Voll im Flow: Hegelmann reduziert Kraftstoffverbrauch durch Aero-Pakete

Die Hegelmann Express GmbH startet ein Pilotprojekt mit der Betterflow GmbH, um ihren Kraftstoffverbrauch und CO2-Ausstoß zu senken. Hierzu stattet das Transport- und Logistikunternehmen fünf Auflieger mit speziellen Aero-Paketen aus. Nach erfolgreicher Testphase sollen dann weitere Fahrzeuge folgen.

Mehr als 2.000 Liter Kraftstoff pro Jahr will Hegelmann bei jedem ausgerüsteten Fahrzeug sparen. Bild: Hegelmann Express GmbH
Mehr als 2.000 Liter Kraftstoff pro Jahr will Hegelmann bei jedem ausgerüsteten Fahrzeug sparen. Bild: Hegelmann Express GmbH
Redaktion (allg.)
von Nadine Bradl

Durch den verringerten Luftwiderstand werden bis zu 1,8 Liter Kraftstoff pro 100 Kilometer eingespart, teilt Hegelmann mit. Bei einer durchschnittlichen Laufleistung von 120.000 Kilometern pro Jahr ergebe das eine Ersparnis von über 2.000 Litern pro Jahr für jedes ausgerüstete Fahrzeug. Das Projekt ist Teil einer nachhaltigen Unternehmensstrategie, mit der Hegelmann bis zum Jahr 2035 CO2-Neutralität erreichen will.

„Das Thema Nachhaltigkeit ist wichtiger denn je. Als Logistikunternehmen  stehen wir besonders in der Verantwortung, unsere Emissionen zu reduzieren“, erklärt Andreas Schmidt, CEO der Hegelmann Express GmbH.

Dabei sollen die Aerodynamik-Pakete von Betterflow helfen. Sie beinhalten verschiedene Komponenten, die am Auflieger angebracht werden und den Luftwiderstand der Lkw verringern. Zunächst werden fünf Kühl-Auflieger mit den Systemen ausgestattet. Sie erhalten das Rundumpaket bestehend aus der Unterbodenmembran (Low Flow), einer Verkleidung für den Unterbodenschutz (Low Flow Shape), einem Vorflügel für die Stirnwand des Trailers (High Flow) und dem automatischen Heckflügelsystem (Rear Flow). Zum Einsatz kommt die Technologie vor allem auf Langstrecken-Transporten, um möglichst viel CO2 einzusparen.

Fast zwei Liter auf 100 Kilometer sparen

Die Low Flow-Komponente erstrecke sich fast über den kompletten Unterboden. Halter am Chassis hinten und an den Stützbeinen vorne spannen eine Membran und bringen sie straff in eine glatte Form, wodurch die Unterbodenströmung optimiert wird. Ergänzend dazu verkleiden die Low Flow Shape Bauteile den heckseitigen Unterbodenschutz. Für die optimale Luftströmung im Heckbereich soll das High Flow-System sorgen. Hierüber werden Unterboden- und Dachströmung aufeinander abgestimmt. Starke Verwirbelungen im Heckbereich werden über das vollautomatische Heckflügelsystem Rear Flow reduziert, die sich ab einer Geschwindigkeit von 60 Stundenkilometern automatisch öffnet. Im Ergebnis sollen sich somit durchschnittlich 1,8 Liter Kraftstoff auf 100 Kilometern einsparen lassen.

 

10.000 Euro pro Trailer

Die Investition in Höhe von rund 10.000 Euro pro Trailer amortisiert sich laut Hegelmann voraussichtlich bereits nach 15 Monaten und ist Teil der ganzheitlichen Nachhaltigkeitsoffensive, die das Bruchsaler Logistikunternehmen verfolgt. Wesentlicher Bestandteil der Strategie sei es, die Emissionen weitestgehend zu reduzieren. Unter anderem forscht Hegelmann hierzu an einem Projekt zur Reifeneffizienz, das den Kraftstoffverbrauch um weitere 15 Prozent reduzieren soll. Zudem rüstet der Logistiker seinen Fuhrpark auf flüssiges Biomethan (Bio LNG) um. Bis Ende dieses Jahres sollen insgesamt 150 Lkw mit dem nachhaltigen Kraftstoff fahren, bis 2025 dann 20 Prozent der gesamten Flotte. Diese soll ab 2024 zusätzlich durch Elektro-Lkw ergänzt werden.

„Darüber hinaus arbeiten wir an einem Offsetting-Programm, um fünf Prozent der Emissionen aus den Transportaktivitäten zu kompensieren. Unser übergeordnetes Ziel ist die CO2-Neutralität bis 2035“, betont Schmidt.

Was bedeutet das?

Vvergleichsweise kleiner Spoiler, vergleichsweise große Wirkung: Steigende Spritpreise lassen aerodynamische Maßnahmen noch interessanter werden - auch wenn das Hauptargument gegen Flaps und Spoiler meist was, dass die allzu schnell beschädigt oder gar abgefahren würden. Und dann hat man monetär auch nichts gewonnen. Doch wie gesagt - teurere Spritpreise und ein Hinweis an (vorsichtigere) Fahrer helfen viel, die im Prinzip seit langem bekannte Technik populär zu machen. 

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