Volvo Cars: Mit StoreDot zu schnelleren Ladezeiten

Im Rahmen der Northvolt-Kooperation integriert man auch den israelischen Schnellladespezialisten, dessen Technologie Ladezeiten von fünf Minuten für 160 Kilometer  ermöglichen soll. Eine Serienproduktion plant man ab dem Jahr 2024.

Den Wagen schneller geladen: Volvo Cars will mit StoreDot-Akku-Technologie zügigere Ladezeiten realisieren und damit ab 2024 in Serie gehen. | Foto: Volvo Cars
Den Wagen schneller geladen: Volvo Cars will mit StoreDot-Akku-Technologie zügigere Ladezeiten realisieren und damit ab 2024 in Serie gehen. | Foto: Volvo Cars
Johannes Reichel

Die schwedische Geely-Tochter Volvo Cars hat ein weiteres Investment in Batterietechnologie angekündigt und beteiligt sich über seinen hauseigenen Volvo Cars Tech Fund in das israelische Unternehmen StoreDot. Die Firma entwickelt eine Batterietechnik für Elektroautos, die besonders schnellladefähig sein soll und nach eigenen Angaben in nur fünf Minuten Strom für 160 Kilometer nachladbar macht. Dabei wird die "herkömmliche" Lithium-Ionen-Batterie durch die Entwicklung und Synthese von proprietären organischen und anorganischen Verbindungen ersetzt, wie es heißt. Im Jahr 2019 demonstrierte das Unternehmen in einer Live-Weltpremiere die vollständige Aufladung eines zweirädrigen Elektrofahrzeugs in nur fünf Minuten. 2020 will man dann die Skalierbarkeit seiner XFC-Batterien unter Beweis gestellt haben. Zu den strategischen Investoren von StoreDot gehören VinFast, BP, Daimler, Ola Electric, Samsung Ventures und TDK.

Durch die Zusammenarbeit mit Volvo Cars will StoreDot die Markteinführung seiner Entwicklung beschleunigen – ein Start der Serienproduktion wird für das Jahr 2024 angestrebt. Die Zusammenarbeit zwischen den beiden Unternehmen erfolgt hauptsächlich im Rahmen des Batterie-Joint-Ventures, das Volvo im vergangenen Jahr mit dem führenden schwedischen Batteriehersteller Northvolt gegründet hat. Durch die Investition habe man sich Zugang zu allen aus der Zusammenarbeit resultierenden Technik-Errungenschaften gesichert, so die Schweden.

„Wir wollen der schnellste Transformator in unserer Branche sein, und der Tech Fund spielt eine entscheidende Rolle beim Aufbau von Partnerschaften mit zukünftigen Technologieführern. Unsere Investition in StoreDot passt perfekt zu diesem Ansatz, das Engagement des Unternehmens für Elektrifizierung und CO2-freie Mobilität entspricht unserem eigenen", verspricht Alexander Petrofski, Leiter des Volvo Cars Tech Fund.

Die Batterieentwicklung der Israelis konzentriert sich auf eine spezielle Silizium-Anodentechnik und die damit verbundene Softwareintegration. Ziel sei die Entwicklung einer extrem schnellen Ladetechnik. Dies stehe im Einklang mit dem Ziel von Volvo, Elektroautos mit größerer Reichweite, kürzeren Ladezeiten und geringeren Kosten zu entwickeln. Die Schweden wollen ab 2030 nur noch reine Elektroautos verkaufen. Bereits 2025 soll die Hälfte des weltweiten Absatzes aus reinen Elektroautos bestehen. Das im vergangenen Jahr angekündigte Joint Venture mit Northvolt konzentriert sich dabei auf die Entwicklung und Herstellung von hochmodernen Batteriezellen für die nächste Generation von Elektroautos der Schwestermarken Volvo und Polestar. Im Rahmen der Investition von rund 30 Milliarden Schwedischen Kronen in das Joint Venture errichten die beiden beteiligten Unternehmen ein gemeinsames Forschungs- und Entwicklungszentrum sowie ein Batterieproduktionswerk in der Region Göteborg. Insgesamt werden in diesem Zuge über 3.000 neue Arbeitsplätze geschaffen.

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