faust: Softwareentwicklung inhouse

In Verbindung mit der Umstellung auf Core Computing mit NVIDIA-Technik, die in den Elektrofahrzeugen zum Einsatz kommt, verlagert der Hersteller nun auch die Softwareentwicklung ins eigene Haus. Dadurch würden die Entwicklungszyklen verkürzt, was die wachsende Rolle von Software als Unterscheidungsmerkmal für das Auto der Zukunft und als Treiber für profitables Wachstum widerspiegeln soll, wie der Hersteller den Schritt begründet. Dieser markiere eine klare Abkehr vom statischen Entwicklungsansatz, der in der Automobilindustrie lange Zeit vorgeherrscht habe, so die Schweden. Man erhofft sich dadurch eine höhere Flexibilität und Entwicklungsgeschwindigkeit und will neue Dienste, Techniken und Software schneller einführen.

Hoher Anspruch auch bei Konnektivität und Sicherheit

Der Hersteller plant, auch seine Position als nach eigenem Dafürhalten Branchenführer im Bereich automobiler Sicherheit weiter auszubauen. Künftige Fahrzeuge sollen dank serienmäßiger LiDAR-Technik von Luminar auf das autonome Fahren vorbereitet sein. In Kombination mit Echtzeitdaten lasse sich das Sicherheitsniveau kommender Modelle kontinuierlich verbessern, ist man sich in Göteborg sicher. Man setzt auch seine Zusammenarbeit mit Google fort. Für das neue Infotainment-System versprechen die Schweden ein einfaches, entspanntes und sicheres Nutzererlebnis, auch durch die nahtlose Einbettung in die Ökosysteme von Volvo Cars und Google.

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