Vollfettstufe: Der Ford Explorer komplettiert Fords neues SUV-Trio.

Nach dem starken Aufschlag von Puma und Kuga soll künftig der Explorer als Plug-In-Hybrid- mit 40 Kilometer rein elektrischer Reicheite das Programm nach oben abrunden.

Der Explorer kommt ausschließlich als Parallel-Plug-in-Hybrid. | Foto: Ford
Der Explorer kommt ausschließlich als Parallel-Plug-in-Hybrid. | Foto: Ford
Gregor Soller

Bereits am 2.4.2019 präsentierte Ford seinen neuen Explorer, rund ein Jahr später soll er dann auch verkauft warden. Im Gegensatz zu Puma und Kuga handelt es sich dabei um eine reine US-Entwicklung, die in der oberen Mittelklasse auf diverse Brocken von Audi Q7 über Kia Sorento bis zum VW Touareg trifft. Geliefert wird er als Explorer ST-Line oder Explorer Platinum.

Verbrenner und E-Maschine bieten Leistung satt

Beide werden von einer Parallel-Hybrid-Kombination aus Fords 350 PS-3,0-Liter-EcoBoost V6-Benziner samt 100 PS-Elektromotor und Generator angetrieben, um üppige 450 PS Gesamtleistung und 840 Nm Drehmoment zu liefern, zusammen mit rein-elektrischen Fahrfähigkeiten. Und mittlerweile klotzen die Amis was Fahrmodi und Gänge angeht: Die Intelligent All-Wheel-Antriebstechnologie bietet sieben Fahrmodi und Fords eigenes Automatikgetriebe, das mit GM entwickelt wurde, hat zehn Fahrstufen! Der Lithium-Ionen-Akku hat 13,1 kWh Kapazität.

Es gibt die Modi EV Auto, EV Now, EV Later und EV Charge. Wenn die Batterie ihren niedrigsten Ladezustand erreicht, kehrt der Explorer automatisch in den EV Auto-Modus zurück – und ergänzt die Leistung des Benzinmotors durch elektrische Motorunterstützung mit rückgewonnener Energie für eine optimierte Kraftstoffeffizienz. Der Explorer Plug-In Hybrid soll 78 g/km CO2-Emissionen und 3,4 l/100 km Benzin brauchen.

Auch die Fahrerassistenztechnologien wurden verbessert, darunter gibt es Adaptive Cruise Control mit Stop & Go, Speed Sign Recognition und Lane-Centring-Funktionalitäten. In der Mitte gibt es einen 10,1 Zoll großen zentralen Touchscreen im Hochformat und ein 12,3-Zoll-Digital-Instrument-Cluster-Display. Wichtig: Der Explorer ist auch als Siebensitzer gedacht, mit einigermaßen gutem Zugang zu Reihe drei. Die Anhängelast beträgt gebremst 2,5 Tonnen. Besonders stolz ist Matthias Tonn, der die US-Modelle “europäisiert” auf die “Blind Spot Information” des Trailer-Modus, der “einen 10-Meter-Anhänger abdeckt.”

Die Allradantriebstechnologie analysiert alle 10 Millisekunden die Eingaben von Dutzenden von Sensoren, einschließlich Fahrzeuggeschwindigkeit und Giermoment, Umgebungslufttemperatur, Radschlupf und nötiger Zugkraft sowie Schleppmomenten, um festzustellen, ob zusätzliche Traktion erforderlich ist. Ein brandneues Verteilergetriebe mit elektromechanischer Drehmomentkupplung kann die Kraftübertragung zwischen Vorder- und Hinterrad innerhalb von 100 Millisekunden anpassen. Wie das 10-Gang-Automatikgetriebe verwendet das System adaptive Lernalgorithmen, um die Reaktionen kontinuierlich anzupassen und so zu optimieren.
Das Terrain Management System verwendet auswählbare Fahrmodi, mit denen Kunden das Auto an Straßen-, Wetter- und Geländebedingungen anpassen können. Darunter die Modi Normal, Sport, Trail, Slippery, Tow / Haul, Eco sowie Deep Snow und Sand. Die Bergabfahrkontrolle erleichtert auch das Arbeiten im Gelände.

Auf Knopfdruck parkt das Schiff fast komplett autonom ein
 
Der verfügbare Active Park Assist 2 ermöglicht auf Knopfdruck vollautomatische Manöver in parallele und senkrechte Parklücken. Das System identifiziert geeignete Parkplätze und der Fahrer kann die Fahrzeugbewegung steuern, indem er einfach den Leerlauf auswählt und eine Taste an der Mittelkonsole gedrückt hält. Das Fahrzeug steuert dann die Vorwärts- und Rückwärtsgangwahl, Fahrt und Bremsen sowie das Lenken vollständig, um in Räume zu manövrieren. Die Technologie kann den Fahrern auch helfen, parallele Parkplätze mit dem vollautomatischen Einparkassistenten zu verlassen. Das Blind Spot-Informationssystem mit Querverkehrswarnung warnt den Fahrer beim Verlassen eines Parkplatzes von Fahrzeugen, die möglicherweise bald hinter ihnen überqueren, und kann die Bremsen betätigen, um die Auswirkungen von Kollisionen zu vermeiden oder zu mildern, wenn der Fahrer nicht auf Warnungen reagiert. Darüber hinaus erkennt der Rückwärtsbremsassistent mithilfe von Radar- und Ultraschallsensoren ein Objekt auf dem Fahrweg und kann die Bremsen automatisch betätigen, um eine bevorstehende Kollision zu vermeiden, wenn das Fahrzeug mit niedriger Geschwindigkeit rückwärts fährt - beispielsweise beim Verlassen einer Auffahrt. Die Rück- und Vorderkameras mit integrierten Linsenreinigern helfen den Fahrern bei der Bewältigung unangenehmer Szenarien und bieten zusammen mit zusätzlichen Kameras, die unter den Außenspiegeln angebracht sind, eine 360-Grad-Sicht auf das Fahrzeug. Der Frontkollisionsassistent mit Fußgänger- und Radfahrererkennungstechnologie kann Personen und Radfahrer auf oder in der Nähe der Straße erkennen oder die den Fahrzeugweg überqueren und die Bremsen automatisch betätigen, wenn eine mögliche Kollision erkannt wird und der Fahrer nicht auf Warnungen reagiert.

Mit Stop & Go kann das ACC-System das Fahrzeug im Stop-Start-Verkehr vollständig zum Stillstand bringen und automatisch wegfahren, wenn die Anhaltedauer weniger als 3 Sekunden beträgt. Bei einem Stopp von mehr als drei Sekunden kann der Fahrer einen Lenkradknopf drücken oder das Gaspedal vorsichtig wegziehen.

Die Spurzentrierungstechnologie überwacht Straßenmarkierungen und kann ein sanftes, aber erkennbares Moment auf das Lenksystem ausüben, damit der Fahrer bei jeder Aktivierung des ACC-Systems auf seiner Spur zentriert bleibt. Die Technologie wurde entwickelt, um Fahrer bei Geschwindigkeiten von bis zu 200 km/h zu unterstützen. Sie liefert visuelle und akustische Warnungen, wenn ein fehlender Lenkradeingang des Fahrers festgestellt wird.

Weitere Technologien, mit denen Fahrer die Auswirkungen von Unfällen vermeiden oder abschwächen können, sind das Spurhaltesystem von Ford und der Ausweichlenkassistent, der Lenkunterstützung bietet, um eine Kollision zu vermeiden. Post-Impact Braking bietet Bremsen nach einer Kollision, um Verletzungen und Schäden durch ein sekundäres Crash-Ereignis zu verringern.

Torsten Wey, Manager für Fahrerassistenz- und Sicherheitstechnologie bei Ford of Europe, erklärt:

"Es geht nicht um einen Technikoverkill um der technischen Möglichkeiten willen, sondern darum, das Fahrerlebnis zu verbessern, das Fahren weniger stressig zu machen und dem Fahrer zu helfen, sich hinter dem Lenkrad sicherer zu fühlen."
 

Dass der Explorer aus den USA für die USA entwickelt wurde, merkt man leider bei den Maßen, die für Europa alle etwas “oversized” sind. Mit einer Länge von mehr als fünf Metern, einer Breite von zwei Metern und einer Höhe von fast zwei Metern bietet er zwar Platz für bis zu sieben Insassen in drei Sitzreihen.tut sich aber in europäischen Garagen und Städten schon schwer.

Immerhin: Mit einer Kopffreiheit von 96 Zentimetern, einer Schulterfreiheit von mehr als einem Meter und einer Beinfreiheit von mehr als 83 Zentimetern bietet die dritte Sitzreihe auch Platz für Erwachsene. Legt man alle Sitzreihen um, kann der Laderaum bis auf  2.274 Liter wachsen. Hinter Reihe drei bleiben minimal 123 Liter Stauraum und es gibt nicht weniger als zwölf(!) Getränkehalter.

 

Die Platinum-Modelle verfügen standardmäßig über ein Premium-B & O-Soundsystem mit 14 Lautsprechern und 1000 Wat, während sich die ST-Line mit dem Premium-B & O-Soundsystem mit 12 Lautsprechern und 800 Watt “begnügen” muss.

Die eingebettete Modemtechnologie von FordPass Connect verwandelt den Explorer Plug-In Hybrid in einen mobilen WLAN-Hotspot mit Konnektivität für bis zu 10 Geräte. FordPass Connect unterstützt die Fahrer nicht nur bei der Planung schnellerer, stressfreier Fahrten mit Live Traffic-Updates für das Navigationssystem und ermöglicht es den Insassen, Unterhaltung unterwegs zu streamen. FordPass Connect bietet über die mobile FordPass-App eine Reihe praktischer Funktionen.

Der Touchscreen teilt Informationen mit dem verfügbaren volldigitalen 12,3-Zoll-Kombiinstrument, das so konfiguriert ist, dass Fahrer ihren Explorer Plug-In Hybrid-Antriebsstrang optimal nutzen können. Dazu gehören spezielle Bildschirme wie Stromfluss, Aufladung und Energieeffizienz-Coaching. Ein zentraler 8-Zoll-Touchscreen und ein digitales 12,3-Zoll-Kombiinstrument sind Standard bei der ST-Line-Variante.

Was bedeutet das?

Der Explorer wird zeimlich vollausgestattet gegen die europäische Konkurrenz antreten, was ihn nicht ganz billig Machen dürfte. In Sachen Haptik und Optik wird er gegen Dickschiffe wie den BMW X7 aber keinen Stich Machen, gleichzeitig wird er aber deutlich teurer sein als Kias Sorento oder ein großer Tiguan. Und nachem er auch optisch eher dem US-Geschmack entspricht, dürfte er sic him Gegensatz zu Puma und Kuga eher in dezenten Dosen verkaufen.

 

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