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Volkswagen übernimmt Telematik-Spezialist WirelessCar von Volvo

Der Anbieter WirelessCar kommt aus Schweden unter das Dach von VW und soll die Vernetzungsstrategie des Konzerns voranbringen.

Alle Dienste sind schon da: VW will auch beim Thema vernetzte Dienste an Bord der künftigen Automobile ein gehöriges Wörtchen mitreden. | Foto: VW
Alle Dienste sind schon da: VW will auch beim Thema vernetzte Dienste an Bord der künftigen Automobile ein gehöriges Wörtchen mitreden. | Foto: VW
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Johannes Reichel

Der Volkswagen Konzern hat die Übernahme des Mehrheitsanteil am schwedischen Telematik-Spezialisten „WirelessCar“ von Volvo angekündigt. Volkswagen sichert sich 75,1 Prozent der Anteile, der Vollzug wird für das erste Halbjahr 2019 erwartet und steht unter dem Vorbehalt kartellrechtlicher Genehmigungen. WirelessCar mit Sitz in Göteborg wurde 1999 gegründet und befand sich seit 2007 im alleinigen Besitz von Volvo. Das schwedische Unternehmen beschäftigt rund 370 IT-Experten weltweit und gilt als einer der führenden Spezialisten für Konnektivität im Fahrzeug. Es bietet eine eigene technische Plattform und entwickelt auch digitale Dienstleistungen. Hierzu zählen etwa Concierge- und Abrechnungsdienste (z.B. Maut) ebenso wie Sicherheits- und Notfalldienste (z.B. Ferndiagnose, Pannenservices). Derzeit sind weltweit rund 3,5 Millionen Fahrzeuge verschiedener Hersteller über diese Plattform vernetzt.

„Unsere Kunden werden digitale Mehrwertdienste in ihren Autos oder mit ihren mobilen Endgeräten jederzeit nutzen können. Bei dieser Entwicklung drücken wir aufs Tempo", begründet Christoph Hartung, Leiter Digital & New Business / Mobility Services der Marke Volkswagen die Übernahme.

Der deutsche Hersteller will mit der Konnektivitätstechnologie der Schweden nach eigenen Angaben den Aufbau des digitalen Ökosystems vorantreiben, das von der Marke Volkswagen federführend im Konzern und gemeinsam mit Technologiepartnern entwickelt wird. Es gehe darum, künftige Generationen von Fahrzeugen voll zu vernetzen und digitale Mehrwertdienste für Kunden zu entwickeln, die diese über die Volkswagen Automotive Cloud abrufen könnten, heißt es aus Wolfsburg. Ziel sei die Schaffung des "weltgrößten automobilen Ökosystems".

WirelessCar ist neben Microsoft und diconium der dritte große Technologiepartner, den die Wolfsburger gewinnen können. Mit dem Softwaregiganten entwickelt Volkswagen die cloudbasierte Plattform, mit diconium eine personalisierbare Vertriebsplattform (Service Platform) für alle digitalen Services. Die Technologie von WirelessCar soll vor allem zum sicheren und stabilen Datenaustausch zwischen Fahrzeug-Betriebssystem und cloudbasierter Plattform beitragen und eine wesentliche Grundlage für die künftige Software-Architektur im Fahrzeug (Device Platform) bilden, wie der Hersteller weiter skizziert.

Was bedeutet das?

Die Intention ist klar: VW will den Digital-Giganten aus dem Silicon Valley nicht die Datenautobahn überlassen. Und so schmiedet man einen Pakt, der durchaus ernst zu nehmen ist gegen Google/Waymo, Apple & Co, zumal man eben auch Microsoft mit an Bord hat. Noch ist also das letzte Wort nicht gesprochen, wer im vernetzten Auto der Zukunft den größten Teil am Wertschöpfungskuchen bekommt und damit das nach allen Vorhersagen größte Geschäft mit der Mobilität macht.

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