Volkswagen will bei Software-Updates "Over-the-Air" nachlegen

Modelle ID.3 und ID.4 sind mit neuester Software tiefgreifend online aktualisierbar und ab Sommer sollen erste Over-the-Air-Updates verfügbar sein. Neue Projekteinheit soll Aufspielung koordinieren.

Nicht aus der Luft gegriffen: VW will bei den Software-Updates zu Tesla aufschließen - und ermöglicht diese jetzt per WLAN oder Mobilfunk. Bestandskunden müssen aber noch einmal in die Werkstatt. | Foto: VW
Nicht aus der Luft gegriffen: VW will bei den Software-Updates zu Tesla aufschließen - und ermöglicht diese jetzt per WLAN oder Mobilfunk. Bestandskunden müssen aber noch einmal in die Werkstatt. | Foto: VW
Johannes Reichel

Der Automobilhersteller Volkswagen will bei der Luftschnittstellentechnologie vorankommen und hat jetzt für die Modelle ID.3 und ID.4 ein dem Vernehmen nach tiefgreifendes technisches Update vorgestellt, das per W-LAN oder über das Mobilfunknetz aufgespielt werden kann. Die Software Version ID.2.1, die wiederum die technischen Voraussetzungen für Over-the-Air-Updates herstellt, sei ab KW8 bei allen neu produzierten ID. Modellen an Bord, wirbt der Hersteller.

Ab Sommer werde man Besitzern von ID. Fahrzeugen alle drei Monate ein Update zur Verfügung stellen, versichert der Anbieter weiter. Diese können neben der Optimierung der Software-Performance auch neue Funktionen und Individualisierungsmöglichkeiten beinhalten. Bestandskunden müssen dafür einmalig zu ihrem Händler. Mit der neuen Software sei es dann "erstmalig im Volumen-Segment" möglich, unter anderem im Fahrzeug verbaute Steuergeräte zu aktualisieren, ohne dass der Kunde in die Werkstatt vorstellig werden muss. Die ersten Over-the-Air-Updates würden derzeit an über 3.000 Geschäftswagen erfolgreich getestet.

„Volkswagen treibt die Digitalisierung seiner Produkte mit Tempo voran und wandelt sich zu einem Komplettanbieter von Hardware, Software und Services. Die Einführung von Over-the-Air-Updates ist der nächste wichtige Schritt in unserer Transformation zu einem Tech-Unternehmen und der Entwicklung neuer Geschäftsmodelle“, meint Ralf Brandstätter, Vorstandsvorsitzender der Marke Volkswagen.

Damit sollen die Modelle über den Lebenszyklus aktuell gehalten werden. Over-the-Air-Updates würden künftig auch im Auto "das neue Normal" sein, ist Thomas Ulbrich, Vorstand für technische Entwicklung bei Volkswagen sicher. Zudem soll eine neu gegründete Projekteinheit ID.Digital die Weiterentwicklung der vollelektrischen Modellfamilie vorantreiben und die Einspielung von Over-the-Air Updates koordinieren. Die "agile Arbeitsweise" des Projektteams werde bei der Pflege der Software in kurzen Update-Zyklen und flexibler Berücksichtigung von Kundenwünschen neue Maßstäbe setzen, verspricht man.

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