Volocopter stellt VoloPort vor und will UAM-Infrastruktur forcieren

Vorbild Tesla: Mobil und Infrastruktur in einem. Das badische Start-up treibt neben dem Fluggerät auch die Landeinfrastruktur mit einem modularen Schnellbau-Konzept samt Handbuch voran und will so den Einsatz des neuen Transportmittels beschleunigen.

Kommt ein VOTL geflogen: Der elektrische Volocopter soll zügig auch genug Landeplätze in Megastädten zur Verfügung haben, die relativ schnell und platzsparend zu realisieren sein sollen. | Foto: Volocopter
Kommt ein VOTL geflogen: Der elektrische Volocopter soll zügig auch genug Landeplätze in Megastädten zur Verfügung haben, die relativ schnell und platzsparend zu realisieren sein sollen. | Foto: Volocopter
Johannes Reichel

Der Bruchsaler Urban Air Mobility Pionier Volocopter hat ein umfassendes Handbuch für den VoloPort vorgestellt, der die physische Infrastruktur elektrischer, senkrechtstartender und -landender Fluggeräte darstellen soll. Das detaillierte Handbuch soll Volocopter-Partner den Aufbau einer UAM-Infrastruktur erleichtern und beschreibt Gestaltung, den Bau, die eingesetzten Materialien, die Anpassungsfähigkeit der Infrastruktur und den Anlagenbetrieb. Der Inhalt entstand aus zahlreichen direkten Kooperationsprojekten mit Behörden, Luftfahrtbetreibern, Institutionen und Partnern sowie aus dem eigenen Know-how als Entwickler von eVTOL-Fluggeräten, wirbt der Anbieter. Die VoloPort-Lösung von Volocopter stellt ein gebrauchsfertiges, kompaktes und funktional unabhängiges Vertiport-Konzept dar, das die Entwicklung einer urbanen eVTOL-Infrastruktur beschleunigen, die Einführung von öffentlicher Urban Air Mobility vorantreiben und ein Ökosystem in Megastädten ausbauen soll.

Der VoloPort könne zeit- und kostengünstig modifiziert und an verschiedene Bedarfsgrößen, Zielgruppen und Luftfahrtbetriebe angepasst werden, wirbt das Start-up. Dabei sei der Raumbedarf insbesondere in dicht besiedelten Städten minimal. Das modulares Design soll vorgefertigte Materialien kombinieren und so eine Errichtung auf einer Fläche von nur 25 m x 25 m (625 qm, etwa so groß wie zwei Tennisplätze) bei gleichzeitiger Gewährleistung eines sicheren und bequemen Raums für eVTOL-Betreiber und Passagiere gewährleisten. Bei Bedarf ließen sich zusätzliche Landeflächen und Arbeitsbereiche errichten.

„Dank der Zusammenarbeit mit unseren Partnern und unserem internen Know-how können demonstrieren, wie wir durch greifbare Lösungen auf der Infrastrukturseite das UAM-Ökosystems gestalten“, erklärt Florian Reuter, Volocopter Chief Executive Officer.

Ein Infrastrukturnetzwerk am Boden sei entscheidend für die Entwicklung von eVTOL-Fluggeräten. Der Anbieter verfolgt ähnlich dem Vorbild von Tesla bei den E-Automobilen die Entwicklung des Ökosystems beider Seiten: Fluggerät und Infrastruktur. Seitdem das erste Vertiport-Konzept 2019 in Singapur vorgestellt wurde, arbeite man eng mit der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA) zusammen, um Orientierung bei der Entwicklung von UAM-Infrastruktur zu bieten und zu erhalten. Darüber hinaus kooperiert man mit mehreren zivilen Luftaufsichtsbehörden wie der European Organisation for Civil Aviation Equipment (EUROCAE), ASTM International und der General Aviation Manufacturer‘s Association (GAMA) zusammen, um die Entwicklung standardisierter Vertiports weltweit voranzubringen. Bei der Gestaltung und Funktionalität des VoloPort-Handbuchs arbeitete man zudem mit branchenführenden Partnern und Architekten zusammen, heißt es weiter.

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